It’s just me, Tinker Bell *Gastbeitrag von Lovis*

Vor einiger Zeit hatte mich Lord Sixus eingeladen, ein wenig zu schreiben über mich, meine Werte und was mir so einfällt.

Seit dem hat mein Kopf Romane geschrieben, die von der Länge Shining um vielfaches schlagen könnten.

Nur diese ganzen Sachen runterzuschreiben, fällt mir im Moment schwer.

Ich glaube, ich bin grad eher die, die redet, denn das geht schneller und ich kann schneller den 10.0000 Gedankensprüngen in meinem Kopf Ausdruck verleihen.

Gedanklich habe ich nahezu alles umrissen in dieser Zeit und auch tatsächlich schonmal angefangen zu schreiben, aber es las sich einfach anders, als es sich für mich anfühlte. Also habe ich es gelöscht.

Nun also ein neuer Versuch.

Ich bin nur ich, nicht mehr, nicht weniger.

Ich bin natürlich die Ehefrau und Gefährtin von Lord Sixtus, Mutter, Bonusmutter, Arbeitnehmerin, Lovis von den #nordstadtkatzen, Straßenhunde-Alphatier, Schwester, Freundin und manchmal auch ein bisschen ich.

Nach vielen vielen dunklen Jahren und schweren Erlebnissen bin ich in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich mich entscheiden konnte.

Entscheiden konnte ich über die zukünftige Ausrichtung meines Lebens.

Welch unglaublicher Gewinn, eine unfassbare Chance für mich.

Jahrzehnte, schon vor Schuleintritt, haben mich Dinge gelenkt, denen ich (dachte), ausgeliefert zu sein: Schuld, Depressionen, Tiefe, Ausgrenzung, ein Gefühl der Wertlosigkeit, Zweifeln, Einsamkeit,…

Und dann kam der Moment, der etwa ein halbes Jahr dauerte, geboren aus einem derartigen Tiefpunkt in meinem Leben, wie ich ihn nie wieder erleben mag.

Vom Kopf wusste ich schon länger, was ich nicht möchte, aber dann war etwas anders: Ich habe mich das erste Mal anders gefühlt! Fühlen und Wissen sind zwei gaaaaaaanz verschiedene Sachen.

Ich habe mich gefragt: „Shit, so fühlen sich die anderen Menschen die ganze Zeit? Ohne Depressionen?!“ und hatte gefühlt, wie sich Leben, mein Leben auch anfühlen kann.

Es war so ein unbeschreiblicher Moment.

Von dort an, mit Lord Sixtus an meiner Seite, habe ich begonnen zu lächeln. Ganz bewusst meine Muskeln zu trainieren und meinem Gehirn zu signalisieren: Du bist jetzt zufrieden.

Ich habe mir beigebracht meine Schultern zu straffen und nicht vor vermeintlicher Schuld hängen zu lassen.

Ich habe mir bewusst die guten Dinge (der Welt, meines Lebens,…) ins Gedächnis zu rufen und mich darauf zu konzentrieren.

Ich habe versucht zu lernen, mein Leben selbst in der Hand zu haben und mit so einigem, auch ungeklärtem, abzuschließen.

Das war und ist gut.

Nur mit mir selbst gehe ich noch nicht so respektvoll um, wie es wahrscheinlich manchmal angebracht wäre. Das weiß ich und auch woran es liegt: An den Glaubenssätzen, die ich gesagt/gezeigt bekommen und mir auch selbst genommen habe.

Glaubenssätze sind die Sätze, die unterbewusst mein Leben lange begleitet haben und nun eine nicht mehr ganz so große Rolle spielen, zumindest diese:

Du bist selbst Schuld

Du bist faul

Du bist nicht genug

Du bist egoistisch

Du bist ein schlechter Mensch

Du hast es nicht anders verdient

Am meisten gewogen haben, glaube ich, lange die Gedanken, ich sei nicht genug und ich hätte es nicht anders verdient. Wobei das „es“ alles schlechte, negative, unangenehme ist. Wahrscheinlich auch eine Kausalkette, die einfach schwer zu durchbrechen war. Vielleicht auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, getreu dem Motto: „Schlechten Menschen widerfährt schlechtes“…

Nun hab ich sehr bewusst getauscht gegen: „Ich bin gut und du bist gut und wir sind gut“ und „Achtung, Liebe, Respekt, Würde“, die Grundfesten, mit dem ich jedem Menschen, jedem Wesen in meinem Leben gegenübertreten möchte.

Oder auch: „Ich freu mich wenn es regnet, denn es regnet auch, wenn ich mich nicht freue“.

Das bedeutet natürlich nicht, alles durch die rosa-rote Brille zu sehen oder Probleme, Hindernisse und co. Einfach wegzulächeln, aber es macht mein Leben nicht schwerer, es zunächst positiv zu bewerten.

Zu Herausforderungen kommt es immer wieder, insbesondere, wenn es um mein Arbeitspegel geht. Ich brauch ein hohes Level, damit die Stille nicht so laut wird, erwarte dies aber nicht von anderen. Aber diesen Auftrag nehmen sich manchmal Menschen in meinem Umfeld, möchten sich messen oder denken, sie würden das auch machen müssen. Das ist aber nicht so! Ich erwarte das von niemandem, es ist nur mein ganz persönlicher Weg mit meinem Leben, ganz meiner eben.

Andere Menschen sind vielleicht zufrieden, wenn sie in Ruhe mit einem Tee ein Buch lesen, mich würde das stressen.

Andere mögen sich gerne mal einen Nachmittag auf dem Sofa auschillen, ich bekäme (tatsächlich) eine Krise. 

Ich brauche das, mein Weg. Aber das heißt ja nicht, dass das nicht der Weg von x oder y sein kann und dem/der das gut tut, mir aber eben nicht. Deswegen haben mein Hausarzt und ich öfter mal Meinungsverschiedenheiten…. Aber, ich bin groß und kenne mich und mein Leben am besten, ich bin also der Experte für mein Leben und kann daher ziemlich gut einschätzen, was ich brauche und was mir gut tut.

Viele Jahre war ich für so viele Dinge selbst und alleine verantwortlich, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen ist für mich schwer. Im kleinen, wie im großen: Ich kann die Tüten alleine tragen, ich kann mit dem Bohrhammer selbst die Steine wegmachen, ich schaffe das schon…

Schwierig, denn da spielen die alten Glaubenssätze natürlich wieder mit.

Für die #nordstadtkatzen Unterstützung und Hilfe anzunehmen war für mich ein Meilenstein.

Und so schwer das war, umso dankbarer bin ich dafür!

Wirklich!

Dankbarkeit spüren zu können, ging für mich in Phasen der Depression nicht, so gerne ich es gewollt hätte.

Aber nun bin ich sehr dankbar! Dankbar für diesen Weg, für meine Familie, so chaotisch und unnormal wir manchmal auch sind, für die große Chance in meinem Leben, für so viele Dinge….

Aber auch dankbar, für „nicht-Zustände“, zum Beispiel, dass ich nicht in einem Land lebe, in dem ich verfolgt werde, dass ich nicht auf der Flucht bin, dass ich keine Gewalt mehr erfahre…

Daraus folgt wieder, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder so von Herzen lachen, dass sie mich (zwar sehr selten, aber immerhin) anstecken können, dass sie gute Startbedingungen für ihr Leben hatten, nicht zuletzt auch, weil Lord Sixtus unsere Familie bereichert hat, denn wir sind gepatchworkt…

Nun, vielen Dank fürs lesen, nun verlangen die Tiere und die Kinder wieder ihre Aufmerksamkeit und die Follower der #nordstadtkatzen warten auf die Abendbilder.

Herzliche Grüße

Just me, TinkerBell

Jahresbilanz, ihr Eumel

So. Das war es also mit 2020, zumindest fast. Und ich habe das Gefühl, das Jahr ist verflogen.
Es war eine Menge los. Der Anfang des Jahres gestaltete sich zunächst gemächlich.
Dann kam COVID in Deutschland richtig an und damit der erste Lockdown. Wirklich viel hat sich für mich persönlich dadurch zunächst nicht geändert.
Ich bin normal weiter zur Arbeit und musste eine Maske beim Einkaufen tragen. Ok.
Für die Kinder und meine Frau änderte sich u. a. durch die Home Schooling Situation deutlich mehr.
Rückblickend betrachtet sind wir da aber als Familie gut mit durchgekommen.

Seit April steht die 4 vorne in meiner Altersangabe. Das ist immer noch irgendwie seltsam.
Im Mai setzte ich diese Website auf und habe seitdem auch tatsächlich mehr oder weniger kontinuierlich geschrieben.
Im Juni explodierte unsere Anzahl an Fundkitten und es kam deutlich mehr Leben in die Bude.
Plötzlich wuselte es im Wohnzimmer vor kleinen Fellbällen und meine Lovis konnte sich vor #Nordstadtkatzen – Terminen kaum noch retten. Persönliches kennenlernen und lieb gewinnen von Twitter Usern folgte.
Fotos, Live-Streaming, Tierarztbesuche in Dauerschleife und viele neue, lustige Situationen
hielten dadurch auch Einzug in unser Leben. Leider auch der ein oder andere Abschied, da manche der Kleinen es nicht geschafft haben.

Anfang August verstarb auch mein langjähriger Kollege nach schwerer Krankheit. Ich denke heute noch täglich an ihn.
Sein Kampf mit dem Krebs hat mich lange begleitet und mir wieder einmal unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Wenn wir etwas machen wollen, dann sollten wir es tun und nicht auf die lange Bank schieben.
So abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, so wahr ist er aber auch.
Ich bin dankbar für mein Leben, für meine Familie und alles was ich habe.

Im September und Oktober habe ich viel gegrübelt und dann Anfang November als Resultat meinen Shop eröffnet, den ich regelmäßig mit Content füttere.
Ich müsste viel mehr Werbung machen. Allerdings steht der Spaß im Vordergrund und es gibt Dinge, die haben höhere Priorität.
Es wird sich entwickeln und der Zeitpunkt kommen, wo ich mich da stärker drauf fokussieren kann.

Die Woche vor Weihnachten haben wir das Wohnzimmer umgebaut und renoviert. Mit (vielen) kleinen Katzen im Haus ist es ein wenig als würden die Gremlins
darin rumtoben. Das Mobiliar und die Teppiche haben ziemlich gelitten.
Weihnachten haben wir dann weitestgehend als Familie allein verbracht, im allerengsten Kreis.
Bis hierher kann ich feststellen, dass ich ruhiger werde. Auch innerlich. Das ist gut. Wir haben eine ganze Menge erlebt und dieses Pandemieding ist dabei fast allgegenwärtig. Dennoch kam das alles nicht so nah an mich ran, wie ich vorher geglaubt hätte.
Ja, gerade im Sommer hat die Maske manchmal genervt. Trotzdem wurde und wird sie getragen.
Dieses Heckmeck der Aluhutfraktion und der braunen Lappen verstehe ich nicht und ohne sie und ihre Querdenkereien und Demos wären wir heute sicherlich
weiter unten mit den Infektionszahlen.


Nun gut. Was solls. Es ist wie es ist und machen wir halt das Beste daraus.
In drei Tagen ist Silvester. Auch dann werden sich wieder einige Experten und Besserwisser nicht an die Verordnungen halten.
Menschen sind so.
Wir werden jedenfalls auch diesen Tag beschaulich und im engsten Kreis verbringen. So, wie wir es die Jahre zuvor auch schon getan haben.


Erstaunlicherweise wird nämlich auch dieses Silvester kein universeller Resetbutton erscheinen, der am 01.01.2021 plötzlich alles anders macht.
Das Leben orientiert sich nicht an einem von Menschen erdachten Kalendersystem.
Das Leben geht einfach weiter. Auch nächste Woche wird man noch Klopapier kaufen können.
Es werden weiterhin Menschen geimpft und dennoch werden sie nicht zu ferngesteuerten 5G Zombies mutieren.


Donald Trump, der große Heiland, der all die Kinder aus den Bergwerken der Elite gerettet haben soll (erinnert sich noch jemand? Qanon, anyone?) wird seine Koffer packen und den Schlüssel zum Weißen Haus an Joe Biden übergeben müssen.
Es werden neue Verschwörungsmythen ohne logische Argumentation und Beweisführung folgen und wir werden sehen ob Donald sich mit dem Wendler eine Parkbank teilen müssen wird.
Und vielleicht schleicht sich im Sommer des nächsten Jahres eine gewisse Normalität ein. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder Konzerte, Kino und Parties geben.


Wir werden sehen.
Alles bleibt anders.
Und bleibt ihr bitte gesund.