Real Life, Twitter und 1 Bit an Kunst

Kuckuck,

lange nichts passiert hier. Das hat zum einen mit dem Parameter Real Life zu tun, der einen immer wieder aus seinen digitalen Traumwelten holt, zum anderen aber auch mangelnde Inspiration. Das erste Quartal 2021 ist im letzten Drittel angelangt, wir haben immer noch Pandemie und so langsam ist auch meine Geduld damit erschöpft. Natürlich halte ich mich weiter an die Vorgaben, natürlich trage ich weiter Maske, natürlich vermeide ich unnötige Kontakte.

Aber es zerrt. Zu gern würde ich mit meiner Familie einfach mal wieder ein Eis essen gehen und mit den Jungs in unserer Stamm-Metal-Kneipe zu lauter Musik ein, zwei Bier trinken und Blödsinn labern.

Glücklicherweise habe ich eine wirklich tolle Familie, so dass die auftretenden Lagerkoller sich in Grenzen halten und wir uns immer recht schnell wieder zusammenraufen. Gerade den Kindern sei hier tiefster Respekt gezollt. Sie machen das wirklich super und ich bin stolz auf sie. Oft haben wir Diskussionen, dass ihre Freunde viel länger und viel häufiger online sind und ständig zocken dürfen und sie beschweren sich, dass sie da vergleichsweise strikte Zeiten haben. Mich besorgt es eher, dass in anderen Familien die Kids im vergangenen Jahr scheinbar 24/7 online waren und noch sind. Auch einer der Gründe weshalb ich hoffe, dass wir spätestens zum Ende dieses Jahres einen Teil der Normalität und Offenheit wiederhaben werden.

Durch die #Nordstadtkatzen, dass Homeschooling, unsere Hunde und das Haus haben meine Frau und ich auch immer gute Beschäftigung. Eingeleitet wurde das Jahr durch die verstorbene Kaffeemaschine. Dann folgte der Februar mit dem „großen Schnee“, wodurch dann Wasser vom Spitzboden in die Kinderzimmer eindrang. Glücklicherweise nicht so stark, wie man es bei einigen Bildern auf Twitter gesehen hatte, wo sich ganze Schneelandschaften auf Dachböden bildeten. Mein Uralt-Netbook, mit dem meine Tochter ihre ersten Geschichten geschrieben hat musste leider trotzdem dran glauben.

Abgerundet wurde dies dann vom Kühlschranks, der seinen Dienst ebenfalls quittierte. Da kamen die niedrigen Temperaturen und der Schnee dann doch gerade richtig. Der neue Kühlschrank ist niedriger und dafür breiter, was wir zum Anlass nahmen die Küche einmal umzustellen, da es sonst nicht mehr gepasst hätte. Da unsere Arbeitsplatten noch aus der alten Wohnung übernommen und improvisiert umgeschnitten und wieder verbunden wurden, brauchten wir aus Stabilitätsgründen nun auch neue Arbeitsplatten. Da diese aber derzeit im örtlichen Baumarkt nicht verkauft werden und diese darüber hinaus auch schnell ins Geld gehen haben wir sie kurzerhand selber aus Plankenholz hergestellt und angebaut. Das ist deutlich günstiger. Und deutlich arbeitsintensiver.

Hierbei war ich wieder einmal froh eine Frau geheiratet zu haben, die gerne handwerklich anpackt und mit der man gemeinsam all diese Dinge erschaffen kann. Wir haben mittlerweile ein gemeinsames handwerkliches Niveau als Ehepaar erreicht, bei dem wir in Rekordzeit nahezu wortlos IKEA Möbel zusammen aufbauen können. Ohne Streit und Androhung von Scheidung. Einfach so. Apropos meine Frau: wer uns auf Twitter folgt hat vielleicht mitbekommen, dass sie derzeit die Acrylmalerei für sich entdeckt hat. Ich finde sie kann hier durchaus noch das ein oder andere Bild mehr posten.

Tja und Twitter… naja alles wie immer.

Säue werden durchs Dorf getrieben, Meldungen gemacht, Accounts löschen sich, Accounts kommen wieder, andere machen Screenshots und lästern rum, wieder andere haben einfach Spaß. Durch einen dummen Zufall hatte ich meinen ersten kleinen Trend mit „Dwayne“. Der Tweet war drei Jahre alt und ich habe ihn nochmal retweetet weil er zu einem neuen Tweet thematisch gut passte und dann hat sich das verselbstständigt. Mit den gestiegenen Followerzahlen merke ich nun auch immer deutlicher die Kehrseite bei Twitter. Die unnötigen und zum Teil wirklich dummen Kommentare sorgen dafür, dass man nicht mehr bei jedem Tweet jede Interaktion mit verfolgen kann oder will. Zum anderen wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich würde den „Falschen“ Accounts folgen.

Ich hatte dazu schon einmal was geschrieben und werde das hier nicht noch einmal breittreten. Mir folgen alle möglichen Accounts und ich folge allen möglichen Accounts. Ich folge dabei einem möglichst breiten Spektrum. Und selbstverständlich folge ich nicht nur Menschen mit denen ich immer und ständig übereinstimme. Und selbstverständlich tätigen von den knapp 1.000 Leuten denen ich folge auch immer wieder irgendwelche Aussagen, die ich persönlich nicht befürworte. Und das sind weitaus mehr als immer die 1 – 2 Leute, welche immer wieder herangezogen und dafür (stellvertretend!?) an den Pranger gestellt werden.

Es macht auch keinen Sinn das immer wieder zu diskutieren. Jeder hat eine andere Sicht auf Humor, Politik, Religion oder was weiß ich was und wenn man so durcheinander und zahlreich aufeinander knallt wie bei Twitter sind Brände vorprogrammiert.

In Deutschland nutzen ca. 1,4 Mio Menschen Twitter regelmäßig und aktiv. Das ist in Zahlen im Vergleich zu Facebook lächerlich gering (ca. 30 Mio.). Die deutsche Bevölkerung liegt bei 83 Mio.

Mir zeigt das zweierlei:

  1. Auf Twitter werden keine „Schlachten“ entschieden und schon gar nicht Prozesse gelenkt.
  2. 1,4 Mio ist wenig aber für einen einzelnen immer noch zu viel, als sich mit allem und jedem im Einzelnen beschäftigen zu wollen und auf alles und jeden einzugehen.  

Immer wieder werden Accounts als böse deklariert und andere als die großen „Durchblicker“ glorifiziert. Für mich persönlich ist diese Frontenbildung nach wie vor Bullshit. Selbstverständlich sollte man tatsächlich kriminellem Verhalten nachgehen. Allerdings sollte man auch Meinungsfreiheit und die freie Äußerung von Meinungen aushalten können. Sofort dagegen zu brüllen und Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen um den anderen „auszuschalten“, zu melden und zu Sippenhaft – mäßigen Massenblockierungen aufzurufen ist aus meiner Sicht mit extremistischen Verhalten vergleichbar. Es werden die Methoden angewandt die am anderen kritisiert werden. Da man selber aber immer eine weiße Weste hat ist das eigene Verhalten natürlich legitim.

Nein. Falsch. Jeder Nutzer sollte für sich allein denken und entscheiden können. Und diese Empfindsamkeiten und das Unvermögen objektiv und nicht emotionsgesteuert an eine Sache ranzugehen verursacht dann doch auch erst diese Schlammschlachten und Treibjagden.

Ein Diskurs findet entweder auf Augenhöhe statt oder gar nicht. Kurzum, Twitter ist für mich Unterhaltung, Meinungsaustausch, Diskussion, Zuflucht. Was ich dort wie mache ist meine Sache und wem ich folge ist meine Entscheidung. Was du dort machst und wem du dort folgst ist deine Sache. Und es ist nicht deine Aufgabe zu entscheiden was richtig und was falsch ist und wer wem aus welchen Gründen auch immer folgt. Meine übrigens auch nicht umgekehrt bei dir oder sonstwem.

Und auch von sonst niemandem. Und überhaupt. Und blablabla. Es sind über die Jahre immer die ewig gleichen, unnötigen Diskussionen.

Twitter ist halt nur ein wirklich verschwinden kleiner Aspekt eines weitaus komplexeren Lebens, dass sich zum größten Teil im realen Leben abspielt und nicht in diesem Mikro-Blogging Dienst. Siehst du das anders, nimmst du das Ganze vielleicht etwas zu ernst. Aber was weiß ich schon?

Zu guter Letzt eine Empfehlung an alle, die Interesse an Fotografie, Malerei und digitaler Kunst haben.

Werft mal einen Blick auf https://www.subs.tv/

Die Plattform ist anders, auch vom Aufbau, als man gewohnt ist und dort gibt es schon eine Reihe eindrucksvoller Arbeiten von tollen Leuten zu bewundern. Der ein oder andere von Twitter ist dort auch zu finden. Und natürlich ist da auch Zeug von mir drauf.

Sayonara Carbonara.

It’s just me, Tinker Bell *Gastbeitrag von Lovis*

Vor einiger Zeit hatte mich Lord Sixus eingeladen, ein wenig zu schreiben über mich, meine Werte und was mir so einfällt.

Seit dem hat mein Kopf Romane geschrieben, die von der Länge Shining um vielfaches schlagen könnten.

Nur diese ganzen Sachen runterzuschreiben, fällt mir im Moment schwer.

Ich glaube, ich bin grad eher die, die redet, denn das geht schneller und ich kann schneller den 10.0000 Gedankensprüngen in meinem Kopf Ausdruck verleihen.

Gedanklich habe ich nahezu alles umrissen in dieser Zeit und auch tatsächlich schonmal angefangen zu schreiben, aber es las sich einfach anders, als es sich für mich anfühlte. Also habe ich es gelöscht.

Nun also ein neuer Versuch.

Ich bin nur ich, nicht mehr, nicht weniger.

Ich bin natürlich die Ehefrau und Gefährtin von Lord Sixtus, Mutter, Bonusmutter, Arbeitnehmerin, Lovis von den #nordstadtkatzen, Straßenhunde-Alphatier, Schwester, Freundin und manchmal auch ein bisschen ich.

Nach vielen vielen dunklen Jahren und schweren Erlebnissen bin ich in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich mich entscheiden konnte.

Entscheiden konnte ich über die zukünftige Ausrichtung meines Lebens.

Welch unglaublicher Gewinn, eine unfassbare Chance für mich.

Jahrzehnte, schon vor Schuleintritt, haben mich Dinge gelenkt, denen ich (dachte), ausgeliefert zu sein: Schuld, Depressionen, Tiefe, Ausgrenzung, ein Gefühl der Wertlosigkeit, Zweifeln, Einsamkeit,…

Und dann kam der Moment, der etwa ein halbes Jahr dauerte, geboren aus einem derartigen Tiefpunkt in meinem Leben, wie ich ihn nie wieder erleben mag.

Vom Kopf wusste ich schon länger, was ich nicht möchte, aber dann war etwas anders: Ich habe mich das erste Mal anders gefühlt! Fühlen und Wissen sind zwei gaaaaaaanz verschiedene Sachen.

Ich habe mich gefragt: „Shit, so fühlen sich die anderen Menschen die ganze Zeit? Ohne Depressionen?!“ und hatte gefühlt, wie sich Leben, mein Leben auch anfühlen kann.

Es war so ein unbeschreiblicher Moment.

Von dort an, mit Lord Sixtus an meiner Seite, habe ich begonnen zu lächeln. Ganz bewusst meine Muskeln zu trainieren und meinem Gehirn zu signalisieren: Du bist jetzt zufrieden.

Ich habe mir beigebracht meine Schultern zu straffen und nicht vor vermeintlicher Schuld hängen zu lassen.

Ich habe mir bewusst die guten Dinge (der Welt, meines Lebens,…) ins Gedächnis zu rufen und mich darauf zu konzentrieren.

Ich habe versucht zu lernen, mein Leben selbst in der Hand zu haben und mit so einigem, auch ungeklärtem, abzuschließen.

Das war und ist gut.

Nur mit mir selbst gehe ich noch nicht so respektvoll um, wie es wahrscheinlich manchmal angebracht wäre. Das weiß ich und auch woran es liegt: An den Glaubenssätzen, die ich gesagt/gezeigt bekommen und mir auch selbst genommen habe.

Glaubenssätze sind die Sätze, die unterbewusst mein Leben lange begleitet haben und nun eine nicht mehr ganz so große Rolle spielen, zumindest diese:

Du bist selbst Schuld

Du bist faul

Du bist nicht genug

Du bist egoistisch

Du bist ein schlechter Mensch

Du hast es nicht anders verdient

Am meisten gewogen haben, glaube ich, lange die Gedanken, ich sei nicht genug und ich hätte es nicht anders verdient. Wobei das „es“ alles schlechte, negative, unangenehme ist. Wahrscheinlich auch eine Kausalkette, die einfach schwer zu durchbrechen war. Vielleicht auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, getreu dem Motto: „Schlechten Menschen widerfährt schlechtes“…

Nun hab ich sehr bewusst getauscht gegen: „Ich bin gut und du bist gut und wir sind gut“ und „Achtung, Liebe, Respekt, Würde“, die Grundfesten, mit dem ich jedem Menschen, jedem Wesen in meinem Leben gegenübertreten möchte.

Oder auch: „Ich freu mich wenn es regnet, denn es regnet auch, wenn ich mich nicht freue“.

Das bedeutet natürlich nicht, alles durch die rosa-rote Brille zu sehen oder Probleme, Hindernisse und co. Einfach wegzulächeln, aber es macht mein Leben nicht schwerer, es zunächst positiv zu bewerten.

Zu Herausforderungen kommt es immer wieder, insbesondere, wenn es um mein Arbeitspegel geht. Ich brauch ein hohes Level, damit die Stille nicht so laut wird, erwarte dies aber nicht von anderen. Aber diesen Auftrag nehmen sich manchmal Menschen in meinem Umfeld, möchten sich messen oder denken, sie würden das auch machen müssen. Das ist aber nicht so! Ich erwarte das von niemandem, es ist nur mein ganz persönlicher Weg mit meinem Leben, ganz meiner eben.

Andere Menschen sind vielleicht zufrieden, wenn sie in Ruhe mit einem Tee ein Buch lesen, mich würde das stressen.

Andere mögen sich gerne mal einen Nachmittag auf dem Sofa auschillen, ich bekäme (tatsächlich) eine Krise. 

Ich brauche das, mein Weg. Aber das heißt ja nicht, dass das nicht der Weg von x oder y sein kann und dem/der das gut tut, mir aber eben nicht. Deswegen haben mein Hausarzt und ich öfter mal Meinungsverschiedenheiten…. Aber, ich bin groß und kenne mich und mein Leben am besten, ich bin also der Experte für mein Leben und kann daher ziemlich gut einschätzen, was ich brauche und was mir gut tut.

Viele Jahre war ich für so viele Dinge selbst und alleine verantwortlich, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen ist für mich schwer. Im kleinen, wie im großen: Ich kann die Tüten alleine tragen, ich kann mit dem Bohrhammer selbst die Steine wegmachen, ich schaffe das schon…

Schwierig, denn da spielen die alten Glaubenssätze natürlich wieder mit.

Für die #nordstadtkatzen Unterstützung und Hilfe anzunehmen war für mich ein Meilenstein.

Und so schwer das war, umso dankbarer bin ich dafür!

Wirklich!

Dankbarkeit spüren zu können, ging für mich in Phasen der Depression nicht, so gerne ich es gewollt hätte.

Aber nun bin ich sehr dankbar! Dankbar für diesen Weg, für meine Familie, so chaotisch und unnormal wir manchmal auch sind, für die große Chance in meinem Leben, für so viele Dinge….

Aber auch dankbar, für „nicht-Zustände“, zum Beispiel, dass ich nicht in einem Land lebe, in dem ich verfolgt werde, dass ich nicht auf der Flucht bin, dass ich keine Gewalt mehr erfahre…

Daraus folgt wieder, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder so von Herzen lachen, dass sie mich (zwar sehr selten, aber immerhin) anstecken können, dass sie gute Startbedingungen für ihr Leben hatten, nicht zuletzt auch, weil Lord Sixtus unsere Familie bereichert hat, denn wir sind gepatchworkt…

Nun, vielen Dank fürs lesen, nun verlangen die Tiere und die Kinder wieder ihre Aufmerksamkeit und die Follower der #nordstadtkatzen warten auf die Abendbilder.

Herzliche Grüße

Just me, TinkerBell

Jahresbilanz, ihr Eumel

So. Das war es also mit 2020, zumindest fast. Und ich habe das Gefühl, das Jahr ist verflogen.
Es war eine Menge los. Der Anfang des Jahres gestaltete sich zunächst gemächlich.
Dann kam COVID in Deutschland richtig an und damit der erste Lockdown. Wirklich viel hat sich für mich persönlich dadurch zunächst nicht geändert.
Ich bin normal weiter zur Arbeit und musste eine Maske beim Einkaufen tragen. Ok.
Für die Kinder und meine Frau änderte sich u. a. durch die Home Schooling Situation deutlich mehr.
Rückblickend betrachtet sind wir da aber als Familie gut mit durchgekommen.

Seit April steht die 4 vorne in meiner Altersangabe. Das ist immer noch irgendwie seltsam.
Im Mai setzte ich diese Website auf und habe seitdem auch tatsächlich mehr oder weniger kontinuierlich geschrieben.
Im Juni explodierte unsere Anzahl an Fundkitten und es kam deutlich mehr Leben in die Bude.
Plötzlich wuselte es im Wohnzimmer vor kleinen Fellbällen und meine Lovis konnte sich vor #Nordstadtkatzen – Terminen kaum noch retten. Persönliches kennenlernen und lieb gewinnen von Twitter Usern folgte.
Fotos, Live-Streaming, Tierarztbesuche in Dauerschleife und viele neue, lustige Situationen
hielten dadurch auch Einzug in unser Leben. Leider auch der ein oder andere Abschied, da manche der Kleinen es nicht geschafft haben.

Anfang August verstarb auch mein langjähriger Kollege nach schwerer Krankheit. Ich denke heute noch täglich an ihn.
Sein Kampf mit dem Krebs hat mich lange begleitet und mir wieder einmal unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Wenn wir etwas machen wollen, dann sollten wir es tun und nicht auf die lange Bank schieben.
So abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, so wahr ist er aber auch.
Ich bin dankbar für mein Leben, für meine Familie und alles was ich habe.

Im September und Oktober habe ich viel gegrübelt und dann Anfang November als Resultat meinen Shop eröffnet, den ich regelmäßig mit Content füttere.
Ich müsste viel mehr Werbung machen. Allerdings steht der Spaß im Vordergrund und es gibt Dinge, die haben höhere Priorität.
Es wird sich entwickeln und der Zeitpunkt kommen, wo ich mich da stärker drauf fokussieren kann.

Die Woche vor Weihnachten haben wir das Wohnzimmer umgebaut und renoviert. Mit (vielen) kleinen Katzen im Haus ist es ein wenig als würden die Gremlins
darin rumtoben. Das Mobiliar und die Teppiche haben ziemlich gelitten.
Weihnachten haben wir dann weitestgehend als Familie allein verbracht, im allerengsten Kreis.
Bis hierher kann ich feststellen, dass ich ruhiger werde. Auch innerlich. Das ist gut. Wir haben eine ganze Menge erlebt und dieses Pandemieding ist dabei fast allgegenwärtig. Dennoch kam das alles nicht so nah an mich ran, wie ich vorher geglaubt hätte.
Ja, gerade im Sommer hat die Maske manchmal genervt. Trotzdem wurde und wird sie getragen.
Dieses Heckmeck der Aluhutfraktion und der braunen Lappen verstehe ich nicht und ohne sie und ihre Querdenkereien und Demos wären wir heute sicherlich
weiter unten mit den Infektionszahlen.


Nun gut. Was solls. Es ist wie es ist und machen wir halt das Beste daraus.
In drei Tagen ist Silvester. Auch dann werden sich wieder einige Experten und Besserwisser nicht an die Verordnungen halten.
Menschen sind so.
Wir werden jedenfalls auch diesen Tag beschaulich und im engsten Kreis verbringen. So, wie wir es die Jahre zuvor auch schon getan haben.


Erstaunlicherweise wird nämlich auch dieses Silvester kein universeller Resetbutton erscheinen, der am 01.01.2021 plötzlich alles anders macht.
Das Leben orientiert sich nicht an einem von Menschen erdachten Kalendersystem.
Das Leben geht einfach weiter. Auch nächste Woche wird man noch Klopapier kaufen können.
Es werden weiterhin Menschen geimpft und dennoch werden sie nicht zu ferngesteuerten 5G Zombies mutieren.


Donald Trump, der große Heiland, der all die Kinder aus den Bergwerken der Elite gerettet haben soll (erinnert sich noch jemand? Qanon, anyone?) wird seine Koffer packen und den Schlüssel zum Weißen Haus an Joe Biden übergeben müssen.
Es werden neue Verschwörungsmythen ohne logische Argumentation und Beweisführung folgen und wir werden sehen ob Donald sich mit dem Wendler eine Parkbank teilen müssen wird.
Und vielleicht schleicht sich im Sommer des nächsten Jahres eine gewisse Normalität ein. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder Konzerte, Kino und Parties geben.


Wir werden sehen.
Alles bleibt anders.
Und bleibt ihr bitte gesund.

Bunt ist das Dasein und Granatenstark

Tinker aka Lovis und ich hatten heute ein Gespräch bezüglich Twitter. Sie fragte mich ob sie als Account mit guten 1.000 Followern wohl ein ff (Folgeempfehlung) für einen größeren Account (fünfstellige Followerzahl) geben könne, oder ob sich das nicht gehört.

Ich habe ihr darauf hin meine Erfahrungen damit erklärt. Das es Leute gibt, die das doof finden. Das sind dann aber nicht die empfohlenen Accounts selber, sondern diejenigen, die auf Accounts mit vielen Followerzahlen schimpfen. Abschließend hab ich gesagt, dass ich sowohl kleine als auch große Accounts empfehle. Mach wie du magst.

Es ist das altbekannte Problem mit den Schubladen. Große Accounts, kleine Accounts, viele Follower, wenige Follower. Es ist genau der selbe Trugschlusss wie mit den Bubbles. Es gibt hier wieder lediglich Kategorie A und Kategorie B Bewerter. Es ist halt so schön einfach in Bubbles und Schubladen zu unterteilen. Man fällt schnell sein Urteil und hat ebenso schnell wieder seine Ruhe im eigenen Weltbild.

Ich bin grundsätzlich der Meinung jeder soll machen wie er will, solange er anderen nicht willentlich oder bewusst damit schadet. Ich folge auf Twitter so vielen verschiedenen Menschen und werde von so vielen unterschiedlichen Menschen gefolgt. Ein User auf Twitter schrieb heute er kenne niemanden, der so bunt retweetet wie ich. Und das war eines der schönsten Komplimente.

Ich folge Sexworkerinnen, Sexshopbesitzern, Hassrappern, Punks, Metallern, Tätowieren, Anwälten, Bikern, Hetero-/Homo-/Transsexuellen, Kinkstern, Normalos , Emos, Freizügigen, nicht so freizügigen, Konservativen, Paradisvögeln, Schriftstellern, Comedians, Depressiven, Träumern, Büroangestellten, Arbeistlosen, Alleinerziehenden, Patchworkern, Moslems, Christen, Juden, Atheisten, Satanisten, Spaßmachern, Selbständigen, Reichen, Armen… die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Jeder von diesen Menschen ist eine Bereicherung. Und jeder von ihnen hat das Recht so zu sein wie er/sie/es ist. Und jeder einzelne ist eine Chance sich selbst zu reflektieren und neue Perspektiven zu gewinnen. Man kommt miteinander in Kontakt und unabhängig von der Hautfarbe, dem Geschlecht, der sexuellen Ausrichtung oder dem Glauben ist da ein Mensch mit dem man interagiert. Und mit dem man Gemeinsamkeiten, neues oder auch Dinge entdeckt, die einem nicht zusagen. Je nach deer Gewichtung kommt man halt miteinander klar oder nicht.

Bei Tinker und mir ist es so, dass wir recht früh in unserer Beziehung lediglich drei Leitwörter für uns gefunden haben: Achtung, Liebe und Respekt. Ein viertes Wort ist dazu gekommen: Würde.

Mit diesen vier Wörtern als Leitsätze lebt es sich vielleicht nicht zu jeder Zeit in jeder Gelegenheit einfach, aber es fühlt sich zumindest für uns richtig an. Wobei ich dazu sagen muss, dass wir keine klischeehaften Ökoterroristen sind, die mit Tambourin und Matetee den Weltfrieden predigen. Wir stehen durchaus mit den Füssen auf der Erde.

Im Folgenden möchte ich nur aus meiner Sicht sprechen, vielleicht hat Tinker mal Zeit und Lust in einem eigenen Beitrag ihre Sicht der Dinge beizusteuern.

Ich bemühe mich immer erstmal jedem mit Achtung und Respekt gegenüber zu treten und seine Würde zu wahren. Sollte das Gegenüber aber anfangen an mein Bein zu pinkeln werde ich dies nicht stillschweigend akzeptieren.

Und mir ist auch durchaus bewusst, dass ich auf Twitter immer wieder ambivalente Gefühle auslöse. Mir wurde im Laufe der Zeit alles mögliche vorgeworfen. Ich war Frauenfeind, Hetzer, Spinner, linksgrünversifft, Sifftwitter, Schmunzeltwitter blablabla. Auch im echten Leben ecke ich natürlich an. Fast jeder tut das. Und ich reagiere halt auch auf meine Art darauf.

Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich mit ziemlich vielen verschiedenen und unterschiedlichen Persönlichkeiten klarkomme. Und so ist es auf Twitter, im Job und privat. Auch in letzteren Bereichen ist mein (bzw unser) Umfeld bunt gemischt vom Politiker bis zum Arbeitslosen. Vom konservativen Familienmenschen bis zu Mitgliedern von Biker-Clubs.

Meine Frau steckt über beide Ohren im Job, im Katzvendskalender der Nordstadtkatzen und bei den Nordstatdkatzen selber. Ich habe Hochachtung vor dieser Leistung. Ich nehme mir ein Beispiel an ihr. Sie setzt sich für unsere Tiere ein, sie setzt sich in ihrem Job für die (Benachteiligten) Schützlinge ein und dann sind da ja noch das Haus, unsere eigenen Tiere, und unsere Kinder. Und es funktioniert. Ich unterstütze sie hier nach allen Möglichkeiten und habe doch das Gefühl dieses Level erreiche ich nicht. Aber ich probiere es weiter.

Wenn wir durch die Stadt gehen kennt sie gefühlt jeder. Sie begrüsst Politiker, Künstler, Kollegen, Freunde, aber auch die alte Frau von der Ecke und Obdachlose, die ihre Asphaltzeitungen verkaufen auf die selbe Art. Sie tritt jedem Menschen mit der selben, herzlichen Offenheit gegenüber. Jeder hat die gleiche Chance, unabhängig davon, wer oder was er/sie/es ist. Und in dieser Konsequenz ist das keine Selbstverständlichkeit.

Während meines Burnouts und der ersten großen depressiven Phase habe ich mit meinem Therapeuten über mögliche Inseln gesprochen. Diese „Inseln“ sollten es mir erleichtern, mich zurechtzufinden und Aspekte meiner Persönlichkeit auszuleben, die ich aufgrund diverser Umstände nicht ausleben konnte. So fand ich Twitter wieder. Dort konnte ich schreiben, nachdenken, aber auch Quatsch machen und das in kleinen Häppchen zwischendurch.

Diese Möglichkeit und die gelebte Herzlichkeit meiner Frau haben dazu geführt, dass ich mir keine Gedanken um Schubladen und Zwänge gemacht habe. Für viele von Euch wahrscheinlich selbstverständlich, für viele andere von Euch aber auch undenkbar. Wie immer gehen die Meinungen zu allem weit auseinander und überhaupt. Twitter ist da sein ganz eigener Ort und doch lässt sich vieles auch nach aussen übertragen.

Es macht mich jedenfalls zufrieden, dass es so bunt und chaotisch ist. Ständig was neues. Und so ganz anders als die braune Scheiße der Nazis und Rassisten und die ewig währenden Verschwörungsmythen, die sich lediglich immer mal wieder ein neues Gewand überstreifen.

Alles verändert sich ständig, entwickelt sich weiter. Meine Hoffnung liegt in einem bunten Miteinander, wo die ewig Gestrigen nur noch eine braune Bremsspur im Porzellan sind, die beständig weggespült wird. Mit diesem ästhetischen Bild möchte ich den Beitrag an dieser Stelle dann auch schließen.

Lasst doch nen Daumen nach oben da und abonniert meinen Ka..ach ne, dass war ja irgendwo anders.

Hier könnt ihr mir aber zumindest eure Meinung schreiben. Oder auch auf Twitter. Bis zum nächsten mal, ihr Eumel.

Kurz mal zwischendurch

Jetzt, da wir uns inmitten des letzten Quartals dieses völlig bekloppten Jahres befinden, juckt es mir mal wieder in den Fingern.

In der Welt passieren dieses Jahr wirklich enorm viele verrückte Dinge. Corona, Lockdown, Softlockdown, Homeschooling, Verschwörungsschwurbler / Aluhüte, jüngst die Anschläge in Frankreich und Österreich, sowie die US Präsidentschaftswahl mit einem gespaltenen, amerikanischen Volk. Irgendwie scheint nichts mehr einigermaßen rund zu laufen und ich persönlich habe das Gefühl, dass die Menschheit nicht nur immer mehr am Rad dreht, sondern dies auch in zunehmend schnellerer Geschwindigkeit.

Soziale Medien haben sich in den vergangenen Monaten immer schneller deutlich verändert. Instagram versucht sich die besten Features aus Snapchat und TikTok zusammen zu klauen, was ihnen anscheinend auch ganz gut gelingt. Facebook ist überwiegend ein Kriegsschauplatz für alle möglichen Befindlichkeiten geworden.

Und auf Twitter gibt es mehr und mehr verhärtete Fronten. Zoff gab es dort ja schon immer, aber die Gräben werden tiefer. Über Monate hinweg bestalken sich User aller möglichen „Bubbles“ gegenseitig und versuchen sich das Leben schwer zu machen. Da werden Vermutungen aufgestellt, Fakebilder hochgeladen, es wird versucht möglichst viele Leute auf seine eigene, „richtige“ Seite zu ziehen.

Hier sehe ich im Verhalten durchaus Parallelen zum US Wahlkampf oder den Aluhutschwurblern. Wie im Kleinen, so im Großen. Dabei gibt es keine „Bubbles“. Es gibt auch kein „Schmunzeltwitter“ oder „Hurentwitter“ oderoderoder.

Das alles sind nicht genau definierbare Schubladen. Kategorien, um Menschen in bestimmte Bereiche einzuordnen und Sippenhaft zu betreiben.

Innerhalb der „Bubbles“ gibt es etliche Überschneidungen von Usern, die sich untereinander folgen, obwohl sie per Definition ihrer „Bubbles“ genaugenommen gar nicht zueinander passen dürften.

Dieser Druck oder Zwang – oder wie immer man es auch nennen mag – der einen oder anderen Bubble anzugehören und dann alle anderen zu negieren und zu bekämpfen finde ich persönlich dumm und eindimensional. Wer so viel Energie in einen Kampf auf einem sozialen Netzwerk gegen Menschen steckt, die er meist nicht mal persönlich kennt, muss irgendein großes Problem mit sich selbst haben. Oder aber sehr viel Langeweile. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, gegen ein selbst erschaffenes Feindbild.

„Jeder kann sich sein Twitter ja machen wie er/sie/es will.“

Das stimmt. Ich versuche es möglichst offen zu halten und wenig zu blocken. Manchmal lernt man einen Account erst nach einer Weile richtig zu lesen und merkt, so verkehrt ist er/sie/es gar nicht.

Mauern zu bauen bzw in diesem Fall zu blocken ist für mich der allerletzte Schritt. Es ist letztendlich auch nichts anderes, als eine digitale Mauer zu bauen und jemanden auszusperren. Und wenn man dies tut sollte man es damit auch gut sein lassen. Blocken und dann rumlästern und hetzen und dem anderen die Möglichkeit zu nehmen Stellung zu beziehen ist feige und kindisch. Aber auch das kommt ja immer wieder zur Genüge an allen möglichen Stellen vor.

Ab davon durfte ich aber eine ganze Reihe Menschen von Twitter in den letzten Monaten besser kennen lernen, zum Teil sogar persönlich, was ich mir bis dato gar nicht vorstellen konnte. Und es war durchweg positiv. Hier bekam die Bezeichnung „soziales Netzwerk“ wieder seinen eigentlichen Wortsinn zurück.

Wenn ihr diesen Beitrag hier lest möchte ich euch zu etwas mehr Offenheit und auch Gelassenheit ermuntern. Im Umgang miteinander, egal ob im Real Life, auf Twitter oder sonst wo. Selbstverständlich gelingt das nicht immer, da nehme ich mich auch nicht aus.

Es muss ja auch nicht die 180 Grad Wende sein, nur hier und da einfach mal etwas anders machen, kleine Schritte gehen. Einmal mehr nachdenken und auch die eigene Meinung zu hinterfragen dauert oft nur einen Augenblick und tut nicht weh. Möglicherweise ist es sogar eine Chance eine neue, gute Erfahrung zu machen.

Nun, eigentlich sollte dieser Beitrag in eine ganz andere und auch persönlichere Richtung gehen. Und eigentlich sollte man das Wort eigentlich nicht allzu oft benutzen.

Scheint also noch nicht der richtige Zeitpunkt dafür zu sein und muss dann in einem der nächsten Beiträge abgehandelt werden.

Bis dahin bleibt gesund und passt auf Euch auf, ihr Eumel.

Ein paar weitere Gedanken

Dieser Beitrag knüpft direkt an diesen Beitrag vom 30.05. an. Wenn du also den kompletten Zusammenhang erfahren möchtest solltest du dort anfangen zu lesen. Ansonsten geht es nun hier direkt weiter.

Seit heute weiß ich, dass er nicht mehr durch die Tür kommen und einen guten Morgen wünschen wird. Gestern starb er.

Hoffnungen und Wünsche sind Illusionen die, wenn das Erhoffte denn Eintritt, eine verstärkende Wirkung auf das Glücksempfinden haben. Tritt das Erhoffte jedoch nicht ein kommt die Desillusionierung und Enttäuschung ins Spiel. Trauer. Traurigkeit.

Obgleich ich immer mit der Möglichkeit gerechnet habe, dass es nicht gut ausgeht, so war ich doch im Moment, als ich die Nachricht bekommen habe geschockt. Wir haben gute 10 Jahre zusammen gearbeitet. Er hat die Trennung von meiner ersten Frau miterlebt und mir auf der Arbeit in der Zeit oftmals meinen Arsch aus der Schusslinie gehalten. Wir haben oft geplant mal gemeinsam zu seinem Lieblingsgriechen Essen zu gehen und es nie umgesetzt. Irgendwas kam immer dazwischen. Bei ihm, bei mir, im Leben. Und auch wenn wir privat nichts miteinander unternommen haben baute sich eine Art kumpelhaftes Verhältnis auf. Wir haben diskutiert, gelacht und auch gestritten und waren in mancherlei Dingen nicht einer Meinung.

Und auch wenn es Ärger gab, so waren wir am Ende doch immer wieder auf einem gemeinsamen Nenner. Er sagte mir, dass er nicht verstehen könne, wie ich immer so ruhig bleibe. Ich sagte ihm er solle sich nicht so aufregen.

Er war bei unseren letzten Gesprächen immer so voll Optimismus und plante seine Zukunft nach der Therapie, dass es für mich fast selbstverständlich war, dass er irgendwann wiederkommt. Hier müssen seine Frau und Familie ganze Motivationsarbeit geleistet und ihn mit großer Kraft unterstützt haben. Davor habe ich großen Respekt.

Nach dem ersten Schock setzen die Gedanken ein. Ich frage mich das große „warum“. Was ist falsch gelaufen? Hat er besonders ungesund gelebt, haben die Ärzte etwas falsch gemacht und was kann ich selber tun um so etwas entgegen zu wirken?

Meiner Meinung nach gibt es kein Patentrezept auf das Leben und das Sterben. Er hatte das Rauchen bereits vor der Diagnose aufgegeben und auch keinen Lungenkrebs. Meine Großmutter ist mit Bier und Zigaretten doppelt so alt geworden wie er. Fast 100. Es gibt so viele Menschen die gesund Leben und krank werden und es gibt so viele Menschen die ungesund Leben und alt werden. Versteht mich nicht falsch, ich denke nicht, dass es scheißegal ist wie man sich ernährt und sein Leben gestaltet.

Letztendlich ist aber der Gedanke, dass wir unser Leben vollends in der Hand haben, auch nur eine Illusion. Wir können ein paar Feineinstellungen vornehmen und somit eine grobe Richtung vorgeben. Wohin das ganze aber führt und wann es endet liegt nicht in unserer Hand.

Eigentlich können wir nur über das hier und jetzt bestimmen. Und das auch nicht in vollem Umfang. Und allzu oft sind wir nicht im hier und jetzt. Wir sind beim nächsten Meeting, beim nächsten Urlaub, bei der letzten Grillparty oder sonst wo. Gedanklich springen wir ständig in der Vergangenheit oder Zukunft rum, während der gelebte Moment vergeht ohne zu wissen, wie lange wir noch die Möglichkeit haben, diese bewussten Momente wahrzunehmen.

Solcherlei Gedanken kommen mir immer wieder bei Todesfällen. Und ich nehme mir vor bewusster, gesünder und mehr in der Gegenwart zu leben. Und ein paar Tage später stecke ich voll im Alltag und bin schon wieder ganz woanders mit meinen Gedanken. Geht es uns nicht allen so? Mal mehr, mal weniger? Vielleicht ist das ja auch so ein biologischer Trick unseres Gehirns? Ich weiß es nicht.

Je älter ich werde, desto mehr bin ich bemüht die Vergangenheit ruhen zu lassen und nicht so viel über die Zukunft nachzudenken. Achtsamer und bewusster zu sein. Die Hoffnungen und Wünsche, die ich für meinen Kollegen hatte möchte ich aber erhalten und nun an seine Familie und Hinterbliebenen weitergeben. Das sie die Kraft haben, diese schwere Zeit gemeinsam durchzustehen und die Möglichkeit haben werden wieder in die Normalität zurückzufinden.

Lasst und die gegebene Zeit bestmöglich nutzen und auch genießen.

Vielen Dank

Manche Sachen entwickeln sich langsam und stetig, ohne dass man sich ausmalt, wohin das führt.

Seit ein paar Monaten kümmert sich nun meine Frau um Katzenfindelkinder. In erster Linie erhalten wir viel positives Feedback und haben auch schon einige Neubesitzer mit unseren Zöglingen glücklich gemacht.

Wo Licht ist, ist natürlich auch immer Schatten. Und da gibt es die Trolle und Besserwisser, die uns erklären wollen, wie das Leben läuft.

Einer der Kritikpunkte war zum Beispiel, dass sich nichts ändert, solange man die Elterntiere nicht einfängt und kastriert. Das ist natürlich korrekt. Und auch hier hat meine Frau sich eingesetzt und es gibt auch entsprechende Projekte hierfür.

Nichtsdestotrotz gibt es aber nunmal die ganzen kleinen Katzen. Und sie sterben zu lassen, weil das ja natürliche Selektion (Kommentar auf Twitter) ist, empfinden wir grundsätzlich als falsch. Nichts an dieser Selektion ist natürlich. Es ist ein Menschen gemachtes Problem. Die Tiere werden ausgesetzt und verwildern, bekommen Nachwuchs, werden von Anwohnern gefüttert, weil sie ja so niedlich sind und so schließt sich der Kreis.

Es ist leider mal wieder der Mensch als Ursache und wir haben uns dazu entschieden auf unsere Weise etwas für das Wohl der Vierbeiner zu tun.

Ich habe mich bei Twitter bewusst zurückgehalten, was den Spendenaufruf meiner Frau anging. Einfach weil die bittere Realität gezeitigt hat, dass selbst bei so einem Projekt Trolle aus ihren Löchern kommen, die ganz genau wissen, dass man böses im Schilde führt und sich ja nur bereichert. Diesen Leuten will ich hier aber keinen weiteren Platz einräumen, sondern danke sagen.

Danke an alle die, die unseren Zwergen ein neues zu Hause bieten, danke an die, die uns Sachspenden zukommen lassen haben und auch danke an die, die uns auf Betterplace finanziell geholfen haben. Ihr seid toll. Dank Eurer Unterstützung ist es möglich, eine ganze Spur sorgenfreier die Arztbesuche abzuwickeln und die Näpfe aufzufüllen und die Katzenklos zu entleeren.

Ich möchte aber auch meiner Frau danken. Sie managed das ganze mit einer immensen Kraft und einer großen Portion Liebe. Und die Unterstützung unserer Kinder dabei möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Last but not least danke ich unseren Hunden, die in den kleinen Kätzchen Freunde sehen und kein Futter.

In Gedankengängen

Seit Jahren ist ein immer wiederkehrendes Element in meinen Träumen ein Haus. Es ist „unser“ Haus, aber nicht wie es in der Realität ist.

Im Traum ist dieses Haus anders. Anfangs war es sehr groß und dunkel und hatte oftmals baufällige, mitunter gefährliche Bereiche, um die ich mich ständig kümmern musste. Rohrbrüche, offene Leitungen, ein kaputter Fußboden oder ein riesiger dunkler Keller.

Gestern Nacht waren wieder einmal auch Spinnen Thema.

Nachdem ich schon diverse Male träumte, von Spinnen gebissen worden zu sein musste ich in diesem Traum mal wieder in den Keller hinunter.

Ich betrat barfuß einen Raum mit vielen Rohren, alten Schaltkästen und Zentimeter dicken Spinnenweben; auf und unter ihnen krabbelten diese großen, schwarzen Erkerspinnen. Eine davon lief auf meinen nackten Fuß zu, fast hüpfend.

Irgendwie erreichte ich einen Neuanbau des Kellers. Dieser war sauber, hell und weiß gekachelt. In dem Neuanbau waren meine Frau und andere Personen und ich sagte ihnen, dass wir da was tun müssen, dass ich es nicht ertrage, wenn alle diese Spinnen in meinem Haus sind.

Jemand sagte, ich müsse wieder nach oben, aber durch den Raum zurück, nicht über den neuen, sauberen Anbau.

Mir graute davor, aber ich ging automatisch los, konnte nicht anders.

Als ich den Raum wieder betrat, war er frei von Spinnen und Spinnenweben. Nur ein kleines Netz konnte ich noch an der Wand erkennen und es beunruhigte mich nicht mehr.

Der Raum war ohne Zweifel alt, aber sauber und „rein“.

Eine Stimme sagte mir dann, dass sich jemand von der „Qualitätskontrolle“ schon darum gekümmert hat.

Nun hat also das alte, baufällige Haus einen sauberen Keller und sogar einen neuen, modernen Anbau, der hell ausgeleuchtet und sicher ist.

Unser echtes Haus gefällt mir aber immer noch besser und manchmal wünschte ich mir, dass es weniger düstere Träume gäbe, an die ich mich auch erinnern kann.