Aktion Sorgenspende

Die letzten Tage hat es wieder ordentlich gebrannt auf Twitter.
Der Grund war eine Person, die dort seit längerem immer wieder mal Spendenaktionen ins Leben ruft. Da gibt es die Befürworter, die sich an den Aktionen beteiligen und auch spenden, aber auch die Kritiker, die davon überzeugt sind, dort ginge es nicht mit rechten Dingen zu und die verantwortliche Person würde sich persönlich bereichern oder ähnlichen Schmuh betreiben.

Allein diese Situation an sich hat ja schon genug Diskussionspotenzial, letztendlich ist nun aber auch noch eine besonders tragische Sache hinzugekommen. Jemand hat einen Account eröffnet, behauptet seine Frau verloren zu haben und nun alleinerziehend zu sein. Durch einige hilfsbereite Menschen ist der „Spendenaccount“ aufmerksam geworden und dem vermeintlichen Neuwitwer wurde geholfen. So weit so gut. Es stellte sich dann aber heraus, dass es sich um einen Betrüger handelte, offensichtlich entlarvt von einem derjenigen, die auch die Arbeit des Spendenaccounts kritisieren.

Und hier beginnt das eigentliche Elend.
Bei den besagten Kritikern handelt es sich um genau die Personen, die immer wieder mit streitbaren Aussagen und Aktionen auffallen und zum Teil auch grenzwertiges, „investigatives“ Verhalten an den Tag legen. Man hat bei genau diesen Personen das Gefühl, dass sie ihrer „Aufklärungsarbeit“ nicht nachgehen, weil sie für die richtige Sache arbeiten wollen, sondern um ihr Ansehen und Ego ein bisschen aufzupolieren.
Dies erkennt man insbesondere an der nicht neutralen Art, dem geringschätzenden Vokabular und dem Tunnelblick. Sie versteifen sich dabei sehr auf ihre Sicht der Dinge. Wird diese Sicht nicht geteilt wird entweder geblockt oder schlecht Wetter gegen den Kritiker gemacht – oder auch beides in Kombination.
Letztendlich hat man es hier nicht mit richtigen Kritikern, sondern mit Möchtegerns auf Klatschpressenniveau zu tun. Was einem nicht passt wird ignoriert und mundtot gemacht.
Es sind genau die selben Menschen, die man im „Real-Life“ so antrifft, nur das sie es dort hinter vorgehaltener Hand tun.

Es gibt bei uns von Zeit zu Zeit einen Umsonstflohmarkt. Dort bringt man Sachen hin, die man nicht mehr braucht und andere, denen es materiell nicht so gut geht, können dort ihre Kinder oder sich einkleiden, Geschirr, Bücher, Haushaltsgeräte oderoderoder mitnehmen.
Das ganze läuft auf Vertrauensbasis und wird natürlich auch gut angenommen.
Auch hier gibt es Kritiker. Es gibt die sachlichen, die ihren Standpunkt und ihre Meinung ganz neutral vorbringen, aber es gibt auch die Privatermittler, die ganz schlimme, krumme Dinger vermuten und das „aufdecken“ wollen.
Nur gibt es da nichts aufzudecken, denn natürlich gibt es schwarze Schafe. Second Hand Händler, Ebay-Ticker, oder einfach gierige Menschen die sowieso nie genug von allem bekommen können.
Letztendlich macht man mit ihnen seine Erfahrungen und wächst daran.
Mit der Zeit ist es dann recht einfach, wenn man mit ein, zwei Leuten ein bisschen aufpasst, genau diese Leute herauszufiltern. Ich denke jedoch nicht, dass man immer alle erwischt.

Was ich aber jedoch denke ist, dass man solcherlei Aktionen nicht aufgrund der schwarzen Schafe abschaffen sollte. Dann bleiben nämlich die eigentlichen Leidtragenden auf der Strecke. Wenn man sich ein paar mal persönlich für solche Aktionen eingesetzt und sich mit den Menschen persönlich auseinandergesetzt hat, wird man recht schnell eins und eins zusammenzählen können und feststellen, dass nicht die schwarzen Schafe das eigentliche Problem sind, sondern der Grund, warum man Spendenaktionen überhaupt machen muss.

Und es ist wie in allen Bereichen des Lebens der Ton, der die Musik macht.
Meiner Meinung nach sollte man besonders bei den Leuten aufpassen, die immer wieder in allen möglichen Situationen in Erscheinung treten und dabei diese laute Bildzeitungsmentalität an den Tag legen. Auch die werden immer ihre Anhänger haben. Und die haben sie meist aufgrund ihrer grenzüberschreitenden, Effekt heischenden Art. Dabei verhalten sie sich aber unseriös und treten das, was sie verkörpern wollen, mit Füssen in den Dreck.

Für mich gilt die Unschuldsvermutung. Und ich finde eine faktenbasierte und sachliche Herangehensweise beim Aufdecken von Missständen vertrauenswürdiger, als Martkschreierisches anprangern.
Letztendlich habe ich auch online schon das ein oder andere mal gespendet, auch bei Twitter. Ich bin mir bewusst darüber, dass nicht immer alles so sein wird, wie es dargestellt ist. Und oft spende ich erst bei Personen und Aktionen, wo ich einen persönlichen Bezug habe. Oder bei jemandem, dem ich schon länger folge.
Bei betreffendem Spendenaccount habe ich persönlich kein schlechtes Gefühl. Im Gegenteil finde ich es höchst bezeichnend, wie die Kritiker jetzt, da sich hier jemand an der Hilfsbereitschaft vieler User bereichert hatte, von ihrem hohen Ross runter spucken und auch noch nach treten. Nicht beim Blender, sondern bei den Helfern.
Mit so einem Verhalten setzen sich diese Kritiker ins Glashaus der Eitelkeiten und werfen mit Steinen.

2 Kommentare

  1. Yaz · Juni 21

    Schöner Beitrag zu einem hässlichen Thema. Ich stimme dir zu. Man darf nicht nachlassen. Selbst wenn es wegen solcher Betrugsaktionen zu Aufruhr kommt. Letztendlich gibt es ja auch noch die positiven Aspekte des Spendens. Und die überwiegen meist klar.
    Es grüßt eine, die es gern tut und ebenfalls diverse Erfahrungen sammeln musste/durfte. 🙂

    Gefällt 3 Personen

  2. kritikverloren · Juni 23

    I take a deeeeeep breathe and let go all my efforts…..

    Gefällt 1 Person

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