Ein paar Gedanken

Was raus ist, tut drinnen nicht mehr weh. Deswegen schreib ich auf.

Nächsten Monat hat mein Kollege 10 jähriges Jubiläum. Anfang letzten Jahres hatte er nach mehreren Wochen warten eine Krebsdiagnose erhalten. Er machte Therapien, wurde operiert und fing Ende letzten Jahres mit der Wiedereingliederung an. Im März hatte er Urlaub, kam von diesem aber nicht wieder. Der Krebs war zurück. Wieder Therapie, wieder warten. Das alles noch zusätzlich in der Corona-Krise. Was ich bisher immer bewunderte war sein Kampfgeist und Optimismus. Er war noch immer am Scherzen, hat sich nicht unterkriegen lassen und die ganze Geschichte mit einem Trotz und einer Kraft durchgestanden, die ich bewundert habe. Vor drei Wochen hat er nicht mehr gescherzt. Er hörte sich matt und abgekämpft an, plante aber bereits den Zeitpunkt, wenn er zurückkommen werde. Vor 1,5 Wochen schrieb mir seine Frau, dass er ins Krankenhaus musste und sich sein Zustand verschlimmert hat. Nun, heute morgen erreichte mich die Nachricht, dass er Krebszellen im Hirnwasser hat und eine weitere Therapie eingeleitet wurde.
Krebs ist ein Arschloch. Ein fieses, hinterhältiges Mistschwein.
In solchen Momenten besinnt man sich wieder darauf, wie dankbar man für eine intakte Gesundheit sein kann und das man – trotz aller Widrigkeiten im Leben – dieses Dasein geniessen sollte. Manchmal kann von heute auf morgen deine persönliche Welt auf den Kopf gestellt werden. Im Kleinen wie im Großen. Die Gesellschaft ist mit Corona konfrontiert. Jeder Mensch für sich anders. Mein Kollege kämpft um sein Leben. So wie so viele andere Menschen auch.
Den Gesunden bleibt in solchen Momenten die Möglichkeit über dieses Geschenk der Gesundheit bewusst zu sein und für die Angehörigen und Erkrankten da zu sein. Der eine mag beten, der andere gut zureden, wieder jemand anderes schweigt vielleicht nur.
Ich bin nicht gläubig. Aber ich wünsche ihm und seinen Angehörigen alle Kraft der Welt und wünsche ihm von Herzen, dass er gesund wird.
Und warte auf den Moment, in dem er wieder durch die Tür kommt und mir einen guten Morgen wünscht.

2 Kommentare

  1. Miss to Bee · Mai 30

    Krebs ist so schlimm. Bei meinem verstorbenen Freund war es genau so. Ich hoffe sehr, dass er es schafft und wenn nicht, dass er friedlich gehen kann ❤

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Ein paar weitere Gedanken | Auf ein Wort mit dem Lord

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