Stifte, Pinsel, Instrumente

Audiovisuelle Künste sind seit ich denken kann eine der absoluten Hauptinteressen in meinem Leben. Nun, ich bin kein Kunstgelehrter, schaue mir keine Gemälde von Bosch oder Van Gogh an und mache dabei schlaue Bemerkungen, während ich an meiner Zigarre ziehe.

Aber ich konnte mit ca. 5 Jahren den Plattenspieler meiner Eltern selbstständig benutzen und tat dies zum Leidwesen ebendieser auch. Ich hörte mich zunächst durch die Plattensammlung meiner Mutter, wobei besonders KISS, Gerry Rafferty, Uriah Heep und ähnliche bei mir hängengeblieben sind und die Vorliebe für härtere Musik prägten.
Wenn ich keine Musik hörte, dann zeichnete und malte ich. Oft mit meinem Großvater zusammen, der lange Jahre Ölbilder und Aquarelle malte und mit dem Bleistift wie mit einem Zauberstab umgehen konnte.

So oft es ging verband ich beide Leidenschaften miteinander. Und so zeichnete ich, während im Hintergrund Musik lief. Stunde um Stunde.
Ich hatte für ein Kind in meinem Alter recht wenige Hörspiele, dafür lieh ich mir liebend gern die Mixtapes meiner Eltern aus oder nahm Musik aus dem Radio auf.
Die einzige Hörspielserie, von der ich tatsächlich mehr als ein Kassette hatte, war He-Man and the Masters of the Universe. TKKG und Drei Fragezeichen habe ich erst als Erwachsener kennen gelernt. Kein Scheiß.

Sowohl die Musik, als auch das kreieren eigener Bilder hat etwas abenteuerliches. Man erkundet andere Welten oder erschafft sie gar.
Und irgendwann verliert man sich so sehr in dem, was man tut, dass alles andere um einen herum verschwindet und man darin aufgeht.
Wenn ich mal über einen längeren Zeitpunkt nicht dazu komme, mich intensiv mit audiovisuellen Dingen auf einer kreativen Basis auseinanderzusetzen, setzt eine nagende Unzufriedenheit ein. Ich denke dies liegt daran, dass ich dahingehend schon sehr früh sehr stark geprägt wurde, wie ich anfangs angerissen habe.
Mittlerweile lasse ich es am Liebsten gar nicht erst soweit kommen.

Ein besonderes Faible habe ich für die dunklen und schrägen Dinge. Seien es Filme, Bilder oder Musik.
In den letzten 10 Jahren habe ich verstärkt Drone, Noise und Ambient für mich entdeckt.
Bands wie die japanischen Boris, die Amerikaner Sunn O))), Earth oder der japanische Noise Artist Merzbow sind für mich Inspiration, wie ein Teller lauter, düsterer, zerbröckelter Kekse, die dennoch einen sehr angenehmen Geschmack haben.

Seien wir ehrlich, niemand kann sich das wahrscheinlich 24/7 reinziehen ohne sich das Hirn aufzuweichen, aber ohne würde mir etwas fehlen, da ich an herkömmlicher Musik in vielen Genres mittlerweile übersättigt und gelangweilt bin und es viele Bands und Künstler gibt, die Kopien von anderen Bands und Künstlern sind, die von anderen usw.
Da sind die Lauten, die Kaputten, die Exzentriker und Andersmacher einfach ein willkommener Farbklecks in der unüberschaubaren Masse geworden.

Alles ist ständig im Wandel, du und ich eingeschlossen. Hätte ich meinem jüngeren Ich die Scheiben vorgespielt, die ich heute höre,und die Bilder, die mein Kopfkino heute produziert gezeigt, ich wäre vermutlich schreiend weggelaufen.
Dabei sind sie heute ein Teil der Ruhefindung und des Selbst-Zentrieren. Und Inspiration, die eigenen Gefühle in Bild und Ton umzusetzen.

Letztendlich ist es eigentlich auch Wurscht ob sich jemand Horrorstories ausdenkt oder Blumenwiesen malt. Wichtig ist, dass das was man tut, grundsätzlich niemand anderem schadet und es dazu beiträgt, dass eigene Leben in positiver Art und Weise zu bereichern.

Mittlerweile bin ich in der luxuriösen Lage, mir Zeit für kreative Ausbrüche leisten zu können und zu dürfen und lege Dir hiermit ans Herz auch schnellstens damit anzufangen, wenn es noch nicht der Fall ist.
Zackzack!

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