Vielen Dank

Manche Sachen entwickeln sich langsam und stetig, ohne dass man sich ausmalt, wohin das führt.

Seit ein paar Monaten kümmert sich nun meine Frau um Katzenfindelkinder. In erster Linie erhalten wir viel positives Feedback und haben auch schon einige Neubesitzer mit unseren Zöglingen glücklich gemacht.

Wo Licht ist, ist natürlich auch immer Schatten. Und da gibt es die Trolle und Besserwisser, die uns erklären wollen, wie das Leben läuft.

Einer der Kritikpunkte war zum Beispiel, dass sich nichts ändert, solange man die Elterntiere nicht einfängt und kastriert. Das ist natürlich korrekt. Und auch hier hat meine Frau sich eingesetzt und es gibt auch entsprechende Projekte hierfür.

Nichtsdestotrotz gibt es aber nunmal die ganzen kleinen Katzen. Und sie sterben zu lassen, weil das ja natürliche Selektion (Kommentar auf Twitter) ist, empfinden wir grundsätzlich als falsch. Nichts an dieser Selektion ist natürlich. Es ist ein Menschen gemachtes Problem. Die Tiere werden ausgesetzt und verwildern, bekommen Nachwuchs, werden von Anwohnern gefüttert, weil sie ja so niedlich sind und so schließt sich der Kreis.

Es ist leider mal wieder der Mensch als Ursache und wir haben uns dazu entschieden auf unsere Weise etwas für das Wohl der Vierbeiner zu tun.

Ich habe mich bei Twitter bewusst zurückgehalten, was den Spendenaufruf meiner Frau anging. Einfach weil die bittere Realität gezeitigt hat, dass selbst bei so einem Projekt Trolle aus ihren Löchern kommen, die ganz genau wissen, dass man böses im Schilde führt und sich ja nur bereichert. Diesen Leuten will ich hier aber keinen weiteren Platz einräumen, sondern danke sagen.

Danke an alle die, die unseren Zwergen ein neues zu Hause bieten, danke an die, die uns Sachspenden zukommen lassen haben und auch danke an die, die uns auf Betterplace finanziell geholfen haben. Ihr seid toll. Dank Eurer Unterstützung ist es möglich, eine ganze Spur sorgenfreier die Arztbesuche abzuwickeln und die Näpfe aufzufüllen und die Katzenklos zu entleeren.

Ich möchte aber auch meiner Frau danken. Sie managed das ganze mit einer immensen Kraft und einer großen Portion Liebe. Und die Unterstützung unserer Kinder dabei möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Last but not least danke ich unseren Hunden, die in den kleinen Kätzchen Freunde sehen und kein Futter.

Auf Safari mit Lord und Lady

Es ist ein warmer Junitag. Der Lord und seine Lady (ebenfalls zu finden auf Twitter als @tinker_just) schleichen durch das Unterholz des Stadtdschungels. Wir befinden uns an einem Hotspot. Unterholz knackt unter unseren Füßen. Verdammt, es ist kaum möglich, sich unbemerkt fortzubewegen.
Für einen Moment ist die Stille jedoch greifbar, dann ein lauter, tierischer Aufschrei und die Stimme der Lady. „Zähne hat es schon. Und beißen kann es auch“.
Sie hat eins erwischt und sie wurde von einem erwischt. Es wird in den Transportkäfig verfrachtet.

Wir befinden uns an einer Stelle unserer Stadt, wo wilde Katzen leben. Bei uns im Ort besteht keine Markierungs- und Kastrationspflicht für diese Tiere. Weshalb sie sich unkontrolliert vermehren. Das Problem ist bekannt, einen Plan gibt es bisher noch nicht. Meine Frau setzt sich dafür ein, dass dies geändert wird.
Die Sterblichkeitsrate ist hier hoch. Es befinden sich frequentierte Straßen und eine Bahnlinie in der Nähe. Zusätzlich stehen die Chancen aufgrund der Witterung und mangelnder Ernährung schlecht für diese Tiere.

Nach Rücksprache mit dem Tierschutz ist es sinnvoll die kleinen Kätzchen ab einem gewissen Alter einzufangen. Sie werden dann geimpft und kastriert. Und im besten Fall weitervermittelt. Die Eltern dagegen sollte man nicht einfangen, da der Nachwuchs sonst keine Chancen mehr hat.

Ich möchte hier auch nicht über Sinn und Unsinn und Alternativen diskutieren. Uns persönlich ist es einfach ein Anliegen in so einer Situation aktiv zu werden und möglichst vielen Tieren so die Chance auf ein gutes Leben zu geben. Und natürlich langfristig dafür zu sorgen, dass sich die Anzahl wilder Tiere dauerhaft reduzieren lässt.

Mit dem kleinen Mädel, welches meine Frau eingefangen hat war ich heute beim Tierarzt. Sie ist wohlauf, quicklebendig und hat auch schon einen Interessenten.

Und falls du dich für Katzen interessierst und dir vielleicht auch eine zulegen möchtest ziehe doch zumindest in Erwägung, dass es eine aus dem Tierschutz sein könnte und nicht unbedingt vom Züchter. Bestimmt gibt es auch in Deiner Nähe kleine Tiger, deren Chancen unter Umständen nicht so gut stehen.