Chaotify Jahresrückblick 2022

In 9 Tagen ist Weihnachten, in 2,5 Wochen das Jahr zu Ende. Und ich fühle nix. Keine Weihnachtsstimmung, keine Vorfreude. Ich war zweimal auf dem Weihnachtsmarkt, einmal mit der Tochter, einmal mit Kollegen. Ist es das Alter? Ist es die Weltlage? Keine Ahnung. In einer Welt wo maßgeblich so viel Kacke am Dampfen ist wünsche ich mir einfach mehr Ruhe für alle.

Dieses Jahr war – so wie auch schon das Jahr davor und das Jahr davor – hart.

Beruflich ist Chaos, bei den Nordstadtkatzen hatten wir viele Rückschläge zu verkraften und auch privat war es immer wieder turbulent.

Es kam die Diagnose einer seltenen genetischen Erkrankung bei meiner Frau, gesundheitliche Probleme bei K2 und schulische Probleme bei K3, die bisher immer in ihrer Spur gelaufen war.

K1, der Älteste, hat sich mittlerweile sehr rar gemacht und ist mehr bei seiner leiblichen Mutter, als bei uns. Er hat dort eine Etage für sich mit riesigem Zimmer, Fernseher, Konsole Wohn- und Schlafbereich. Dinge, die ich/wir ihm so nicht bieten können. Ich kann es verstehen. Es tut trotzdem weh, als Vater, der in der Vergangenheit mehr Verantwortung für ihn getragen hat und im eng mit ihm verbandelt war, nun nicht mehr diese Rolle zu spielen. Ich versuch mir einzureden, dass alles okay ist, solange es ihm gut geht. Meine eigenen Gefühle und mein Ego ausblenden kann ich aber nicht ganz.

Hinzu kamen zu den üblichen Alltäglichkeiten 3-mal Waschmaschinen aus dem Keller raus und 3-mal neue wieder reintragen, weil sie ständig kaputtgegangen sind. Immer derselbe Fehler, jedes mal 1 Austausch. Wir haben nun das Fabrikat gewechselt in der Hoffnung, dass an der Stelle Ruhe reinkommt.

Dann war schon wieder mal das Auto von Lovis kaputt und dann meins. Auch das wird ein alljährliches Ritual. Bei ihr war es was Größeres, bei mir wenigstens diesmal eine Kleinigkeit.

Nebenher hatte dann ja mein Vater noch einen Schlaganfall, mit meiner Mutter war ich in Hannover, weil auch bei ihr ein paar Sachen nicht in Ordnung sind. Ihre medizinische Reise ist auch noch nicht beendet.

Die Mutter meines besten Freundes starb unerwartet. Seitdem zieht er sich zurück, ich habe das Gefühl nicht mehr an ihn ranzukommen. Wir sind seit 38 Jahren beste Freunde und ich weiß, dass er in negativen Phasen diesen Rückzug braucht. Allerdings sind es nun 6 Monate mit einer kurzen Nachricht hier oder da und ansonsten nichts. Schade.

Es gab den Streit mit diesem einen Nachbarn, dessen Frau alle Tiere hasst, man aber scheinbar insbesondere mit uns auch ein Problem hat. Er ist so typisch konservativ deutsch, die Doppelmoral trieft aus jeder Pore. Nach außen der feine Christdemokrat und hinter verschlossener Tür wird rumgeschrien und rumgemeckert. Es kam nicht nur einmal vor, das wir Besuch hatten und irritierte Blicke ernteten, wenn er sich mal wieder lautstark über Nichtigkeiten aufregte. So kann man sich auch bekannt machen. Nach der letzten Eskalation sprechen sie nicht mehr mit uns und das ist sehr angenehm. Es wird wieder schön, wenn er im Sommer in den Urlaub fährt und unsere komplette Häuserreihe aufatmet und alle die Liegestühle rausholen. Es ist wirklich so, die Nachbarschaft atmet merkbar auf, wenn er mal weg ist.

Zu guter Letzt hatten wir dann ja die Küche unter Wasser, weil eines der Ablaufrohre zu war und in Folge dessen ein paar Tage nichts ging, bis auf die Toilette (zum Glück) und das Kaltwasserwaschbecken im Gästeklo.

Ich wollte dieses Jahr neben den Illustrationen für redbubble und die #nordstadkatzen auch Richtung Musik wieder etwas durchstarten. Dieses Jahr wurde es nichts, denn neben den ganzen gewohnten Widrigkeiten, kamen ja auch noch die ganz regulären, alltäglichen Dinge hinzu.

Der Wecker klingelt ab 5 und Feierabend ist abends gegen 20 Uhr. Dann war ich im Schnitt 9 Stunden für den Job unterwegs, bin mit den Hunden gegangen, habe die allzu schweren Sachen für Lovis rausgebracht oder reingeholt, Altpapier geschnitten und gestapelt (fällt bei den #nordstadtkatzen deutlich mehr an, als in einem üblichen Haushalt) oder einkaufen, wir haben die medizinische Versorgung gemacht. Dann essen wir was, besprechen das wichtigste des Tages, gehen schlafen.

An den Wochenenden haben wir Adoptanten zu Besuch oder machen halt all die Dinge im Haushalt, die während der Woche liegen bleiben. Zusätzlich steht demnächst eine Frischzellenkur für K2’s Zimmer an, da er mittlerweile ein Teenager ist und sich auch dementsprechend einrichten möchte.

Es ist kaum Platz dafür sich mit anderen Themen konzentriert auseinander zu setzen. Was bleibt, ist eine Runde Angry Birds oder Candy Crush zwischen zwei Aufgaben, etwas Anderes anzufangen lohnt schlichtweg nicht und muss auf einen der seltenen Tage ganz ohne Termine warten.

Wir werden öfter mal gefragt, wie wir das schaffen. Weiter oben lest ihr es. Zumindest meine Seite. Bei Lovis sieht der Tag anders, aber mindestens genau so voll und anstrengend aus.

Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Das eine will dies so weitermachen. Das andere will auch mal wieder andere Dinge regelmäßig mit der dafür angemessenen Zeit tun.

Und auch neben all dem was getan werden muss und all dem was getan werden will sollte auch einfach mal überhaupt gar nichts getan werden können sollen. Versteht ihr?

Gestern hatte meine Frau einen beschissenen Tag, musste sich mit einem Menschen auseinandersetzen, der in empathielosigkeit von Empathie faselte und komplett an ihr vorbeigeredet hat. Das ist nichts, was ich an dieser Stelle detaillierter erzählen werde, aber ich finde diese Situation schon symptomatisch für diese Zeiten.

Viele Menschen in leitenden Positionen versuchen andere in ihr Weltbild zu pressen und wenn das nicht sofort passt oder sich passend machen lässt wird es ohne weiteres Reflektieren abgetan, abgebrochen, weggewischt.

Und irgendwie schließ sich hier der Kreis zum Anfang meines Textes.

Wir waren dieses Jahr stark damit beschäftigt trotz aller Widrigkeiten, der oben beschriebenen Probleme und Sorgen und Nöte, irgendwie alles normal am Laufen zu halten.

Währenddessen in der Welt:

Im Iran werden junge Menschen für ihren Wunsch nach einem Leben in Freiheit von alten Männern ermordet.

In Russland hat ein alter Mann Anfang des Jahres beschlossen einen Angriffskrieg auf die Ukraine zu starten und viele Menschen ins Elend und Teile der Welt ins Chaos zu stürzen.

In Deutschland wachsen die Gruppierungen der Reichsbürger und Faschisten.

Jugendliche, die sich auf die Straße kleben oder mit Suppe werfen, werden Terroristen genannt.

Menschen sprechen anderen Menschen das Recht ab sich so zu fühlen, wie sie sich fühlen und zu sein wer sie sind und schlagen sich im Internet die Köpfe deswegen ein.

Die WM findet in einem Land statt, dass sich ebendiese mit Geld und Menschenleben erkauft hat.

Korruption in der EU Regierung.

Pakistan mit seiner Flutkatastrophe.

Afghanistan und das große Versagen, dass die Taliban wieder an die Macht brachte. Auch hier herrschen wieder alte, „religiöse“ Männer und unterdrücken Frauen und Mädchen.

Auch dieses Jahr hat es wieder im Regenwald gebrannt, und zwar wieder einmal schlimmer als die Jahre davor.

Medikamente werden knapp, Medizinisches Personal und Pflege sind am Limit.

Die Liste lässt sich fortsetzen.

Trotz dieser ganzen Katastrophen versuchen die Menschen mehr oder weniger normal weiter zu machen, sofern sie die Möglichkeit dazu haben.

Einige müssen sich gar keine Gedanken machen. Sie haben genug Geld um ihre Energierechnungen zu bezahlen, einen großen Weihnachtsbaum und viele wertvolle Geschenke zu kaufen.

Sie werden Ihre Häuser normal heizen. Den Kühlschrank voll und ein weiches Bett haben. Manche von denen sind sich ihrer Privilegien bewusst, andere nicht.

Für all die, die jedoch ums pure Überleben kämpfen spielt das keine Rolle. Die wären wiederum wahrscheinlich froh, wenn sie meine Sorgen hätten. Auch ich und wir sind immer noch wahnsinnig privilegiert.

Ich will hier aber gar keinen Moralischen von machen. Das Leben ist nicht fair. Es gibt keine Sternchen für besonders gutes Betragen. Du wirst irgendwo in einen Teil dieser Welt geboren und musst mit den dort herrschenden Umständen klarkommen. Dabei hilft dir wiederum die gesellschaftliche Position deiner Familie, oder eben auch nicht.

Nicht jeder hat die gleichen Chancen auf ein Leben mit Wohlstand, Bildung Kultur.

Die, die viel haben, könnten allerdings denen helfen, die nicht so viel haben. Stattdessen beuten die, die viel haben, diejenigen, die wenig haben aber noch weiter für den eigenen Wohlstand aus (nein, natürlich nicht ALLE).

Während eine Holocaustleugnerin über 90 Jahre alt und von Rechten als Heldin verehrt wird, ermorden iranische Mullahs junge Mädchen und Jungen, die nichts weiter wollen als das, was wir hier bereits haben: die Möglichkeit selbstbestimmt zu leben, zu lachen, zu tanzen, zu lieben.  

Einen auf Besinnlichkeit zu machen kommt mir da mittlerweile heuchlerisch vor.

Nein, ich kann mir nicht das Elend der Welt aufladen. Aber verdrängen und ignorieren kann ich es auch nicht.

Ich wünschte mir etwas mehr Gleichgewicht. Ich wünschte, die Wohlhabenden würden den Ärmeren stärker unter die Arme greifen, solange bis diese selber aus eigener Kraft einen Wohlstand halten können. Allen ginge es gut und alle wären glücklich in diesem WiWaWunderland namens Erde.  

Mir ist aber auch klar, dass dies ein frommer Wunsch bleiben wird.

Vielleicht für ein Weihnachtswunder.

Schönen vierten Advent!

1 Blog, some Facts / ein wenig Realtalk

Ja ist es denn die Möglichkeit, ich schreib auch mal wieder was.

Hab gerade zufällig einen Tweet gelesen, wo jemand sehr traurig und verzweifelt ist, weil eine langjährige Beziehung zu Ende gegangen ist. Dazu möchte ich mal im allgemeinen meinen Senf geben, aus eigener Erfahrung. Natürlich ist meine Situation nicht zwangsläufig vergleichbar mit der Situation der betreffenden Person oder einer anderen, aber hey, so sind wir Menschen.

Wir sehen oder lesen etwas und fühlen uns durch eigene Erfahrungen in dem Bereich in irgendeiner Weise mit der Situation verbunden.

Vielleicht hilft dieser Text auch Personen in einer ähnlichen Lage ein bisschen, das wäre dann ja auch schon was.

Ich war knapp 12 Jahre mit einer Frau liiert, mit der ich mir ein Leben aufgebaut hatte. Wir sind recht jung zusammengekommen, waren nicht die Discogänger und recht sparsam. Wir wohnten zunächst in einer kleinen Einliegerwohnung bei ihren Eltern, zogen dann in die nächstgrößere Stadt und wohnten dort für ein paar Jahre zur Miete. Dann Heirat mit großem Tamtam und allem Pipapo, weil man heiratet ja nur einmal im Leben und scheiß drauf, was kostet die Welt? Mit einem gut angesparten Eigenkapital begaben wir uns auf Haussuche, kauften eins, bauten es um und renovierten es und pflanzten einen Baum im Garten. Wie man das halt so macht.

Wenig später wurde sie schwanger. Freudvolle Gedanken an Schwangerschaftskurse, Friede, Freude, Eierkuchen, spazieren gehen mit dem Kinderwagen.

Die Realität: Meine damalige Frau entwickelte eine Zwangsstörung mit Wasch- und Reinlichkeitszwang, erlitt während der Schwangerschaft eine Blutvergiftung und wir mussten zu mehreren Untersuchungen aufgrund fehlenden Fruchtwassers und es zeichnete sich ab, dass unser Kind einen „verbogenen“ Fuß im Mutterleib hat.

Ich will an dieser Stelle nicht näher auf die Details eingehen, aber es war eine unfassbar schwere Zeit. Sowohl psychisch als physisch. Es gingen etliche Waschmaschinen und Trockner in kurzer Zeit drauf, weil sie nahezu ununterbrochen liefen, alles musste zigtausendmal gewaschen, gewischt und geputzt werden. Wer selbst mit so etwas noch nicht konfrontiert war, der kann sich oftmals nicht vorstellen was das bedeutet. Menschen unter Zwangsstörung wissen, dass ihre Handlungen unlogisch sind, können diesem Druck aber nicht standhalten.

Bei der Geburt bekam sie eine Nesselsucht und unser Sohn wurde mit einem Hakenfuß geboren. Dies wiederum bedeutete nach der Entlassung aus dem Krankenhaus direkt nach Hannover in die nächste Klinik zum gipsen und bandagieren, um Bein und Fuß des kleinen zu richten.

Es folgten Therapien, Mutter-Kind-Kur, auf und abs, Erfolge und Rückschläge. Der Fuß des Sohnes konnte glücklicherweise gerichtet werden. Für meine damalige Frau war ein Heilungserfolg leider nicht so schnell greifbar. Es wurden Medikamente probiert und abgesetzt, weitere Therapien begonnen und beendet, selbst an einer Studie an einer med. Hochschule haben wir teilgenommen. Aufgrund ihrer Zwänge musste ich in der ersten Zeit das Füttern und wickeln, ja die Versorgung des kleinen komplett übernehmen und bekam Unterstützung durch die Schwiegereltern, da auch der Zeitpunkt anstand, an dem ich wieder arbeiten gehen musste.

Ungefähr 4 Jahre ging es so weiter. 4 Jahre in denen meine damalige Frau so oft die Sorge äußerte, dass ich sie verlassen würde aufgrund des ganzen Stresses und ihrer Krankheit.

„Du verlässt mich doch nicht? Ich brauche dich doch!“ Einen Satz, den ich mindestens 2 – 3 mal die Woche abends im Bett hörte.

Als sie wieder zu arbeiten anfing besserte sich die Situation. Auch die korrekten Medikamente und die richtige Dosis wurde gefunden, die ihr den Druck und die Angst hinsichtlich der Zwänge nahmen. Es ging endlich wieder bergauf. Eine junge neue Kollegin ermutigte sie, doch am Wochenende mal mit rauszukommen, ein bisschen feiern.

Ich ermutigte sie ebenfalls. Ich war erleichtert, dass sich endlich Änderung einstellte.

Und die Änderungen stellten sich rapide ein. Auch hier möchte ich nicht näher ins Detail gehen, letztendlich endete aber unsere Beziehung an einem Morgen, nur kurze Zeit, nachdem sie das letzte Mal ihre Sorge geäußert hatte, ich könne sie verlassen.

„Ich liebe dich nicht mehr. Ich will andere Männer kennen lernen, ein eigenständiges Leben führen. Ich will nicht immer Dankbar sein müssen. Nicht immer nur Hausfrau und Mutter sein. Ich will ausgehen und Spaß haben.“

Damals haben mich diese Worte wie Peitschenhiebe getroffen. Für mich brach mein Leben von einem auf den anderen Moment zu einem Trümmerhaufen zusammen. Es folgten noch ein paar wenige Gespräche, es folgte Stress innerhalb der Familie und mir wurden von außerhalb ein paar Dinge zugetragen, die mich noch mehr verletzten und einen anderen Blick auf Sie freigaben. Das war eine wirklich schmerzvolle Zeit. Es folgte die Trennung, ich reichte die Scheidung ein. Ich verlor meine Frau, mein Haus und mit finanzieller Sicherheit und Rücklagen war plötzlich auch Essig.

Ganz zu schweigen von dem unsäglichen Gefühlsmischmasch hinsichtlich unseres gemeinsamen Sohnes und allem was auch für ihn aus dieser Situation resultierte.

Aber: wenn du das jetzt gelesen hast kann ich dir versichern, dass es trotz allem wie es gelaufen ist das Beste war, was mir passieren konnte. Nur weiß man so etwas immer erst im Nachhinein und hat währenddessen immer Argumente parat, warum es gerade bei einem selber den Weltuntergang bedeutet. Bedeutet es nicht.

Ich habe in diesen schwierigen Zeiten nach der Trennung eine neue Frau kennen gelernt. Ich habe nächtelang mit ihr geredet. Sie hat mir zugehört, sie hat mich aufgefangen. Sie war immer da als es mir schlecht ging und ist es auch heute noch. Die Beziehung zu ihr hat mich erkennen lassen, dass es auch anders geht und das die Beziehung zu meiner Exfrau im Prinzip zum scheitern verurteilt war. Wenn du allerdings lange mit jemandem zusammen bist werden unter Umständen auch Dinge für dich selbstverständlich, die es nicht sein sollten. Dinge und Umgangsformen, die nicht gut für dich sind, die du aber als „normal“ betrachtest, weil du es nicht anders gewohnt bist.

Meine Exfrau und ich haben nicht zueinander gepasst und im Nachhinein betrachtet ist es fast schon ein Wunder, dass wir eine so lange Zeit miteinander verbracht haben.

Wer von Twitter hier ist, der kennt Tinker/Lovis höchstwahrscheinlich auch. Wir sind nun 10 Jahre zusammen. 7 davon sind wir verheiratet. Nicht einen Tag davon möchte ich missen.

Sie ist nicht nur meine Frau, sie ist auch meine beste Freundin. Ich freue mich immer noch jeden Tag aufs nach Hause kommen und genieße die Zeit mit ihr. Sie hat 2 Kinder mit in die Beziehung gebracht, die nun auch meine Kinder sind und mich zum dreifachen Vater haben werden lassen.

Sie lässt mich sein wie ich bin und die Dinge machen, die ich machen will, auch wenn sie dabei manchmal seufzend mit dem Kopf schüttelt.

Und wir machen gemeinsam unser Ding. Mein Leben vor unserer gemeinsamen Zeit war ein anderes – ein mir mittlerweile völlig fremdes. Es ist gut und richtig wo ich jetzt bin und mit wem ich jetzt bin. Mit einer Familie die ich liebe und die mich liebt. Und mit einer Frau und Freundin mit der ich ein wahnsinnig spannendes und intensives Leben verbringe, in dem wir 1000 Sachen ausprobieren, improvisieren, Blödsinn machen, unsere Kreativität ausleben und kleine Katzen gesund pflegen.

Und mit der ich mich gemeinsam gegen Widrigkeiten stemme, Stolpersteine wegkicke und Erfolge mit einem Gyros feiere.

Und wenn du das gelesen hast, während du selber gerade in einer Trennungsphase bist möchte ich dir mitgeben, dass – auch wenn es gerade im Moment alles ganz anders scheint und all das, was hier steht so gar nicht auf deine Situation passt – so eine Trennung auch Chancen birgt. Und du in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr möglicherweise feststellst, dass es vielleicht doch ein bisschen auf deine Situation gepasst hat.

Nun

Nachfolgend ein Beitrag meiner Frau Lovis:

Nun, mal wieder viel zu viele Gedanken in meinem Kopf, die ich gar nicht in der Lage bin, alle aufzuschreiben, viel zu schnell geht es hin und her.

Ich versuche es etwas zu ordnen, deshalb hilft es mir, es aufzuschreiben.

Es geht gar nicht darum, dass dies jemand anders liest, es muss nur irgendwie raus in die Welt.

Vielleicht ist es auch ein bisschen Mimimi…

Ich erzähle ja öffentlich, dass ich zur Therapie gehe… Auch ein bisschen was Neues für mich, aber letztlich ja glücklicherweise nichts ungewöhnliches mehr und längst nicht so ein Tabuthema, wie es mal war.

Die Therapeutin ist im Bereich der Tiefenpsychologie tätig und ich komme relativ gut inzwischen mit ihr aus.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat sich mich gefragt, wie ich mich beschreiben würde, wenn ich ne Kontaktanzeige aufgeben würde.

Es fiel mir sooooo schwer, mich dazu äußern, aber sie war minutenlang geduldig.

Ich hab mich für „chaotisch-kreative Idealistin“ entschieden, so richtig mehr ist mir nicht eingefallen.

Ob mein Mann mich auch so schwer beschreiben könne, hat sie mich gefragt. „Nein, dem fallen bestimmt 20 Dinge sofort ein“.

So ist es auch, ihm würden zig Beschreibungen einfallen, die sich aber für mich alle nicht richtig anfühlen, das habe ich auch so gesagt. Sie machen mir etwas Unbehagen, ich rutsche dann auf dem Stuhl hin und her und … nun ja.

„Und ihr Mann kennt sie doch jetzt seit x Jahren am besten, nicht? Und sagen Sie nicht, dass Sie zwei auch Freunde sind und komplett offen miteinander umgehen, alles besprechen können und ehrlich miteinander sind?“ Na klar, dass konnte ich bejahen, das ist so.

Während ich mit meinem Exmann im Nachhinein betrachtet zu viel Zeit verbracht habe, bin ich jedes Mal froh, wenn seine Lordschaft durch die Tür kommt. Hat er etwas früher Feierabend, freue ich mich, dass wir uns sehen. „Aha! Und meinen Sie dann, er könnte nicht recht haben mit dem, was er über sie sagt?“
Alter, der war fies…

„Oder spielen Sie ihm was vor?“

Nein, natürlich nicht. Vor niemandem habe ich mich je so offengelegt, wie vor ihm und das ganz bewusst von Anfang an. Auch meine absurden, traurigen, schamvollen Gedanken teile ich mit ihm, die, die meine eigene Schuld betreffen, meine Fehler, aber auch meine Wünsche und Hoffnungen. Zu niemandem habe ich solch ein Vertrauen, wie zu ihm. Er ist mein Partner, mein Gefährte, mein bester Freund und jemand, der so tief an mich und meine Seele, meine Ideale und mein Sein glaubt, wie ich es selbst gar nicht kann.

„Was ist denn wahrscheinlicher? Dass Sie sich mit ihrer Selbsteinschätzung irren, oder er?“

Pfffffffffffft, Touché, Frau Therapeutin.

Ich fand das ein bisschen gemein und hab ihr das auch gesagt, aber mit ‘nem Zwinkern.

Sie hat da schon recht, mein Bild über mich ist recht undifferenziert und möglicherweise aus Gründen auch geprägt von Überlebensstrategien und Glaubenssätzen.

Ich habe ein Tattoo, sagen wir mal, „gewonnen“.

Ich darf mir das Motiv aussuchen, gleich was es ist, unabhängig von der Größe, Stelle und überhaupt… Ich habe freie Hand, muss nicht auf die Kosten achten.

An meiner Fessel habe ich drei Worte stehen: Achtung, Liebe, Respekt, meine Grundfesten also, mit denen ich anderen gegenübertreten möchte, im wahrsten Sinne des Wortes.
Es hat mich Überzeugungskraft gekostet, die Tätowiererin davon zu überzeugen, es nicht so zu stechen, dass es für andere Leute symmetrisch aussieht, sondern aus meiner Sicht. Sie war nicht der Meinung, dass mich das auf Dauer glücklich macht.

Letztlich bekam ich es so, wie ich es mir gewünscht hatte und bin so zufrieden damit.

In dem neuen Rahmen habe ich über weitere Worte nachgedacht, zwei standen sofort fest: Würde und Menschlichkeit. Auch sie prägen mein Handeln (hoffentlich) und ich möchte sie verewigt haben.

Ich hab darüber nachgedacht, was wohl zu dem vorhandenen passen würde…

Das andere Tattoo ist braun, nicht schwarz, das war mir zu auffällig, außerdem mag ich die Farbe nicht, sie hat so einen Blaustich.

Dezent soll es sein, unauffällig, da ich das ja nicht für andere tragen möchte, sondern für mich.

Aber es gibt noch so viele andere Dinge, die ich „eigentlich“ gerne hätte.

Und genau an diesem „eigentlich“ hänge ich noch…

Denn: Eigentlich möchte ein Teil von mir sich eben nicht mehr anpassen. Eigentlich mag ein Teil wieder Punk sein und wieder nen Iro haben.

Eigentlich mag ich Farbe. Eigentlich mag ich meinen Körper so tätowieren lassen, wie ich mag.

Eigentlich gibt es viele Menschen, die mit ihren Tattoos unsagbar schön aussehen.

Eigentlich mag ich mich meinen mir selbst aufgestellten moralischen Regeln und Beschränkungen nicht unterwerfen und wieder ein bisschen Fuwuwu werden.

Fuwuwu kann ich euch nicht näher erklären, es ist etwas besonderes zwischen seiner Lordschaft und mir, hat für uns mal eine dolle Bedeutung gehabt, uns aus unseren „alten Leben“ zu befreien und steht für etwas sehr persönliches… Es ist eine Art Mantra und gleichzeitig auch irgendwie für das, was wir noch erreichen möchten, sein wollen, für das, was unser persönliches großes Ziel für dieses Leben ist.

Manchmal sage ich „Och, das mache ich im nächsten Leben“, wenn etwas aufgrund der Umstände nicht möglich ist und es mir selbst aber wünsche…

„Im nächsten Leben werde ich einen Tanzkurs machen/ studieren/ die Stolperseine aus dem Weg räumen, die mich selbst in mir hindern, mich und mein Leben zumindest OK zu finden/ reisen, in die Politik gehen/ oder was auch immer“.

Und langsam wird mir bewusst, dass ich kein nächstes Leben haben werde.

Unabhängig nun mal von Religion, Glauben, Wiedergeburt und so, meine ich.

Denn selbst, wenn das so stimmen würde, wäre ja mein Bewusstsein dieses Lebens nicht existent…

Komische Gedanken, oder?

Darüber habe ich bereits in der Grundschule philosophiert… Wird bereits bei der Zeugung das einzigartige Bewusstsein vergeben? Also wenn ein anderes Spermium gewonnen hätte, würde mein Bewusstsein das dann merken, oder geht das gar nicht, weil es dann ja nicht besteht?! Meine Mutter hat mich mit großen Augen angeguckt…

Nun ja, also tobt in mir auch grad etwas der Kampf, was für ein Tattoo ich möchte.

Und das ist ein großer Kampf, denn es ist stellvertretend für diese Seiten in meinem Leben: Die, die ich bin und die, die ich sein mag.

Kann das grad nicht richtig ausdrücken, aber es hängt auch damit zusammen, wie ich mit mir zufrieden werden kann, was an Erziehung und Glaubenssätzen ich loslassen kann und mich mit mir und meiner Welt arrangieren kann.

Und da ich grad bei dem Thema bin: Autsch.

Gestern haben sich seine Lordschaft und ich ein paar Augenblicke gestohlen und sind in die Stadt gefahren.

Wir wollten ein bestimmtes Buch kaufen, haben es gefunden und mitgenommen, alles tutti.

Aber diese 50 Minuten Stadt haben mir wirklich einiges abverlangt, denn gesundheitlich wird’s grad ehrlich gesagt nicht besser, sondern eher schlimmer.

Auch das ist so ein Thema, was meinen Kopf hart f++++.

Ich habe aus Gründen gelernt, dass ich immer und immer und immer weitermachen muss, auf meinen Körper nicht zu hören habe und immer und immer stärker zu sein habe, als andere Menschen. Über Schwäche und Unzulänglichkeiten wird nicht gesprochen, nützt ja nichts, also Arschbacken zusammen kneifen und trotzdem machen.

Mein Körper ist grad wie ein billig-Akku: Ein, zwei kleine Dinge machen, dann braucht er schon wieder eine Ladestation.

Ich habe täglich Schmerzen, seit meiner Jugend schon. Es gibt keinen Tag, an dem ich schmerzfrei bin und habe aber ja für mich gelernt, dass dies normal ist, zumindest für mich.

Es ist nichts Besonderes, dass ich in bestimmten Positionen nicht sitzen kann, Kopf- und Gliederschmerzen habe, mir Kopfhaut, Arme, Beine, Oberschenkel und sogar Teile des Gesichts einschlafen, dass mir phasenweise die Haare ausfallen, ich auch nach drei Durchgängen in der Sauna noch eiskalte Füße und Finger habe und nicht schwitze. Mir ist eigentlich immer kalt. Also auch im Sommer bei 40 Grad. Da sitze ich gerne auf der Terrasse oder grade den Garten um oder betätige mich körperlich, das ist für mich das angenehmste Wetter, denn dann ist die Kälte nicht so schlimm.

Ich kann mir im Moment die Haare nicht kämmen, zu schnell schmerzen die Oberarme und ich habe keine Kraft mehr, bin aus der Puste alleine davon und brauche eine Pause.

Im Moment gibt es Tage, da ist rein körperlich das Lenkradhalten zu anstrengend…

Die Oberschenkel machen auch nicht mit. Gerade Strecken gehen noch, Treppensteigen oder Anstiege entleeren diesen blöden Akku zu schnell und ich brauchen eine Pause.

In der Stadt gestern war es zu anstrengend, die Hand seiner Lordschaft zu nehmen, wir mussten nach einigen Minuten die Seiten wechseln.

Inzwischen gehe ich solche Strecken kaum noch, es ist eher wie ein Wanken geworden.

Von dem schnellen, dynamischen Schritttempo ist nichts mehr da, eher ein „verdammt, wo kann ich keinen Kopf anlehnen und mich hinsetzen“… Beim Duschen zu stehen, bringt mich auch außer Atem.

Neulich im Krankenhaus bei Belastungs-EKG hab ich stolze 122 Sekunden Fahrradfahren können, ehe ich kurz vor einem heftigen Zusammenbruch war.

Ein Arzt stellte eine Mitochondriopathie fest, ein anderer zweifelt dies an.

Und nun weiß ich nicht weiter und überlege, wie lange ich noch ohne Hilfsmittel mich außerhalb des Hauses bewegen kann und hoffe hoffe hoffe, dass ich bald endlich alle Unterlagen bekommen kann, für den neuen Arzt. Der, der zuhört und mich ernst nimmt, der das alles nicht abtut mit „Psyche“… Zu dem hat mich die Therapeutin geschickt, denn auch sie glaubt nicht, dass dies psychisch ist.

Weder das wiederkehrende Fieber, noch die immer auffälligen Urinproben…

Tja, das ist grad etwas fordernd.

Und ich habe mich getraut, mit seiner Lordschaft darüber zu sprechen… Hab mich auch da nackig gemacht, was meine Kraft angeht. Und er war mal wieder toll!
Vielleicht erzählt er euch davon.

Aber erschrocken war er auch ein bisschen… glaube ich.

Und dann sind da noch die Schützlinge und das, was das alles so beinhaltet.

Das geht ehrlich gesagt einigermaßen gut, im Moment arbeite ich ja nicht und kann in mehreren Abschnitten Staubsaugen und mich zwischendurch hinsetzen, mich schlafen legen und mein eigenes Tempo machen.

Aber klar: Das alles kann ich auch nur, weil ich noch krankgeschrieben bin. Und, das ist mir wichtig zu betonten: Weil es Menschen gibt, die dies auch finanziell unterstützen.

Eigentlich hatten wir uns auf ein „besseres“ Jahr gefreut, mit mehr Hoffnungsträgern und wenigen Nordsternchen… Es kam wieder anders. Wie bitter! Also wirklich!

Um jedes einzelne Lebewesen trauern wir und ich bitte um Entschuldigung, dass ich es nicht geschafft hab, dieses Tier groß zu ziehen… Es ist jedes Mal ein persönliches Versagen…

Bereits bevor wir uns diesen Namen gegeben haben, waren wir im Tierschutz aktiv, irgendwie sind wir einfach dazu gekommen und da so reingestolpert.

Ich war im Vorstand eines Vereins, der sich um Hunde aus Spanien bemüht.

An vier verschiedenen Stadtorten in Spanien hatte der Verein Partner… Also in Spanien vor Ort tätige Menschen und private Organisationen, die die Tiere versuchen aus den Tötungsstationen zu holen, sie einfangen oder annehmen.

Dort gibt es keine Tierheime, wie wir sie hier kennen und der Umgang mit den Tieren, ihr Wert für die Gesellschaft ist einfach anders… Vielleicht eher so, wie bei uns zu Küken, die geschreddert werden.

Dort wird ein Hund (oder eine Katze) in der Perrera abgegeben. Sie haben bis zu 28 Tage Zeit, vermittelt oder freigekauft zu werden, danach werden sie getötet.

In einigen Städten hat sich dies schon geändert, dort gibt es Zufluchtsheime, Shelter.

Es ist auch etwas komplexer, als es hier klingen mag, davon kann ich bei Interesse mal erzählen.

Unser Hund 1 stammt direkt aus einer Tötung. Ein TSV kaufte 20 Tiere dort frei, 21 stiegen in dem Shelter aus dem Transporter. Er war Nummer 21.

Hund 2 war in Adra in einem Shelter und von dem Verein, wo ich später tätig war.

Dieses Sheltern waren 30 qm2 betonierter Hinterhof mit zwei Zwingern, unter freiem Himmel. Dort lebten etwa 15 Hunde. Freiwillige kamen und gaben Futter, sehr viel mehr war nicht möglich.

Der TSV hatte immer wieder Stress mit den „Adra-Mädels“, denn es gab immer mehr Notfälle, schwierige Fälle, immer schwieriger waren die Bedingungen.

Der TSV meinte, sie dürfen keine Tiere mehr aufnehmen.

Die Mädels taten es trotzdem, Stück für Stück. Wenn das Shelter voll war, fütterten sie auf der Straße, versorgten dort, behandelten und hofften auf einen freien Platz im Shelter.

Aber: Voll ist voll, sie wussten das.

Irgendwann hofften sie auf einen Platz für eine schwangere Hündin, sprachen mit dem TSV, baten diese Menschen in Deutschland sie dabei zu unterstützen, dass sie sie doch aufnehmen.

Der TSV blieb dabei: Nein war Nein.
Kurz und knapp: Es gab grausame Menschen dort.

Mutter und die ungeborenen Kinder wurden gemeuchelt.

Ich hab Bilder gesehen, die die Mädels geschickt haben, wie gingen schon sehr sehr tief.

Ein Jahr später etwa war ich mit dem TSV Vorort, habe alle Shelter besucht, die Tiere kennengelernt, mit den Menschen Kontakt aufgenommen, verstanden, geschaut, unterstützt.

Es ist sehr leicht zu sagen: Voll ist voll.

Es ist etwas anderes, das Leid und die Tiere zu spüren und zu erleben.

Von außen urteilt es sich so leicht…

Es gibt im Tierschutz nach meinem Empfinden kein schwarz-weiß.

Ich kenne viele Engagierte, die sagen: Ich kann nicht mehr aufnehmen, es im Notfall aber doch tun.

Natürlich doch tun.

Bei uns ist das ähnlich.

Ich weiß sehr genau, dass wir weniger Schützlinge haben müssen, die Umstände passen nicht gut für so viele.

Seine Lordschaft weiß das, das Internet weiß das, alle wissen es.

Trotzdem tun wir es.

Hätten wir eine imaginäre Zahl, wär Ruth nicht hier.

Wo wäre sie dann?

Höchstwahrscheinlich, nein, in diesem Fall sicher nicht mehr am Leben.

Merkt ihr was? Es ist nicht schwarz-weiß…

Und einfach schon gar nicht! Wirklich nicht! Kein Stück.

Grad, weil wir wissen, dass dies seeeeeeeeehr viel ist und wir selbst schon Grenzen überschreiten…

Doch …

Nunja…

Entweder, müssen wir einen Rahmen stecken, mit allen Konsequenzen und Unnachgiebigkeit zu uns und Anfragen, oder wir versuchen den Rahmen zu verändern….

Puh…

Erfahrungsgemäß sind Januar, Februar und noch bis in den März Monate, in denen die wenigsten Menschen die finanzielle Möglichkeit haben, zu unterstützen.

Geht uns ja nicht anders.

Aktuell ist dazu nicht genug Puffer da, einmal grade raus gesagt.

Habt ihr Ideen dazu?

Es gibt so unfassbar tolle Menschen, die uns wiederkehrend unterstützen (können) und das ist ganz ganz groß!

Es ist mir immer noch unangenehm um weitere Unterstützung zu bitten und ich wünsche mir, dass wir irgendwann an einen Punkt kommen, wo wir wieder alles alleine stemmen können und eben diese Menschen nicht mehr brauchen müssen…

Ich breche hier jetzt mal ab, da sind meine Gedanken zu schnell… Vielleicht besprechen wir das mal in nem Space?

Was ich aber unbedingt auch erwähnen möchte, sind die Erfüllung von privaten Wünschen.

Derzeit können wir wenig geben.

Derzeit sind unsere privaten Mittel begrenzt.

Ich schäme mich vor meinen Kindern deswegen oft und versuche, es sie nicht spüren zu lassen.

Ich müsste finanziell schnellstmöglich wieder arbeiten…

Und das sehe ich grad noch nicht.

Mein Krankengeld deckt nicht mal die Strom- und Gasrechnung…

Was ich damit sagen mag:
Danke!

Ich versuche, es wieder echt zu machen…

Wirklich!

Ich möchte nichts geschenkt, werde es wieder ausgleichen…

Danke für euch!

Danke für diese symbolische Geste und die Dinge!

Lovis

Real Life, Twitter und 1 Bit an Kunst

Kuckuck,

lange nichts passiert hier. Das hat zum einen mit dem Parameter Real Life zu tun, der einen immer wieder aus seinen digitalen Traumwelten holt, zum anderen aber auch mangelnde Inspiration. Das erste Quartal 2021 ist im letzten Drittel angelangt, wir haben immer noch Pandemie und so langsam ist auch meine Geduld damit erschöpft. Natürlich halte ich mich weiter an die Vorgaben, natürlich trage ich weiter Maske, natürlich vermeide ich unnötige Kontakte.

Aber es zerrt. Zu gern würde ich mit meiner Familie einfach mal wieder ein Eis essen gehen und mit den Jungs in unserer Stamm-Metal-Kneipe zu lauter Musik ein, zwei Bier trinken und Blödsinn labern.

Glücklicherweise habe ich eine wirklich tolle Familie, so dass die auftretenden Lagerkoller sich in Grenzen halten und wir uns immer recht schnell wieder zusammenraufen. Gerade den Kindern sei hier tiefster Respekt gezollt. Sie machen das wirklich super und ich bin stolz auf sie. Oft haben wir Diskussionen, dass ihre Freunde viel länger und viel häufiger online sind und ständig zocken dürfen und sie beschweren sich, dass sie da vergleichsweise strikte Zeiten haben. Mich besorgt es eher, dass in anderen Familien die Kids im vergangenen Jahr scheinbar 24/7 online waren und noch sind. Auch einer der Gründe weshalb ich hoffe, dass wir spätestens zum Ende dieses Jahres einen Teil der Normalität und Offenheit wiederhaben werden.

Durch die #Nordstadtkatzen, dass Homeschooling, unsere Hunde und das Haus haben meine Frau und ich auch immer gute Beschäftigung. Eingeleitet wurde das Jahr durch die verstorbene Kaffeemaschine. Dann folgte der Februar mit dem „großen Schnee“, wodurch dann Wasser vom Spitzboden in die Kinderzimmer eindrang. Glücklicherweise nicht so stark, wie man es bei einigen Bildern auf Twitter gesehen hatte, wo sich ganze Schneelandschaften auf Dachböden bildeten. Mein Uralt-Netbook, mit dem meine Tochter ihre ersten Geschichten geschrieben hat musste leider trotzdem dran glauben.

Abgerundet wurde dies dann vom Kühlschranks, der seinen Dienst ebenfalls quittierte. Da kamen die niedrigen Temperaturen und der Schnee dann doch gerade richtig. Der neue Kühlschrank ist niedriger und dafür breiter, was wir zum Anlass nahmen die Küche einmal umzustellen, da es sonst nicht mehr gepasst hätte. Da unsere Arbeitsplatten noch aus der alten Wohnung übernommen und improvisiert umgeschnitten und wieder verbunden wurden, brauchten wir aus Stabilitätsgründen nun auch neue Arbeitsplatten. Da diese aber derzeit im örtlichen Baumarkt nicht verkauft werden und diese darüber hinaus auch schnell ins Geld gehen haben wir sie kurzerhand selber aus Plankenholz hergestellt und angebaut. Das ist deutlich günstiger. Und deutlich arbeitsintensiver.

Hierbei war ich wieder einmal froh eine Frau geheiratet zu haben, die gerne handwerklich anpackt und mit der man gemeinsam all diese Dinge erschaffen kann. Wir haben mittlerweile ein gemeinsames handwerkliches Niveau als Ehepaar erreicht, bei dem wir in Rekordzeit nahezu wortlos IKEA Möbel zusammen aufbauen können. Ohne Streit und Androhung von Scheidung. Einfach so. Apropos meine Frau: wer uns auf Twitter folgt hat vielleicht mitbekommen, dass sie derzeit die Acrylmalerei für sich entdeckt hat. Ich finde sie kann hier durchaus noch das ein oder andere Bild mehr posten.

Tja und Twitter… naja alles wie immer.

Säue werden durchs Dorf getrieben, Meldungen gemacht, Accounts löschen sich, Accounts kommen wieder, andere machen Screenshots und lästern rum, wieder andere haben einfach Spaß. Durch einen dummen Zufall hatte ich meinen ersten kleinen Trend mit „Dwayne“. Der Tweet war drei Jahre alt und ich habe ihn nochmal retweetet weil er zu einem neuen Tweet thematisch gut passte und dann hat sich das verselbstständigt. Mit den gestiegenen Followerzahlen merke ich nun auch immer deutlicher die Kehrseite bei Twitter. Die unnötigen und zum Teil wirklich dummen Kommentare sorgen dafür, dass man nicht mehr bei jedem Tweet jede Interaktion mit verfolgen kann oder will. Zum anderen wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich würde den „Falschen“ Accounts folgen.

Ich hatte dazu schon einmal was geschrieben und werde das hier nicht noch einmal breittreten. Mir folgen alle möglichen Accounts und ich folge allen möglichen Accounts. Ich folge dabei einem möglichst breiten Spektrum. Und selbstverständlich folge ich nicht nur Menschen mit denen ich immer und ständig übereinstimme. Und selbstverständlich tätigen von den knapp 1.000 Leuten denen ich folge auch immer wieder irgendwelche Aussagen, die ich persönlich nicht befürworte. Und das sind weitaus mehr als immer die 1 – 2 Leute, welche immer wieder herangezogen und dafür (stellvertretend!?) an den Pranger gestellt werden.

Es macht auch keinen Sinn das immer wieder zu diskutieren. Jeder hat eine andere Sicht auf Humor, Politik, Religion oder was weiß ich was und wenn man so durcheinander und zahlreich aufeinander knallt wie bei Twitter sind Brände vorprogrammiert.

In Deutschland nutzen ca. 1,4 Mio Menschen Twitter regelmäßig und aktiv. Das ist in Zahlen im Vergleich zu Facebook lächerlich gering (ca. 30 Mio.). Die deutsche Bevölkerung liegt bei 83 Mio.

Mir zeigt das zweierlei:

  1. Auf Twitter werden keine „Schlachten“ entschieden und schon gar nicht Prozesse gelenkt.
  2. 1,4 Mio ist wenig aber für einen einzelnen immer noch zu viel, als sich mit allem und jedem im Einzelnen beschäftigen zu wollen und auf alles und jeden einzugehen.  

Immer wieder werden Accounts als böse deklariert und andere als die großen „Durchblicker“ glorifiziert. Für mich persönlich ist diese Frontenbildung nach wie vor Bullshit. Selbstverständlich sollte man tatsächlich kriminellem Verhalten nachgehen. Allerdings sollte man auch Meinungsfreiheit und die freie Äußerung von Meinungen aushalten können. Sofort dagegen zu brüllen und Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen um den anderen „auszuschalten“, zu melden und zu Sippenhaft – mäßigen Massenblockierungen aufzurufen ist aus meiner Sicht mit extremistischen Verhalten vergleichbar. Es werden die Methoden angewandt die am anderen kritisiert werden. Da man selber aber immer eine weiße Weste hat ist das eigene Verhalten natürlich legitim.

Nein. Falsch. Jeder Nutzer sollte für sich allein denken und entscheiden können. Und diese Empfindsamkeiten und das Unvermögen objektiv und nicht emotionsgesteuert an eine Sache ranzugehen verursacht dann doch auch erst diese Schlammschlachten und Treibjagden.

Ein Diskurs findet entweder auf Augenhöhe statt oder gar nicht. Kurzum, Twitter ist für mich Unterhaltung, Meinungsaustausch, Diskussion, Zuflucht. Was ich dort wie mache ist meine Sache und wem ich folge ist meine Entscheidung. Was du dort machst und wem du dort folgst ist deine Sache. Und es ist nicht deine Aufgabe zu entscheiden was richtig und was falsch ist und wer wem aus welchen Gründen auch immer folgt. Meine übrigens auch nicht umgekehrt bei dir oder sonstwem.

Und auch von sonst niemandem. Und überhaupt. Und blablabla. Es sind über die Jahre immer die ewig gleichen, unnötigen Diskussionen.

Twitter ist halt nur ein wirklich verschwinden kleiner Aspekt eines weitaus komplexeren Lebens, dass sich zum größten Teil im realen Leben abspielt und nicht in diesem Mikro-Blogging Dienst. Siehst du das anders, nimmst du das Ganze vielleicht etwas zu ernst. Aber was weiß ich schon?

Zu guter Letzt eine Empfehlung an alle, die Interesse an Fotografie, Malerei und digitaler Kunst haben.

Werft mal einen Blick auf https://www.subs.tv/

Die Plattform ist anders, auch vom Aufbau, als man gewohnt ist und dort gibt es schon eine Reihe eindrucksvoller Arbeiten von tollen Leuten zu bewundern. Der ein oder andere von Twitter ist dort auch zu finden. Und natürlich ist da auch Zeug von mir drauf.

Sayonara Carbonara.

It’s just me, Tinker Bell *Gastbeitrag von Lovis*

Vor einiger Zeit hatte mich Lord Sixus eingeladen, ein wenig zu schreiben über mich, meine Werte und was mir so einfällt.

Seit dem hat mein Kopf Romane geschrieben, die von der Länge Shining um vielfaches schlagen könnten.

Nur diese ganzen Sachen runterzuschreiben, fällt mir im Moment schwer.

Ich glaube, ich bin grad eher die, die redet, denn das geht schneller und ich kann schneller den 10.0000 Gedankensprüngen in meinem Kopf Ausdruck verleihen.

Gedanklich habe ich nahezu alles umrissen in dieser Zeit und auch tatsächlich schonmal angefangen zu schreiben, aber es las sich einfach anders, als es sich für mich anfühlte. Also habe ich es gelöscht.

Nun also ein neuer Versuch.

Ich bin nur ich, nicht mehr, nicht weniger.

Ich bin natürlich die Ehefrau und Gefährtin von Lord Sixtus, Mutter, Bonusmutter, Arbeitnehmerin, Lovis von den #nordstadtkatzen, Straßenhunde-Alphatier, Schwester, Freundin und manchmal auch ein bisschen ich.

Nach vielen vielen dunklen Jahren und schweren Erlebnissen bin ich in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich mich entscheiden konnte.

Entscheiden konnte ich über die zukünftige Ausrichtung meines Lebens.

Welch unglaublicher Gewinn, eine unfassbare Chance für mich.

Jahrzehnte, schon vor Schuleintritt, haben mich Dinge gelenkt, denen ich (dachte), ausgeliefert zu sein: Schuld, Depressionen, Tiefe, Ausgrenzung, ein Gefühl der Wertlosigkeit, Zweifeln, Einsamkeit,…

Und dann kam der Moment, der etwa ein halbes Jahr dauerte, geboren aus einem derartigen Tiefpunkt in meinem Leben, wie ich ihn nie wieder erleben mag.

Vom Kopf wusste ich schon länger, was ich nicht möchte, aber dann war etwas anders: Ich habe mich das erste Mal anders gefühlt! Fühlen und Wissen sind zwei gaaaaaaanz verschiedene Sachen.

Ich habe mich gefragt: „Shit, so fühlen sich die anderen Menschen die ganze Zeit? Ohne Depressionen?!“ und hatte gefühlt, wie sich Leben, mein Leben auch anfühlen kann.

Es war so ein unbeschreiblicher Moment.

Von dort an, mit Lord Sixtus an meiner Seite, habe ich begonnen zu lächeln. Ganz bewusst meine Muskeln zu trainieren und meinem Gehirn zu signalisieren: Du bist jetzt zufrieden.

Ich habe mir beigebracht meine Schultern zu straffen und nicht vor vermeintlicher Schuld hängen zu lassen.

Ich habe mir bewusst die guten Dinge (der Welt, meines Lebens,…) ins Gedächnis zu rufen und mich darauf zu konzentrieren.

Ich habe versucht zu lernen, mein Leben selbst in der Hand zu haben und mit so einigem, auch ungeklärtem, abzuschließen.

Das war und ist gut.

Nur mit mir selbst gehe ich noch nicht so respektvoll um, wie es wahrscheinlich manchmal angebracht wäre. Das weiß ich und auch woran es liegt: An den Glaubenssätzen, die ich gesagt/gezeigt bekommen und mir auch selbst genommen habe.

Glaubenssätze sind die Sätze, die unterbewusst mein Leben lange begleitet haben und nun eine nicht mehr ganz so große Rolle spielen, zumindest diese:

Du bist selbst Schuld

Du bist faul

Du bist nicht genug

Du bist egoistisch

Du bist ein schlechter Mensch

Du hast es nicht anders verdient

Am meisten gewogen haben, glaube ich, lange die Gedanken, ich sei nicht genug und ich hätte es nicht anders verdient. Wobei das „es“ alles schlechte, negative, unangenehme ist. Wahrscheinlich auch eine Kausalkette, die einfach schwer zu durchbrechen war. Vielleicht auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, getreu dem Motto: „Schlechten Menschen widerfährt schlechtes“…

Nun hab ich sehr bewusst getauscht gegen: „Ich bin gut und du bist gut und wir sind gut“ und „Achtung, Liebe, Respekt, Würde“, die Grundfesten, mit dem ich jedem Menschen, jedem Wesen in meinem Leben gegenübertreten möchte.

Oder auch: „Ich freu mich wenn es regnet, denn es regnet auch, wenn ich mich nicht freue“.

Das bedeutet natürlich nicht, alles durch die rosa-rote Brille zu sehen oder Probleme, Hindernisse und co. Einfach wegzulächeln, aber es macht mein Leben nicht schwerer, es zunächst positiv zu bewerten.

Zu Herausforderungen kommt es immer wieder, insbesondere, wenn es um mein Arbeitspegel geht. Ich brauch ein hohes Level, damit die Stille nicht so laut wird, erwarte dies aber nicht von anderen. Aber diesen Auftrag nehmen sich manchmal Menschen in meinem Umfeld, möchten sich messen oder denken, sie würden das auch machen müssen. Das ist aber nicht so! Ich erwarte das von niemandem, es ist nur mein ganz persönlicher Weg mit meinem Leben, ganz meiner eben.

Andere Menschen sind vielleicht zufrieden, wenn sie in Ruhe mit einem Tee ein Buch lesen, mich würde das stressen.

Andere mögen sich gerne mal einen Nachmittag auf dem Sofa auschillen, ich bekäme (tatsächlich) eine Krise. 

Ich brauche das, mein Weg. Aber das heißt ja nicht, dass das nicht der Weg von x oder y sein kann und dem/der das gut tut, mir aber eben nicht. Deswegen haben mein Hausarzt und ich öfter mal Meinungsverschiedenheiten…. Aber, ich bin groß und kenne mich und mein Leben am besten, ich bin also der Experte für mein Leben und kann daher ziemlich gut einschätzen, was ich brauche und was mir gut tut.

Viele Jahre war ich für so viele Dinge selbst und alleine verantwortlich, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen ist für mich schwer. Im kleinen, wie im großen: Ich kann die Tüten alleine tragen, ich kann mit dem Bohrhammer selbst die Steine wegmachen, ich schaffe das schon…

Schwierig, denn da spielen die alten Glaubenssätze natürlich wieder mit.

Für die #nordstadtkatzen Unterstützung und Hilfe anzunehmen war für mich ein Meilenstein.

Und so schwer das war, umso dankbarer bin ich dafür!

Wirklich!

Dankbarkeit spüren zu können, ging für mich in Phasen der Depression nicht, so gerne ich es gewollt hätte.

Aber nun bin ich sehr dankbar! Dankbar für diesen Weg, für meine Familie, so chaotisch und unnormal wir manchmal auch sind, für die große Chance in meinem Leben, für so viele Dinge….

Aber auch dankbar, für „nicht-Zustände“, zum Beispiel, dass ich nicht in einem Land lebe, in dem ich verfolgt werde, dass ich nicht auf der Flucht bin, dass ich keine Gewalt mehr erfahre…

Daraus folgt wieder, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder so von Herzen lachen, dass sie mich (zwar sehr selten, aber immerhin) anstecken können, dass sie gute Startbedingungen für ihr Leben hatten, nicht zuletzt auch, weil Lord Sixtus unsere Familie bereichert hat, denn wir sind gepatchworkt…

Nun, vielen Dank fürs lesen, nun verlangen die Tiere und die Kinder wieder ihre Aufmerksamkeit und die Follower der #nordstadtkatzen warten auf die Abendbilder.

Herzliche Grüße

Just me, TinkerBell

Jahresbilanz, ihr Eumel

So. Das war es also mit 2020, zumindest fast. Und ich habe das Gefühl, das Jahr ist verflogen.
Es war eine Menge los. Der Anfang des Jahres gestaltete sich zunächst gemächlich.
Dann kam COVID in Deutschland richtig an und damit der erste Lockdown. Wirklich viel hat sich für mich persönlich dadurch zunächst nicht geändert.
Ich bin normal weiter zur Arbeit und musste eine Maske beim Einkaufen tragen. Ok.
Für die Kinder und meine Frau änderte sich u. a. durch die Home Schooling Situation deutlich mehr.
Rückblickend betrachtet sind wir da aber als Familie gut mit durchgekommen.

Seit April steht die 4 vorne in meiner Altersangabe. Das ist immer noch irgendwie seltsam.
Im Mai setzte ich diese Website auf und habe seitdem auch tatsächlich mehr oder weniger kontinuierlich geschrieben.
Im Juni explodierte unsere Anzahl an Fundkitten und es kam deutlich mehr Leben in die Bude.
Plötzlich wuselte es im Wohnzimmer vor kleinen Fellbällen und meine Lovis konnte sich vor #Nordstadtkatzen – Terminen kaum noch retten. Persönliches kennenlernen und lieb gewinnen von Twitter Usern folgte.
Fotos, Live-Streaming, Tierarztbesuche in Dauerschleife und viele neue, lustige Situationen
hielten dadurch auch Einzug in unser Leben. Leider auch der ein oder andere Abschied, da manche der Kleinen es nicht geschafft haben.

Anfang August verstarb auch mein langjähriger Kollege nach schwerer Krankheit. Ich denke heute noch täglich an ihn.
Sein Kampf mit dem Krebs hat mich lange begleitet und mir wieder einmal unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Wenn wir etwas machen wollen, dann sollten wir es tun und nicht auf die lange Bank schieben.
So abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, so wahr ist er aber auch.
Ich bin dankbar für mein Leben, für meine Familie und alles was ich habe.

Im September und Oktober habe ich viel gegrübelt und dann Anfang November als Resultat meinen Shop eröffnet, den ich regelmäßig mit Content füttere.
Ich müsste viel mehr Werbung machen. Allerdings steht der Spaß im Vordergrund und es gibt Dinge, die haben höhere Priorität.
Es wird sich entwickeln und der Zeitpunkt kommen, wo ich mich da stärker drauf fokussieren kann.

Die Woche vor Weihnachten haben wir das Wohnzimmer umgebaut und renoviert. Mit (vielen) kleinen Katzen im Haus ist es ein wenig als würden die Gremlins
darin rumtoben. Das Mobiliar und die Teppiche haben ziemlich gelitten.
Weihnachten haben wir dann weitestgehend als Familie allein verbracht, im allerengsten Kreis.
Bis hierher kann ich feststellen, dass ich ruhiger werde. Auch innerlich. Das ist gut. Wir haben eine ganze Menge erlebt und dieses Pandemieding ist dabei fast allgegenwärtig. Dennoch kam das alles nicht so nah an mich ran, wie ich vorher geglaubt hätte.
Ja, gerade im Sommer hat die Maske manchmal genervt. Trotzdem wurde und wird sie getragen.
Dieses Heckmeck der Aluhutfraktion und der braunen Lappen verstehe ich nicht und ohne sie und ihre Querdenkereien und Demos wären wir heute sicherlich
weiter unten mit den Infektionszahlen.


Nun gut. Was solls. Es ist wie es ist und machen wir halt das Beste daraus.
In drei Tagen ist Silvester. Auch dann werden sich wieder einige Experten und Besserwisser nicht an die Verordnungen halten.
Menschen sind so.
Wir werden jedenfalls auch diesen Tag beschaulich und im engsten Kreis verbringen. So, wie wir es die Jahre zuvor auch schon getan haben.


Erstaunlicherweise wird nämlich auch dieses Silvester kein universeller Resetbutton erscheinen, der am 01.01.2021 plötzlich alles anders macht.
Das Leben orientiert sich nicht an einem von Menschen erdachten Kalendersystem.
Das Leben geht einfach weiter. Auch nächste Woche wird man noch Klopapier kaufen können.
Es werden weiterhin Menschen geimpft und dennoch werden sie nicht zu ferngesteuerten 5G Zombies mutieren.


Donald Trump, der große Heiland, der all die Kinder aus den Bergwerken der Elite gerettet haben soll (erinnert sich noch jemand? Qanon, anyone?) wird seine Koffer packen und den Schlüssel zum Weißen Haus an Joe Biden übergeben müssen.
Es werden neue Verschwörungsmythen ohne logische Argumentation und Beweisführung folgen und wir werden sehen ob Donald sich mit dem Wendler eine Parkbank teilen müssen wird.
Und vielleicht schleicht sich im Sommer des nächsten Jahres eine gewisse Normalität ein. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder Konzerte, Kino und Parties geben.


Wir werden sehen.
Alles bleibt anders.
Und bleibt ihr bitte gesund.