2025 komprimiert

Dezember 2025. Nun kommen sie wieder, die Jahresrückblicke. Und meine Fresse, habt ihr nicht auch das Gefühl, es wir jedes Jahr absurder?

Das tatsächliche Leben hat Science Fiction und Satire in vielen Bereichen schon überrundet und beim Blick in die Nachrichten möchte man sich manchmal ungläubig die Augen reiben.

Ich möchte wieder mehr schreiben. Also dachte ich mir, ich nehme das Jahrsende mal als Gelegenheit dazu und blicke persönlich darauf zurück. Also auf das, was bei mir los war, weniger auf das, was das Weltgeschehen so mit sich gebracht hat.

Ich habe aktuell erst gehört, dass Triggerwarnungen eher kontraproduktiv sind und allein das Aussprechen einer solchen ebenfalls schon dafür sorgen kann, dass eine Person u. U. in eine negative Gedankenkette rutscht.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle anbringen, dass auch das Thema Tod hier behandelt werden wird. Zwei mal.

Im Februar waren wir auf einer ziemlich großen Demo gegen rechts in unserer Heimatstadt. Hierzu hatte meine Frau eigens selbst entworfene Fahnen geplottert.

Ab April begann dann der Umbau der Küche. Aufgrund der MECFS Erkrankung von Lovis sind einige Anpassungen nötig, um ihr das Leben etwas zu erleichtern.

2024 war es das Badezimmer mit einer Badewanne mit Einstieg, dieses Jahr nun eine Küche, bei der die Elektrogeräte erhöht angebracht sind und alle wichtigen Dinge auch notfalls im Sitzen von einem Rollstuhl aus zu erreichen sind. Wir hatten hier noch das Glück von einem Förderprogramm profitieren zu dürfen, welches aus Einsparungsgründen schon wieder abgeschafft werden soll.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Alle Sachen aus der Küche raus und in Kartons verpackt und die alten Möbel wurden zersägt und auf den Wertstoffhof gebracht. In der neuen Küche  brauchten wir mehr Steckdosen, also musste ich hier auch Schlitze in die Wände stemmen und Leitungen verlegen. Der Zeitplan wurde etwas durcheinandergebracht, als ich beim Schlitze ziehen eine unglücklich verlegt Wasserleitung traf (ist ein altes Haus).

Letztendlich war es aber wie in einem Disneyfilm – am Ende wurde alles gut.

Im Mai hatte unsere Tochter ihre Konfirmation. Ich persönlich habs ja nicht so mit Kirche aber es gab im Anschluss gutes Essen. Und wir hatten uns natürlich alle hübsch zurecht gemacht.

Im Juli war ich mit meinen Kumpels auf Schalke zum Iron Maiden Konzert. Ich muss zugeben, dass mich Maiden in meiner Jugend überhaupt nicht tangiert hat. Eigentlich schade, denn was die Band live abliefert ist echt der helle Wahnsinn. Hinterher haben wir noch im Cafe Nord in Hessen Aftershow Party gemacht.

Nur wenige Tage nach dem Konzert habe ich mir das erste Glied des linken kleinen Fingers beim Umbau in der Katzen-Quarantäne geschreddert. Das war ziemlich beschissen und ein langwieriger Heilungsprozess.

Aber der Chirurg hat gute Arbeit geleistet. Auf den ersten Blick sieht man heute kaum noch etwas davon, allerdings ist der betroffene Teil des Fingers an einer Stelle Taub und an anderer Stelle überempfindlich, was insgesamt manchmal nervig sein kann.

Außerdem ist im Juli unsere Hündin Risa verstorben. Sie war krank und alt und wir haben es kommen sehen und dennoch bricht so etwas einem immer ein bisschen das Herz.

Sie ist zu Hause gestorben und wir waren bei ihr und haben sie im Arm gehalten.

Wenn ihr ihr Haustiere habt begleitet sie in solchen Momenten. Unsere TÄ hat immer wieder TierbesitzerInnen, die ihre Tiere zum einschläfern bringen und dann nicht mal dabei bleiben. Macht sowas nicht. Begleitet euer Tier bis zum Ende. Es hat euch auch sein Leben lang begleitet.

Im August sollte es eigentlich aufs Wacken gehen. Das erste mal nach über 10 Jahren. Wurde dann aber nichts. Zum einen war immer noch der Finger Matsch und zum anderen hatte mein Freund seine Teilnahme abgesagt und ich fand dann kurzfristig keinen neuen Anschluss mehr. Die Situation hat mich schon ziemlich traurig gemacht, aber was willste machen? Es läuft nicht immer wie geplant oder gewünscht und das Leben hält nicht nur schöne Überraschungen bereit.

Dafür ist mein Ältester 18 geworden und wir hatten eine wirklich schöne Geburtstagsfeier mit ihm verbringen dürfen.

Am 1. September erhielt ich vormittags einen Anruf meiner Mutter. Mein Vater hatte das Haus seit Monaten nicht mehr weiter als bis in den Garten verlassen. Er war nicht zur Konfirmation unserer Tochter gekommen und auch nicht zum 18. Geburtstags meines Ältesten. Ihm ging es gesundheitlich nicht gut. Und ihm ging es psychisch nicht gut. Das war seit jeher schwierig mit ihm. Ärzte sahen ihn nur, wenn gar nichts mehr ging, oftmals versuchte er Krankheiten auszusitzen oder selber daran rumzudoktern. Legendär, als er sich mal den Fuß brach und versuchte diesen Umstand mit Bepanthen Wundgel zu kurieren.

Oder als er sich selbst einen Backenzahn zog. Meine Mutter hatte es nicht leicht mit ihm. Wir haben so oft mit ihm gesprochen. Wir haben uns nach Kräften bemüht und ihn immer wieder ermutigt, dass er auch mit seinen seelischen Sorgen einen Therapeuten aufsuchen möge. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe dieses Jahr selber meine zweite Therapie aufgrund von Depressionen hinter mich gebracht. Es gibt Parallelen zwischen mir und meinem Vater und ich gehe stark davon aus, dass ich diesen Teil von ihm vererbt bekommen habe.

An diesem 1. September 2025 ist mein Vater mit meiner Mutter aufgestanden, um ihr Brote für die Arbeit zu machen. Er gab ihr wie immer einen Abschiedskuss. Als meine Mutter aus dem Haus war legte er seine Armbanduhr ab und auf den Küchentisch. Er zog seine schwarze Allwetterjacke und schwarze Turnschuhe an. Seine Trainingshose war ebenfalls schwarz. Es war früh morgens, noch recht dunkel und so hatte ihn auch niemand wahrgenommen, als er dunkel gekleidet durchs Dorf ging. Kein Schlüssel, kein Portemonnaie, seine Armbanduhr (die er sonst auch zum Schlafen nicht abnahm) auf dem Küchentisch.

Als meine Mutter mich anrief weinte sie, weil er weg war und sie ihn nicht finden konnte. Sie ist früher von der Arbeit, weil der vormittägliche Anruf, der sonst kam ausblieb und sie ein ungutes Gefühl hatte, weil er auch auf ihre Anrufe nicht reagierte.

Wir schalteten eine Vermisstenanzeige in sozialen Medien und Whatsapp und verständigten die Polizei. Suchten alles ab. Ich fuhr wichtige Orte von früher ab. Als ich zu meiner Mutter zurück fuhr (bei der meine Frau war) nahm die Polizei gerade Daten auf. Als es wenige Zeit später erneut klingelte und die Beamten den Hausflur hochkamen erkannte man es schon an ihren Gesichtern.

Man hatte meinen Vater aus der Weser gezogen, 12 km weiter flussabwärts in der nächsten großen Stadt an einer Pumpstation.

Mein Vater hat sein Leben selbst beendet. Ich werde hier nicht noch tiefer ins Detail gehen, aber das war ohne Frage eines der einschneidendsten und prägendsten Ereignisse meines bisherigen Lebens.

Diesen 1. September und die daraus resultierenden Ereignisse, Tage und Wochen werde ich lange in mir tragen und gewissermaßen ist dies auch eine Weichenstellung gewesen, wie es für mich in meinem Leben weiter geht.

Im Oktober dann die Geburtstage unserer Jüngsten und des Mittleren, der ebenfalls volljährig wurde und nun schon einen Führerschein und einen Nebenjob hat. Fast wie so ein richtiger Erwachsener.

Ich fühle mich manchmal echt alt. Was hat Torsten Sträter mal gesagt? Bald wächst mir ne Cordhose und ein Spazierstock.

Anfang November ist dann Alma bei uns eingezogen Sie ist ein 4 Monate altes Labrador Retriever Mädchen und eine Frischzellenkur für unseren H1 Suerte. Sie bringt ordentlich Leben ins Haus. Meine erste Reaktion nach Risas Tod war, dass ich keinen weiteren Hund mehr haben möchte. Dann haben sich einige Gespräche ergeben und meine Meinung auch ziemlich schnell geändert und ich bin 100% glücklich, dass es nun so ist wie es ist.

Natürlich sind die #nordstadtkatzen auch „nebenher“ weiter gelaufen, aber dies könnt ihr bei Lovis ja viel besser direkt verfolgen. Aber auch diesbezüglich wird sich einiges ändern.

Nach 10 Jahren haben wir uns aus diversen Gründen entschieden deutlich herunterzufahren. Twitter / X ist mittlerweile eine Jauchegrube, Punkt. So sehr mir diese Plattform auch am Herzen liegt kann man da  nichts mehr schön reden. Seit Elons Übernahme verkommt dieses ehemals so sympathische und lustige Netzwerk immer mehr zu einer Bot- und Trollschleuder, auf der Falschnachrichten propagandaartig unter die Nutzer gerotzt werden.

Nach amerikanischen Verständnis ist Redefreiheit gleichbedeutend mit „Wer am lautesten schreit und den meisten Einfluss hat, hat auch automatisch recht“.

Um echte Fakten, wissenschaftliche Evidenz und belegbare Quellengeht es dabei schon lange nicht mehr.

Deswegen gab es eine wahre Abwanderungsflut von Nutzern. Twitter war die stärkste Basis und meist frequentierte Anlaufstelle für die #nordstadtkatzen. Wir haben dort eine große Bubble, die zu regelmäßigen Aktionen, bisher 2 Nordstadtkatzen-Treffen und einigen Freundschaften geführt hat. Es gab mal regelmäßige Spaces. Der Trend auf Twitter ist aber stark rückläufig. Nach wie vor sind dort noch einige liebe Menschen aber die Interaktionen und auch das „gesehen werden“ lässt nach (was viel auch mit dem Algorithmus zu tun hat). Gleichzeitig wächst aber auch Missgunst und es wird immer schwieriger mit Leuten zu diskutieren oder zu kommunizieren.

Es gab in den vergangenen Jahren einiges an Bedrohungen, Unterstellungen, Hassnachrichten und Diskreditierungsversuche. Tierschutz ist ein heißes Pflaster und das größte Problem dort sind die – Überraschung! – Menschen.

Ein ganz entscheidender Grund ist auch, dass meine Frau Lovis sich nun auch nochmal verstärkt um ihre Gesundheit kümmern muss. Die MECFS begleitet sie nun schon ein paar Jahre und wer sich schonmal mit dem Thema befasst hat, der weiß, dass der Umgang mit dieser Krankheit nicht einfach ist. Um den Verlauf möglichst positiv zu beeinflussen sind starke Einschränkungen im Alltag nötig. Behördliche oder auch Arzttermine können dafür sorgen, dass sie danach für mehrere Tage ausfällt. Diejenigen von Euch, die die Spaces mitverfolgt haben, haben gemerkt, dass die Abstände größer wurden und das sie manchmal auch eher aufhören musste als sie eigentlich wollte, weil es zu viel Energie gesaugt hat.

Das Thema Geld möchte ich hier nur kurz anreißen, aber auch dieser leidige Punkt ist natürlich nicht wegzuwischen. Mit den abgewanderten und inaktiven Followern und der fehlenden Reichweite ist es schlicht nicht möglich auf dem Level zu agieren, wie wir es bisher taten. Das Projekt hatte einen ungemeinen Zulauf und eine große Unterstützung erfahren, wofür wir sehr dankbar sind und was vieles für die Tiere möglich gemacht hat.

Nun scheint aber nach dem Gipfel eine Talfahrt zu folgen. Zudem haben viele Menschen derzeit sowieso ganz anders mit ihrem Geld zu haushalten, dass wissen wir selber natürlich auch nur zu gut.

Finanzen privat und aus der Initiative waren seit jeher strikt getrennt und durch die Initiative durch Dritte „überwacht“.

Wir mussten nun aber aus Gründen auch privat eine größere Summe zwischenfinanzieren. Das können wir aber auf Dauer nicht immer wieder tun, ohne uns selber zu schaden.

Ich bin Alleinverdiener, wir haben Haus und Kinder, meine Frau muss kürzer treten und somit haben wir neben dem Tierschutz auch so eine Menge Verantwortung zu stemmen.

Wie sich die #nordstadtkatzen dabei aufstellen und ob und wie sie dauerhaft weiter bestehen wird die Zukunft zeigen.  

Was bleibt rückblickend zu sagen? Das war ein forderndes und anstrengendes Jahr für mich und uns. Ich werde mich weiter mit dem Tod meines Vaters auseinandersetzen müssen, die MECFS wird uns auch noch weiter begleiten. Das nächste Jahr wird mehr Zeit mit meiner Mutter, mehr Zeit mit der Familie und weniger Zeit mit den Nordstadtkatzen. Und wohl auch mehr Zeit mit meinem DIY Tonstudio und den Zeichenutensilien.

Und Baustellen wird es wohl auch wieder geben. Allerdings dann diesmal gerne ohne den Körper ernsthaft in Mitleidenschaft zu ziehen.

Ich geb jedenfalls mein Bestes.

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit und schöne Feiertage, sollten wir uns hier vorher nicht mehr lesen. Und einen guten Start ins neue Jahr.

Kuckuck, ihr Eumels

Mein Leben ist ja recht turbulent und ich denke ganz oft „Ja geil, das ist perfekt für den Blog oder als kurzes Video bei TikTok“ und dann bin ich auch schon drüber weg. Heute mal nicht und somit entstand hier dieser Text:

Ich war u. a. bei Torsten Sträter in Hildesheim und bei AC/DC in Gelsenkirchen, bin aus der Partei DIE PARTEI ausgetreten, da ich dort vieles nicht mehr witzig fand und einen anderen politischen Weg einschlagen will, der vielleicht auch etwas ernsthafter ist. Bei den #nordstadtkatzen wollten wir eigentlich etwas zurückfahren, allerdings haben wir da jüngst gerade eine Mega-Kastrationsaktion durchgeführt, für die man sich an uns gewandt hatte. Leider konnte ein Teil der Tiere nicht kastriert werden da trächtig und – nunja – so ändern sich dann die ursprünglich gefassten Pläne wieder einmal. Wir planen etwas und das Leben winkt Tränen lachend ab – „Wartet mal, ich hab da was viiiel besseres für euch“.

In Haus und Garten habe ich einige bauliche Veränderungen, oder besser gesagt Modernisierungen und Reparaturen durchgeführt. Dafür hatte ich die Zeit des Sommerurlaubs genutzt, weil wenn man arbeitet kommt man ja zu nix, gell? Ganz aktuell bin ich an der Gründung eines neuen Vereins beteiligt. Ist noch zu früh für konkrete Werbetrommelei aber es sei so viel verraten, dass es darum geht unsere an sich doch schöne Stadt kultureller wieder stärker zu beleben.

In meinem Kopf schwirren noch so ein paar weitere Sachen. In den letzten Wochen drängt sich wieder mein Ambient/Noise Projekt mit Nachhaltigkeit in meinen Kopf und es braut sich da langsam etwas zusammen. Ich bin auch immer noch nicht von der Idee weg mal live ein paar alte Nintendo Games zu streamen. Vielleicht ist das mal was für den Herbst. Ich würde auch gern mal für die #nordstadtkatzen live gehen oder ein paar Videos bei TikTok und Co. hochladen. Des Weiteren warten in der Werkstatt noch einige Projekte und wir machen auch die Beetumrandungen im Garten nebenher neu. Vermutlich müsste ich mal eine Sache konkret auswählen von den tausenden, die mein Hirn fluten, und diese dann konsequent umsetzen. Leider fällts mir zum einen sehr schwer meine Interessen zu priorisieren und zum anderen hat so ein Tag auch leider nur 24 Stunden.

Wenn also jemand von Euch ne Idee hat wie man ohne Lohnarbeit und ohne kriminell zu werden finanzielle Unabhängigkeit erreicht immer her mit den Ideen. Gibt’s da eventuell ne Nische für bärtige, kräftige Männer bei OnlyFans? Ich könnte mich mit Barbecue-Sauce einreiben oder so… okay, lassen wir das.

Bevor es ganz komisch wird beende ich dann diesen kurzen Beitrag erstmal. Fühlt sich gut an mal wieder ein paar Zeilen rausgehauen zu haben.

Also Küsschen aufs Nüsschen, bleibt lieb und gebt Nazis keine Chance.

Bis zum nächsten mal.

Ein paar spontane Gedanken

Wow, beim Aufrufen der Website ist mir aufgefallen, dass mein letzter Eintrag schon wieder 4 Monate her ist. Krasse Sache. Seitdem ist einiges passiert. Ich plane schon seit längerem, diese Website und den Blog zu überarbeiten. Ich habe eine grobe Vorstellung und es wird nichts großartiges, aber vielleicht einfach etwas zeitgemäßer und „passender“, was immer das nun auch heißen mag.

Der Sommerurlaub ist längst Vergangenheit, in München säuft man sich mal gerade wieder die Hucke voll und demnächst ist dann halt schon wieder Weihnachten und Jahreswechsel. Die Zeit rast unerbittlich. Als junger Mensch will man nichts davon hören und später wird einem immer bewusster wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt. Also… hab ich gehört.

Baulich ist ein bisschen was passiert. Die Abflussrinne für das Außengehege/Terasse ist fertig. Das Vordach ist repariert und nun auch heller und einladender. Neuer Fußboden im mittleren Stock und obersten Stock ist verlegt. Ein neuer Waschtisch in der oberen Toilette eingebaut und die Gästetoilette ist komplett renoviert.

Weitere Maßnahmen stehen natürlich noch an, schließlich ist man nie fertig. Bei allem, was die #nordstadtkatzen betrifft hält Euch meine liebe Frau auf dem Laufenden.

X/Twitter wird immer seltsamer und ein nicht unbeträchtlicher Teil ist schon zu Bluesky abgewandert und dort aktiver als auf Twitter. Manch einer hat sich schon komplett gelöscht. Nun, ich persönlich werde Elmos Trümmerbude beiwohnen bis er den Spaß dran verliert oder sie untergeht. Auf Bluesky findet ihr mich aber natürlich auch.

Genauso wie auf Instagram. Ich mag Insta eigentlich ganz gerne, war aber mal wieder lange eher passiv unterwegs. Das soll sich jetzt wieder ein bisschen ändern. Ich werde versuchen dort regelmäßiger hochzuladen, gerade weil ich mittlerweile auch Mengen an Bildern und Projekte angesammelt habe wo es schade wäre diese nicht mit der Welt zu teilen 😀

Ich plane diesbezüglich auch mehr Veröffentlichungen unter unserem Künstlerkollektiv FUWUWU und es sollen Kunstdrucke entstehen sowie handgemachte Einzelstücke. Diese werde ich dann zum Teil zugunsten der #nordstadtkatzen anbieten und zum Teil um laufende Kosten zu unterhalten, wie z. B. diese Website oder künstlerischen Bedarf.

Weiterhin aktualisiere ich in den letzten Tagen meinen Shop. Dort ist ne Menge altes Zeug rausgeflogen und mehrere neue dazugekommen und es werden auch noch weitere dazu kommen. Wer also noch bestimmte Aufkleber oder Shirts oderoderoder sichern will hat dazu noch etwas Gelegenheit, da ich das Sortiment aber überschaubar halten will werden auch immer mal wieder ein paar Sachen rausfliegen.

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass die AfD und sonstige Nazis scheiße sind, der menschengemachte Klimawandel Wirklichkeit ist und wir es jeden Tag in der Hand haben, ob wir Teil des Untergangs oder eines neuen Aufbruchs sein wollen.

Küsschen aufs Nüsschen und Tschüsseldorf, bis zum nächsten Mal.

1 x Mindfuck, aber reflektiert

Es gibt Phasen in meinem Leben, da fühle ich mich nicht mehr.

Ich fühle mich nicht lebendig und wie ein Statist im eigenen Leben.

Jeder Tag fühlt sich gleich an, mit den gleichen Abläufen, den gleichen Tätigkeiten.

Und je gleicher und grau sich alles anfühlt, desto anstrengender wird es.

Das Blatt bleibt weiß, die Instrumente stumm.  

Ich will so gerne, aber es geht nicht.

Müde und ausgelaugt warte ich dann einfach darauf schlafen gehen zu können.

Und habe dann die Gedanken an den nächsten Tag schon im Kopf.

Mit den gleichen Abläufen, den gleichen Tätigkeiten, der gleichen Struktur.

Und fürchte mich vor der Einheitlichkeit. Vor der Uniformität des Lebens.

Es fühlt sich an wie ein abhaken, ein abarbeiten von Alltäglichkeiten, die getan werden müssen.

Dann etwas schlafen, damit wieder Energie für die neuen, gleichen Aufgaben da ist.

Mit jedem Schlaf wird die Energie gefühlt weniger aufgefüllt.

Die Dinge die ich tun will stauen sich in meiner Unfähigkeit sie in diese vermeintlich fest vorgegebene Struktur an Abläufen einzubauen.

Atempausen gipfeln in einer weiteren, sinnlosen Runde Angry Birds.

Die Dinge die ich tun muss stauen sich gleichermaßen. So viel, was noch erledigt werden muss.

So wenig Energie, es ist ein Teufelskreis.

Ich mache Sache A, kommt Sache B dazwischen, bleiben Teile von Sache A unerledigt, weil ich mit C anfange oder es schon wieder Schlafenszeit ist.

Ich hasse den Schlaf und ich liebe ihn.

Ich hasse es durch den Flur zu laufen und dann dort die Kartons zu sehen, die ich schon vor 3 anderen Erledigungen zerschnitten und entsorgt haben wollte.

Ich habe eine diagnostizierte Anpassungsstörung und auch Depressionen.

Als Sahnehäubchen kommt eine Aversion gegen Regeln und Hierachien dazu.

Vor ein paar Monaten wurde die Dosis der Medis erhöht.

Dann geht es eine Weile. Das Grübeln hört auf.

Alles ist weniger und vieles egaler. Dann funktioniere ich wieder besser.

Und irgendwann frage ich mich dann wieder ob ich überhaupt in diese Welt passe.

Andere sind zufrieden, gehen auf in dem was sie sind und was sie tun.

Ich fühle mich, als müsse ich nun wieder Dinge abarbeiten von einer imaginären Liste von einer Endlosrolle.

Jeder Schlaf, jede abgehakte Aufgabe bringt mich näher ans Lebensende und mein Hirn mahnt mich,

dass ich bisher weder eine Geschichte oder ein Album veröffentlicht habe.

Ich bin ein Mensch, der stark auf audiovisuelle Reize reagiert. Bilder und Musik begleiten mich mein ganzes Leben.

Während andere Kinder Hörspiele gehört haben, habe ich die Rockplatten meiner Mutter zum Lego bauen gehört.

Durch die Kunst fühle ich und durch sie kann ich mich am besten ausdrücken.

Immer wieder erreiche ich diesen Punkt.

Diesmal ist es unaufgeregter, reflektierter. Ich bin mir meines Selbst und dem Zustand, in dem ich mich befinde bewusst.

Das ist Teil dieser Erkrankung aber auch Teil meines Erwachsenenlebens.

Je mehr Verantwortung, je mehr Arbeit, desto weniger Möglichkeiten im Nimmerland Unsinn zu treiben.

So ähnlich hieß mein erstes Musikprojekt: Niemandsland. Das ist nun über 20 Jahre her, war aber wohl die kreativ produktivste Zeit meines Lebens.

Ich glaube nicht an Karma, Schicksal, vorherbestimmtes Leben.

Was ich aber bemerkenswert finde ist, dass sowohl das Nimmerland mit Peter Pan (in der weniger tragischen Disney Variante)

und diese Unruhe in Bezug auf mich selbst und das Ausleben meiner Gedankenkonstrukte und Gefühle nicht nachlässt und

immer wieder mit Nachdruck mein Hirn massiert und mir in den Bauch boxt. Immer und immer wieder.

Um ein fest etabliertes, (aber nicht gutes) System zu durchbrechen muss man es immer wieder rigoros und deutlich stören.

Das hat mal eine sehr schlaue und einfühlsame Person zu mir gesagt.

Dadurch, dass ich es hier heruntergeschrieben und es euch zum Lesen gegeben habe ist es ja auch schon mal etwas anders.

Dadurch, dass ich nicht den Wunsch verspüre mich selbst zu zerstören und immer extremere Erfahrungen zu machen ist es etwas anders.

Ich weiß, dass ich viel leiste, dabei fühle ich mich aber manchmal wie der Fahrrad fahrende Fisch, der versucht einen Baum raufzufahren.

Dabei würde es mir reichen einfach nur ich zu sein.

Kopfmurks

2012 gingen für mich zwei große Wünsche in Erfüllung.

Zum einen habe ich das erste Mal den heiligen, matschigen Grund von Wacken betreten.

Zum anderen ergab sich hier aus abendlichen Gesprächen auf den Campground mein erstes, richtiges Engagement als Sänger.

Ich hatte keinerlei Bühnenerfahrung und habe davor auch nur unter der Dusche, im Auto und in einer Metal Band ohne Auftritte gesungen.

Letzteres war mehr ein Spaßprojekt mit Freunden um einmal die Woche Dampf abzulassen.

Das hier war neu. Die Band war lokal bereits etabliert, hatte ein umfangreiches Set an Coverversionen und eigenen Stücken.

Schon bei dem nächsten Auftritt sollte ich vorgestellt werden und zunächst ein paar der härteren Nummern singen.

Mein erster Auftritt fand auf einer Open Air Veranstaltung im Spätsommer desselben Jahres statt.

Die Besucheranzahl war vierstellig und mir war kotzübel vor Aufregung. SO viele Menschen. Und ich habe noch nie vorher auf einer Bühne gestanden.

Was, wenn ich die Texte vergesse, was, wenn ich mich beschissen anhöre?

Letzten Endes war es saugeil. Als die Musik einsetzte umschloss mich etwas und verließ mich erst wieder als es vorbei war.

Adrenalin, Glücksgefühl.

Wir haben an vielen Locations mit vielen unterschiedlichen Bands gespielt, Parties gefeiert, Songs geschrieben, Auftritte geplant, Setlists erweitert und umgestellt.

Als wir genug eigenes Material für eine Demo hatten stieg zunächst unser Tastenmann aus und wir entschlossen zukünftig stattdessen mit 2 Gitarristen zu arbeiten und einen Schuh Härte oben drauf zu legen.

Wir begannen dann quasi von vorn, arbeiteten uns aber recht schnell wieder auf ein Level, wo wir Auftritte machen konnten.

Wir planten also ein weiteres Mal einen Studioaufenthalt als dann unser Bassmann aus persönlichen Gründen aussteigen musste.

Letztendlich schmiss dann auch kurz darauf der Drummer und mit neuem Drummer und neuem Bassmann sowie einem neuen Konzept und Bandnamen wollten wir wieder komplett neu durchstarten.

Leider kam es nicht mehr dazu. Bei allen Beteiligten kam es immer wieder zu Probe Ausfällen, weshalb wir irgendwann der Realität ins Auge blicken mussten, dass es so nicht funktioniert.

Das Ganze ist nun auch schon einige Jahre her, dennoch sitzt es tiefer, als ich es mir bisher eingestehen wollte. Vielleicht schreibe ich es daher auch hier einmal runter, damit es fest irgendwo steht und draußen ist. Vielleicht lässt dieses Gefühl dann mal etwas nach.

Ich vermisse diese Zeit sehr und nein, sie kommt nicht wieder. Auch eine neue Band würde das, was damals abgelaufen ist nicht reproduzieren können.

Davon ab habe ich momentan gar nicht die Zeit für eine Band. In meinem Kopf stapeln sich noch so viele andere unerledigte Aufgaben, dass ich mir manchmal einen Resetknopf für meinen Kopf wünsche. Und es kommen ständig neue dazu.

Ab hier startete ein Absatz mit Selbstmitleid und Opferblabla, den habe ich daher wieder gelöscht.

Stattdessen möchte ich euch ermutigen. Wenn ihr etwas davon wiedererkennt oder ihr euch darin erkennt, dann macht einfach mal. Tut es, denkt nicht zu viel drüber nach.

Am besten fand ich immer das Gefühl, wenn ich gesprungen bin, obwohl das Wasser kalt war.

Wenn das große Licht aus und die Scheinwerfer angingen.  

Es muss ja nicht Musik sein, aber für irgendetwas brennt ja fast jeder.

Ich denke ihr solltet dem nachgeben und es ausleben.

Außer, es hat mit harten Drogen zu tun. Dann tut mal lieber die Möhrchen.

Over and out.

Zweifel, Hoffnung, Vorurteile

Sowohl meine Frau als auch ich haben Depressionen. In der Vergangenheit gab es immer mal wieder die Frage ob so eine Art von Beziehung denn überhaupt klappen könne.

Zieht man sich nicht gegenseitig runter? Sitzt man nicht zusammen unter einer schwarzen Wolke und lässt sich von Tränen der Trauer und Leere berieseln?

Nun, ich hab darauf keine allgemeingültige Antwort, kann aber sagen, dass es in unserem Fall wunderbar klappt.

Wir können nachvollziehen, wie sich der andere bei einer Talfahrt fühlt und dementsprechend darauf eingehen. Eben weil wir in dieser Hinsicht dasselbe Schicksal teilen.

Ich denke, dass es eher schwierig werden kann, wenn dem gesunden Part einer Beziehung das Verständnis für Depressionen fehlt.

Es gibt Menschen ohne Depressionen, die bemühen sich zu verstehen, nehmen es ernst und haben Geduld. Es gibt aber natürlich auch die anderen, die all das nicht aufbringen.

Und oftmals kann man ihnen auch keinen Vorwurf daraus machen. Niemand, der selbst betroffen ist oder war, wird dieses Gefühl, welches der schwarze Hund mit sich bringt, richtig nachfühlen können.

Hast du dir noch nie den Arm gebrochen ist es leicht zu sagen „Stell dich nicht so an. Kommt ne Schiene dran und ein Gips drum und dann ist nach ein paar Wochen wieder gut“.

Wobei: im Fall einer offensichtlichen Erkrankung wie einem Armbruch, einer Grippe oder Verbrennung sind wir oftmals in der Lage dennoch besser mitzufühlen, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, ähnliches bereits selber schon mal durchlitten zu haben.

Depressionen sieht man nicht. Und wenn man die Diagnose hat, dann weiß man selber „Aha, ich habe Depressionen“. Der Arzt weiß es, der Therapeut weiß es.

Man kann darauf hinweisen, es erzählen. Ob es verstanden wird liegt nicht an einem selbst.

Die Diagnose habe ich vor 10 Jahren erhalten und nehme seitdem Medikamente. Damit geht es ganz gut.

Bei meiner Frau spielen Depressionen seit frühester Kindheit eine Rolle, sind auch dementsprechend lange schon Begleiter in allen möglichen Krankenakten.

Und das macht sich leider aktuell bemerkbar. Meine Frau hat seit vielen Jahren Beschwerden. Zunächst traten sie nur phasenweise auf. Mittlerweile sind sie zum Dauerzustand geworden.

Sie kann nicht länger als 200 m laufen ohne aus der Puste zu kommen, fühlt sich oft wie eine Siebzigjährige. Hat das Gefühl durch Ausruhen und Schlaf nicht die Regeneration zu bekommen, die normal wäre.

Ihr fallen Dinge aus den Händen, sie stolpert, ermüdet schnell. Und seit Jahren rennen wir von einem Arzt zum nächsten, von einer Klinik zur nächsten.

Immer wieder erzählt man ihr es läge an den Depressionen, sei psychosomatisch.

Wird sie untersucht liegen ihre Werte immer im Grenzbereich. Nicht gut, aber auch noch nicht wirklich schlecht. Sie kühlt schnell aus, hat zu niedrigen Blutdruck, immer wieder mal Schübe an Schuppenflechte und gelegentlich schwellen ihre Hände an und sind rot. Alles ersichtlich. Wir als ihre Familie sehen sie, kennen sie. Wir wissen, dass sie eine nie stillstehende, kreative und aktive Frau ist, die ständig etwas zu tun haben muss, lange Hunderunden geht, Projekte wie die #nordstadtkatzen ins Leben ruft undundund. Nun, und im Moment geht das nicht mehr. Sie kann nicht mehr arbeiten, sie kann nicht mit den Hunden gehen und teilt sich alle Tätigkeiten in kleinen Stufen mit vielen Pausen ein. Dinge heben und halten: no Sir. Geht nicht. Und es beschäftigt sie; sie ist natürlich unzufrieden mit der Situation.

Und sie hatte ihre letzte wirklich starke depressive Phase vor etwa 5 Jahren.

All diese offensichtlichen, körperlichen Beschwerden sehen die Ärzte nicht. Und sie leben auch nicht mit meiner Frau, erleben nicht unseren Alltag.

Es ist frustrierend zu wissen, dass da etwas nicht stimmt und man dann immer wieder erzählt bekommt, die Depressionen seien dafür verantwortlich.

Ich frage mich manchmal, ob wir lediglich an Mediziner geraten, von denen keiner depressiv ist. Ob ein depressiver Arzt einen anderen Blick auf meine Frau hätte und anders untersuchen würde.

Ob das ein Grund sein könnte. Das ist mit Sicherheit ein naiver Gedanke, ein hakeliger Erklärungsversuch meines Kopfs.

Es gibt noch zig verschiedene Möglichkeiten, auf die untersucht werden könnte. Derzeit drehen wir uns aber nur im Kreis. Es werden wieder dieselben Untersuchungen angeordnet, anstatt neue Ansätze zu wagen und mal zu schauen, ob es sich möglicherweise um etwas nicht Alltägliches handelt. Und Ansätze gibt es hier. Es gibt bestimmte Parameter und Werte, die eben nicht in Ordnung sind.

Aber weil meine Frau Depressionen hat und keiner der Werte so richtig abgrundtief schlecht ist, ist es halt psychosomatisch.

Wir werden da dranbleiben. Einfach, weil wir sicher sein können, dass da irgendetwas ist, was dafür sorgt, dass die Energie ausbleibt. Meine Frau ist der Überzeugung, es handelt sich um eine „Kleinigkeit“, wenn man es im Rahmen dieser Situation so nennen kann. Also etwas hormonelles oder ein Mangel, etwas das sich durch die richtige Behandlung verbessern lässt.

Sie hat seit jeher ein gutes Bauchgefühl und mit den meisten Vermutungen am Ende immer richtiggelegen. Und deswegen vertraue ich darauf, dass wir letzten Endes auch erfahren werden, was die tatsächliche Ursache ist.

Wie ist es bei Euch? Seid Ihr in einer ähnlichen Situation (gewesen)? Musstet ihr auch schon einmal die Erfahrung machen, dass etwas war und Euch nicht geglaubt wurde und am Ende stellte sich heraus, dass Ihr recht hattet?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr uns dazu Eure Erfahrungen oder Gedanken mitteilt. Es ist immer hilfreich festzustellen, dass es auch noch andere gibt, denen es ähnlich geht wie einem selber.

Schreibt uns gern einen Kommentar oder auch eine Mail an DaLord(at)LordSixtus.de.

Nun

Nachfolgend ein Beitrag meiner Frau Lovis:

Nun, mal wieder viel zu viele Gedanken in meinem Kopf, die ich gar nicht in der Lage bin, alle aufzuschreiben, viel zu schnell geht es hin und her.

Ich versuche es etwas zu ordnen, deshalb hilft es mir, es aufzuschreiben.

Es geht gar nicht darum, dass dies jemand anders liest, es muss nur irgendwie raus in die Welt.

Vielleicht ist es auch ein bisschen Mimimi…

Ich erzähle ja öffentlich, dass ich zur Therapie gehe… Auch ein bisschen was Neues für mich, aber letztlich ja glücklicherweise nichts ungewöhnliches mehr und längst nicht so ein Tabuthema, wie es mal war.

Die Therapeutin ist im Bereich der Tiefenpsychologie tätig und ich komme relativ gut inzwischen mit ihr aus.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat sich mich gefragt, wie ich mich beschreiben würde, wenn ich ne Kontaktanzeige aufgeben würde.

Es fiel mir sooooo schwer, mich dazu äußern, aber sie war minutenlang geduldig.

Ich hab mich für „chaotisch-kreative Idealistin“ entschieden, so richtig mehr ist mir nicht eingefallen.

Ob mein Mann mich auch so schwer beschreiben könne, hat sie mich gefragt. „Nein, dem fallen bestimmt 20 Dinge sofort ein“.

So ist es auch, ihm würden zig Beschreibungen einfallen, die sich aber für mich alle nicht richtig anfühlen, das habe ich auch so gesagt. Sie machen mir etwas Unbehagen, ich rutsche dann auf dem Stuhl hin und her und … nun ja.

„Und ihr Mann kennt sie doch jetzt seit x Jahren am besten, nicht? Und sagen Sie nicht, dass Sie zwei auch Freunde sind und komplett offen miteinander umgehen, alles besprechen können und ehrlich miteinander sind?“ Na klar, dass konnte ich bejahen, das ist so.

Während ich mit meinem Exmann im Nachhinein betrachtet zu viel Zeit verbracht habe, bin ich jedes Mal froh, wenn seine Lordschaft durch die Tür kommt. Hat er etwas früher Feierabend, freue ich mich, dass wir uns sehen. „Aha! Und meinen Sie dann, er könnte nicht recht haben mit dem, was er über sie sagt?“
Alter, der war fies…

„Oder spielen Sie ihm was vor?“

Nein, natürlich nicht. Vor niemandem habe ich mich je so offengelegt, wie vor ihm und das ganz bewusst von Anfang an. Auch meine absurden, traurigen, schamvollen Gedanken teile ich mit ihm, die, die meine eigene Schuld betreffen, meine Fehler, aber auch meine Wünsche und Hoffnungen. Zu niemandem habe ich solch ein Vertrauen, wie zu ihm. Er ist mein Partner, mein Gefährte, mein bester Freund und jemand, der so tief an mich und meine Seele, meine Ideale und mein Sein glaubt, wie ich es selbst gar nicht kann.

„Was ist denn wahrscheinlicher? Dass Sie sich mit ihrer Selbsteinschätzung irren, oder er?“

Pfffffffffffft, Touché, Frau Therapeutin.

Ich fand das ein bisschen gemein und hab ihr das auch gesagt, aber mit ‘nem Zwinkern.

Sie hat da schon recht, mein Bild über mich ist recht undifferenziert und möglicherweise aus Gründen auch geprägt von Überlebensstrategien und Glaubenssätzen.

Ich habe ein Tattoo, sagen wir mal, „gewonnen“.

Ich darf mir das Motiv aussuchen, gleich was es ist, unabhängig von der Größe, Stelle und überhaupt… Ich habe freie Hand, muss nicht auf die Kosten achten.

An meiner Fessel habe ich drei Worte stehen: Achtung, Liebe, Respekt, meine Grundfesten also, mit denen ich anderen gegenübertreten möchte, im wahrsten Sinne des Wortes.
Es hat mich Überzeugungskraft gekostet, die Tätowiererin davon zu überzeugen, es nicht so zu stechen, dass es für andere Leute symmetrisch aussieht, sondern aus meiner Sicht. Sie war nicht der Meinung, dass mich das auf Dauer glücklich macht.

Letztlich bekam ich es so, wie ich es mir gewünscht hatte und bin so zufrieden damit.

In dem neuen Rahmen habe ich über weitere Worte nachgedacht, zwei standen sofort fest: Würde und Menschlichkeit. Auch sie prägen mein Handeln (hoffentlich) und ich möchte sie verewigt haben.

Ich hab darüber nachgedacht, was wohl zu dem vorhandenen passen würde…

Das andere Tattoo ist braun, nicht schwarz, das war mir zu auffällig, außerdem mag ich die Farbe nicht, sie hat so einen Blaustich.

Dezent soll es sein, unauffällig, da ich das ja nicht für andere tragen möchte, sondern für mich.

Aber es gibt noch so viele andere Dinge, die ich „eigentlich“ gerne hätte.

Und genau an diesem „eigentlich“ hänge ich noch…

Denn: Eigentlich möchte ein Teil von mir sich eben nicht mehr anpassen. Eigentlich mag ein Teil wieder Punk sein und wieder nen Iro haben.

Eigentlich mag ich Farbe. Eigentlich mag ich meinen Körper so tätowieren lassen, wie ich mag.

Eigentlich gibt es viele Menschen, die mit ihren Tattoos unsagbar schön aussehen.

Eigentlich mag ich mich meinen mir selbst aufgestellten moralischen Regeln und Beschränkungen nicht unterwerfen und wieder ein bisschen Fuwuwu werden.

Fuwuwu kann ich euch nicht näher erklären, es ist etwas besonderes zwischen seiner Lordschaft und mir, hat für uns mal eine dolle Bedeutung gehabt, uns aus unseren „alten Leben“ zu befreien und steht für etwas sehr persönliches… Es ist eine Art Mantra und gleichzeitig auch irgendwie für das, was wir noch erreichen möchten, sein wollen, für das, was unser persönliches großes Ziel für dieses Leben ist.

Manchmal sage ich „Och, das mache ich im nächsten Leben“, wenn etwas aufgrund der Umstände nicht möglich ist und es mir selbst aber wünsche…

„Im nächsten Leben werde ich einen Tanzkurs machen/ studieren/ die Stolperseine aus dem Weg räumen, die mich selbst in mir hindern, mich und mein Leben zumindest OK zu finden/ reisen, in die Politik gehen/ oder was auch immer“.

Und langsam wird mir bewusst, dass ich kein nächstes Leben haben werde.

Unabhängig nun mal von Religion, Glauben, Wiedergeburt und so, meine ich.

Denn selbst, wenn das so stimmen würde, wäre ja mein Bewusstsein dieses Lebens nicht existent…

Komische Gedanken, oder?

Darüber habe ich bereits in der Grundschule philosophiert… Wird bereits bei der Zeugung das einzigartige Bewusstsein vergeben? Also wenn ein anderes Spermium gewonnen hätte, würde mein Bewusstsein das dann merken, oder geht das gar nicht, weil es dann ja nicht besteht?! Meine Mutter hat mich mit großen Augen angeguckt…

Nun ja, also tobt in mir auch grad etwas der Kampf, was für ein Tattoo ich möchte.

Und das ist ein großer Kampf, denn es ist stellvertretend für diese Seiten in meinem Leben: Die, die ich bin und die, die ich sein mag.

Kann das grad nicht richtig ausdrücken, aber es hängt auch damit zusammen, wie ich mit mir zufrieden werden kann, was an Erziehung und Glaubenssätzen ich loslassen kann und mich mit mir und meiner Welt arrangieren kann.

Und da ich grad bei dem Thema bin: Autsch.

Gestern haben sich seine Lordschaft und ich ein paar Augenblicke gestohlen und sind in die Stadt gefahren.

Wir wollten ein bestimmtes Buch kaufen, haben es gefunden und mitgenommen, alles tutti.

Aber diese 50 Minuten Stadt haben mir wirklich einiges abverlangt, denn gesundheitlich wird’s grad ehrlich gesagt nicht besser, sondern eher schlimmer.

Auch das ist so ein Thema, was meinen Kopf hart f++++.

Ich habe aus Gründen gelernt, dass ich immer und immer und immer weitermachen muss, auf meinen Körper nicht zu hören habe und immer und immer stärker zu sein habe, als andere Menschen. Über Schwäche und Unzulänglichkeiten wird nicht gesprochen, nützt ja nichts, also Arschbacken zusammen kneifen und trotzdem machen.

Mein Körper ist grad wie ein billig-Akku: Ein, zwei kleine Dinge machen, dann braucht er schon wieder eine Ladestation.

Ich habe täglich Schmerzen, seit meiner Jugend schon. Es gibt keinen Tag, an dem ich schmerzfrei bin und habe aber ja für mich gelernt, dass dies normal ist, zumindest für mich.

Es ist nichts Besonderes, dass ich in bestimmten Positionen nicht sitzen kann, Kopf- und Gliederschmerzen habe, mir Kopfhaut, Arme, Beine, Oberschenkel und sogar Teile des Gesichts einschlafen, dass mir phasenweise die Haare ausfallen, ich auch nach drei Durchgängen in der Sauna noch eiskalte Füße und Finger habe und nicht schwitze. Mir ist eigentlich immer kalt. Also auch im Sommer bei 40 Grad. Da sitze ich gerne auf der Terrasse oder grade den Garten um oder betätige mich körperlich, das ist für mich das angenehmste Wetter, denn dann ist die Kälte nicht so schlimm.

Ich kann mir im Moment die Haare nicht kämmen, zu schnell schmerzen die Oberarme und ich habe keine Kraft mehr, bin aus der Puste alleine davon und brauche eine Pause.

Im Moment gibt es Tage, da ist rein körperlich das Lenkradhalten zu anstrengend…

Die Oberschenkel machen auch nicht mit. Gerade Strecken gehen noch, Treppensteigen oder Anstiege entleeren diesen blöden Akku zu schnell und ich brauchen eine Pause.

In der Stadt gestern war es zu anstrengend, die Hand seiner Lordschaft zu nehmen, wir mussten nach einigen Minuten die Seiten wechseln.

Inzwischen gehe ich solche Strecken kaum noch, es ist eher wie ein Wanken geworden.

Von dem schnellen, dynamischen Schritttempo ist nichts mehr da, eher ein „verdammt, wo kann ich keinen Kopf anlehnen und mich hinsetzen“… Beim Duschen zu stehen, bringt mich auch außer Atem.

Neulich im Krankenhaus bei Belastungs-EKG hab ich stolze 122 Sekunden Fahrradfahren können, ehe ich kurz vor einem heftigen Zusammenbruch war.

Ein Arzt stellte eine Mitochondriopathie fest, ein anderer zweifelt dies an.

Und nun weiß ich nicht weiter und überlege, wie lange ich noch ohne Hilfsmittel mich außerhalb des Hauses bewegen kann und hoffe hoffe hoffe, dass ich bald endlich alle Unterlagen bekommen kann, für den neuen Arzt. Der, der zuhört und mich ernst nimmt, der das alles nicht abtut mit „Psyche“… Zu dem hat mich die Therapeutin geschickt, denn auch sie glaubt nicht, dass dies psychisch ist.

Weder das wiederkehrende Fieber, noch die immer auffälligen Urinproben…

Tja, das ist grad etwas fordernd.

Und ich habe mich getraut, mit seiner Lordschaft darüber zu sprechen… Hab mich auch da nackig gemacht, was meine Kraft angeht. Und er war mal wieder toll!
Vielleicht erzählt er euch davon.

Aber erschrocken war er auch ein bisschen… glaube ich.

Und dann sind da noch die Schützlinge und das, was das alles so beinhaltet.

Das geht ehrlich gesagt einigermaßen gut, im Moment arbeite ich ja nicht und kann in mehreren Abschnitten Staubsaugen und mich zwischendurch hinsetzen, mich schlafen legen und mein eigenes Tempo machen.

Aber klar: Das alles kann ich auch nur, weil ich noch krankgeschrieben bin. Und, das ist mir wichtig zu betonten: Weil es Menschen gibt, die dies auch finanziell unterstützen.

Eigentlich hatten wir uns auf ein „besseres“ Jahr gefreut, mit mehr Hoffnungsträgern und wenigen Nordsternchen… Es kam wieder anders. Wie bitter! Also wirklich!

Um jedes einzelne Lebewesen trauern wir und ich bitte um Entschuldigung, dass ich es nicht geschafft hab, dieses Tier groß zu ziehen… Es ist jedes Mal ein persönliches Versagen…

Bereits bevor wir uns diesen Namen gegeben haben, waren wir im Tierschutz aktiv, irgendwie sind wir einfach dazu gekommen und da so reingestolpert.

Ich war im Vorstand eines Vereins, der sich um Hunde aus Spanien bemüht.

An vier verschiedenen Stadtorten in Spanien hatte der Verein Partner… Also in Spanien vor Ort tätige Menschen und private Organisationen, die die Tiere versuchen aus den Tötungsstationen zu holen, sie einfangen oder annehmen.

Dort gibt es keine Tierheime, wie wir sie hier kennen und der Umgang mit den Tieren, ihr Wert für die Gesellschaft ist einfach anders… Vielleicht eher so, wie bei uns zu Küken, die geschreddert werden.

Dort wird ein Hund (oder eine Katze) in der Perrera abgegeben. Sie haben bis zu 28 Tage Zeit, vermittelt oder freigekauft zu werden, danach werden sie getötet.

In einigen Städten hat sich dies schon geändert, dort gibt es Zufluchtsheime, Shelter.

Es ist auch etwas komplexer, als es hier klingen mag, davon kann ich bei Interesse mal erzählen.

Unser Hund 1 stammt direkt aus einer Tötung. Ein TSV kaufte 20 Tiere dort frei, 21 stiegen in dem Shelter aus dem Transporter. Er war Nummer 21.

Hund 2 war in Adra in einem Shelter und von dem Verein, wo ich später tätig war.

Dieses Sheltern waren 30 qm2 betonierter Hinterhof mit zwei Zwingern, unter freiem Himmel. Dort lebten etwa 15 Hunde. Freiwillige kamen und gaben Futter, sehr viel mehr war nicht möglich.

Der TSV hatte immer wieder Stress mit den „Adra-Mädels“, denn es gab immer mehr Notfälle, schwierige Fälle, immer schwieriger waren die Bedingungen.

Der TSV meinte, sie dürfen keine Tiere mehr aufnehmen.

Die Mädels taten es trotzdem, Stück für Stück. Wenn das Shelter voll war, fütterten sie auf der Straße, versorgten dort, behandelten und hofften auf einen freien Platz im Shelter.

Aber: Voll ist voll, sie wussten das.

Irgendwann hofften sie auf einen Platz für eine schwangere Hündin, sprachen mit dem TSV, baten diese Menschen in Deutschland sie dabei zu unterstützen, dass sie sie doch aufnehmen.

Der TSV blieb dabei: Nein war Nein.
Kurz und knapp: Es gab grausame Menschen dort.

Mutter und die ungeborenen Kinder wurden gemeuchelt.

Ich hab Bilder gesehen, die die Mädels geschickt haben, wie gingen schon sehr sehr tief.

Ein Jahr später etwa war ich mit dem TSV Vorort, habe alle Shelter besucht, die Tiere kennengelernt, mit den Menschen Kontakt aufgenommen, verstanden, geschaut, unterstützt.

Es ist sehr leicht zu sagen: Voll ist voll.

Es ist etwas anderes, das Leid und die Tiere zu spüren und zu erleben.

Von außen urteilt es sich so leicht…

Es gibt im Tierschutz nach meinem Empfinden kein schwarz-weiß.

Ich kenne viele Engagierte, die sagen: Ich kann nicht mehr aufnehmen, es im Notfall aber doch tun.

Natürlich doch tun.

Bei uns ist das ähnlich.

Ich weiß sehr genau, dass wir weniger Schützlinge haben müssen, die Umstände passen nicht gut für so viele.

Seine Lordschaft weiß das, das Internet weiß das, alle wissen es.

Trotzdem tun wir es.

Hätten wir eine imaginäre Zahl, wär Ruth nicht hier.

Wo wäre sie dann?

Höchstwahrscheinlich, nein, in diesem Fall sicher nicht mehr am Leben.

Merkt ihr was? Es ist nicht schwarz-weiß…

Und einfach schon gar nicht! Wirklich nicht! Kein Stück.

Grad, weil wir wissen, dass dies seeeeeeeeehr viel ist und wir selbst schon Grenzen überschreiten…

Doch …

Nunja…

Entweder, müssen wir einen Rahmen stecken, mit allen Konsequenzen und Unnachgiebigkeit zu uns und Anfragen, oder wir versuchen den Rahmen zu verändern….

Puh…

Erfahrungsgemäß sind Januar, Februar und noch bis in den März Monate, in denen die wenigsten Menschen die finanzielle Möglichkeit haben, zu unterstützen.

Geht uns ja nicht anders.

Aktuell ist dazu nicht genug Puffer da, einmal grade raus gesagt.

Habt ihr Ideen dazu?

Es gibt so unfassbar tolle Menschen, die uns wiederkehrend unterstützen (können) und das ist ganz ganz groß!

Es ist mir immer noch unangenehm um weitere Unterstützung zu bitten und ich wünsche mir, dass wir irgendwann an einen Punkt kommen, wo wir wieder alles alleine stemmen können und eben diese Menschen nicht mehr brauchen müssen…

Ich breche hier jetzt mal ab, da sind meine Gedanken zu schnell… Vielleicht besprechen wir das mal in nem Space?

Was ich aber unbedingt auch erwähnen möchte, sind die Erfüllung von privaten Wünschen.

Derzeit können wir wenig geben.

Derzeit sind unsere privaten Mittel begrenzt.

Ich schäme mich vor meinen Kindern deswegen oft und versuche, es sie nicht spüren zu lassen.

Ich müsste finanziell schnellstmöglich wieder arbeiten…

Und das sehe ich grad noch nicht.

Mein Krankengeld deckt nicht mal die Strom- und Gasrechnung…

Was ich damit sagen mag:
Danke!

Ich versuche, es wieder echt zu machen…

Wirklich!

Ich möchte nichts geschenkt, werde es wieder ausgleichen…

Danke für euch!

Danke für diese symbolische Geste und die Dinge!

Lovis

Real Life, Twitter und 1 Bit an Kunst

Kuckuck,

lange nichts passiert hier. Das hat zum einen mit dem Parameter Real Life zu tun, der einen immer wieder aus seinen digitalen Traumwelten holt, zum anderen aber auch mangelnde Inspiration. Das erste Quartal 2021 ist im letzten Drittel angelangt, wir haben immer noch Pandemie und so langsam ist auch meine Geduld damit erschöpft. Natürlich halte ich mich weiter an die Vorgaben, natürlich trage ich weiter Maske, natürlich vermeide ich unnötige Kontakte.

Aber es zerrt. Zu gern würde ich mit meiner Familie einfach mal wieder ein Eis essen gehen und mit den Jungs in unserer Stamm-Metal-Kneipe zu lauter Musik ein, zwei Bier trinken und Blödsinn labern.

Glücklicherweise habe ich eine wirklich tolle Familie, so dass die auftretenden Lagerkoller sich in Grenzen halten und wir uns immer recht schnell wieder zusammenraufen. Gerade den Kindern sei hier tiefster Respekt gezollt. Sie machen das wirklich super und ich bin stolz auf sie. Oft haben wir Diskussionen, dass ihre Freunde viel länger und viel häufiger online sind und ständig zocken dürfen und sie beschweren sich, dass sie da vergleichsweise strikte Zeiten haben. Mich besorgt es eher, dass in anderen Familien die Kids im vergangenen Jahr scheinbar 24/7 online waren und noch sind. Auch einer der Gründe weshalb ich hoffe, dass wir spätestens zum Ende dieses Jahres einen Teil der Normalität und Offenheit wiederhaben werden.

Durch die #Nordstadtkatzen, dass Homeschooling, unsere Hunde und das Haus haben meine Frau und ich auch immer gute Beschäftigung. Eingeleitet wurde das Jahr durch die verstorbene Kaffeemaschine. Dann folgte der Februar mit dem „großen Schnee“, wodurch dann Wasser vom Spitzboden in die Kinderzimmer eindrang. Glücklicherweise nicht so stark, wie man es bei einigen Bildern auf Twitter gesehen hatte, wo sich ganze Schneelandschaften auf Dachböden bildeten. Mein Uralt-Netbook, mit dem meine Tochter ihre ersten Geschichten geschrieben hat musste leider trotzdem dran glauben.

Abgerundet wurde dies dann vom Kühlschranks, der seinen Dienst ebenfalls quittierte. Da kamen die niedrigen Temperaturen und der Schnee dann doch gerade richtig. Der neue Kühlschrank ist niedriger und dafür breiter, was wir zum Anlass nahmen die Küche einmal umzustellen, da es sonst nicht mehr gepasst hätte. Da unsere Arbeitsplatten noch aus der alten Wohnung übernommen und improvisiert umgeschnitten und wieder verbunden wurden, brauchten wir aus Stabilitätsgründen nun auch neue Arbeitsplatten. Da diese aber derzeit im örtlichen Baumarkt nicht verkauft werden und diese darüber hinaus auch schnell ins Geld gehen haben wir sie kurzerhand selber aus Plankenholz hergestellt und angebaut. Das ist deutlich günstiger. Und deutlich arbeitsintensiver.

Hierbei war ich wieder einmal froh eine Frau geheiratet zu haben, die gerne handwerklich anpackt und mit der man gemeinsam all diese Dinge erschaffen kann. Wir haben mittlerweile ein gemeinsames handwerkliches Niveau als Ehepaar erreicht, bei dem wir in Rekordzeit nahezu wortlos IKEA Möbel zusammen aufbauen können. Ohne Streit und Androhung von Scheidung. Einfach so. Apropos meine Frau: wer uns auf Twitter folgt hat vielleicht mitbekommen, dass sie derzeit die Acrylmalerei für sich entdeckt hat. Ich finde sie kann hier durchaus noch das ein oder andere Bild mehr posten.

Tja und Twitter… naja alles wie immer.

Säue werden durchs Dorf getrieben, Meldungen gemacht, Accounts löschen sich, Accounts kommen wieder, andere machen Screenshots und lästern rum, wieder andere haben einfach Spaß. Durch einen dummen Zufall hatte ich meinen ersten kleinen Trend mit „Dwayne“. Der Tweet war drei Jahre alt und ich habe ihn nochmal retweetet weil er zu einem neuen Tweet thematisch gut passte und dann hat sich das verselbstständigt. Mit den gestiegenen Followerzahlen merke ich nun auch immer deutlicher die Kehrseite bei Twitter. Die unnötigen und zum Teil wirklich dummen Kommentare sorgen dafür, dass man nicht mehr bei jedem Tweet jede Interaktion mit verfolgen kann oder will. Zum anderen wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich würde den „Falschen“ Accounts folgen.

Ich hatte dazu schon einmal was geschrieben und werde das hier nicht noch einmal breittreten. Mir folgen alle möglichen Accounts und ich folge allen möglichen Accounts. Ich folge dabei einem möglichst breiten Spektrum. Und selbstverständlich folge ich nicht nur Menschen mit denen ich immer und ständig übereinstimme. Und selbstverständlich tätigen von den knapp 1.000 Leuten denen ich folge auch immer wieder irgendwelche Aussagen, die ich persönlich nicht befürworte. Und das sind weitaus mehr als immer die 1 – 2 Leute, welche immer wieder herangezogen und dafür (stellvertretend!?) an den Pranger gestellt werden.

Es macht auch keinen Sinn das immer wieder zu diskutieren. Jeder hat eine andere Sicht auf Humor, Politik, Religion oder was weiß ich was und wenn man so durcheinander und zahlreich aufeinander knallt wie bei Twitter sind Brände vorprogrammiert.

In Deutschland nutzen ca. 1,4 Mio Menschen Twitter regelmäßig und aktiv. Das ist in Zahlen im Vergleich zu Facebook lächerlich gering (ca. 30 Mio.). Die deutsche Bevölkerung liegt bei 83 Mio.

Mir zeigt das zweierlei:

  1. Auf Twitter werden keine „Schlachten“ entschieden und schon gar nicht Prozesse gelenkt.
  2. 1,4 Mio ist wenig aber für einen einzelnen immer noch zu viel, als sich mit allem und jedem im Einzelnen beschäftigen zu wollen und auf alles und jeden einzugehen.  

Immer wieder werden Accounts als böse deklariert und andere als die großen „Durchblicker“ glorifiziert. Für mich persönlich ist diese Frontenbildung nach wie vor Bullshit. Selbstverständlich sollte man tatsächlich kriminellem Verhalten nachgehen. Allerdings sollte man auch Meinungsfreiheit und die freie Äußerung von Meinungen aushalten können. Sofort dagegen zu brüllen und Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen um den anderen „auszuschalten“, zu melden und zu Sippenhaft – mäßigen Massenblockierungen aufzurufen ist aus meiner Sicht mit extremistischen Verhalten vergleichbar. Es werden die Methoden angewandt die am anderen kritisiert werden. Da man selber aber immer eine weiße Weste hat ist das eigene Verhalten natürlich legitim.

Nein. Falsch. Jeder Nutzer sollte für sich allein denken und entscheiden können. Und diese Empfindsamkeiten und das Unvermögen objektiv und nicht emotionsgesteuert an eine Sache ranzugehen verursacht dann doch auch erst diese Schlammschlachten und Treibjagden.

Ein Diskurs findet entweder auf Augenhöhe statt oder gar nicht. Kurzum, Twitter ist für mich Unterhaltung, Meinungsaustausch, Diskussion, Zuflucht. Was ich dort wie mache ist meine Sache und wem ich folge ist meine Entscheidung. Was du dort machst und wem du dort folgst ist deine Sache. Und es ist nicht deine Aufgabe zu entscheiden was richtig und was falsch ist und wer wem aus welchen Gründen auch immer folgt. Meine übrigens auch nicht umgekehrt bei dir oder sonstwem.

Und auch von sonst niemandem. Und überhaupt. Und blablabla. Es sind über die Jahre immer die ewig gleichen, unnötigen Diskussionen.

Twitter ist halt nur ein wirklich verschwinden kleiner Aspekt eines weitaus komplexeren Lebens, dass sich zum größten Teil im realen Leben abspielt und nicht in diesem Mikro-Blogging Dienst. Siehst du das anders, nimmst du das Ganze vielleicht etwas zu ernst. Aber was weiß ich schon?

Zu guter Letzt eine Empfehlung an alle, die Interesse an Fotografie, Malerei und digitaler Kunst haben.

Werft mal einen Blick auf https://www.subs.tv/

Die Plattform ist anders, auch vom Aufbau, als man gewohnt ist und dort gibt es schon eine Reihe eindrucksvoller Arbeiten von tollen Leuten zu bewundern. Der ein oder andere von Twitter ist dort auch zu finden. Und natürlich ist da auch Zeug von mir drauf.

Sayonara Carbonara.