2025 komprimiert

Dezember 2025. Nun kommen sie wieder, die Jahresrückblicke. Und meine Fresse, habt ihr nicht auch das Gefühl, es wir jedes Jahr absurder?

Das tatsächliche Leben hat Science Fiction und Satire in vielen Bereichen schon überrundet und beim Blick in die Nachrichten möchte man sich manchmal ungläubig die Augen reiben.

Ich möchte wieder mehr schreiben. Also dachte ich mir, ich nehme das Jahrsende mal als Gelegenheit dazu und blicke persönlich darauf zurück. Also auf das, was bei mir los war, weniger auf das, was das Weltgeschehen so mit sich gebracht hat.

Ich habe aktuell erst gehört, dass Triggerwarnungen eher kontraproduktiv sind und allein das Aussprechen einer solchen ebenfalls schon dafür sorgen kann, dass eine Person u. U. in eine negative Gedankenkette rutscht.

Dennoch möchte ich an dieser Stelle anbringen, dass auch das Thema Tod hier behandelt werden wird. Zwei mal.

Im Februar waren wir auf einer ziemlich großen Demo gegen rechts in unserer Heimatstadt. Hierzu hatte meine Frau eigens selbst entworfene Fahnen geplottert.

Ab April begann dann der Umbau der Küche. Aufgrund der MECFS Erkrankung von Lovis sind einige Anpassungen nötig, um ihr das Leben etwas zu erleichtern.

2024 war es das Badezimmer mit einer Badewanne mit Einstieg, dieses Jahr nun eine Küche, bei der die Elektrogeräte erhöht angebracht sind und alle wichtigen Dinge auch notfalls im Sitzen von einem Rollstuhl aus zu erreichen sind. Wir hatten hier noch das Glück von einem Förderprogramm profitieren zu dürfen, welches aus Einsparungsgründen schon wieder abgeschafft werden soll.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Alle Sachen aus der Küche raus und in Kartons verpackt und die alten Möbel wurden zersägt und auf den Wertstoffhof gebracht. In der neuen Küche  brauchten wir mehr Steckdosen, also musste ich hier auch Schlitze in die Wände stemmen und Leitungen verlegen. Der Zeitplan wurde etwas durcheinandergebracht, als ich beim Schlitze ziehen eine unglücklich verlegt Wasserleitung traf (ist ein altes Haus).

Letztendlich war es aber wie in einem Disneyfilm – am Ende wurde alles gut.

Im Mai hatte unsere Tochter ihre Konfirmation. Ich persönlich habs ja nicht so mit Kirche aber es gab im Anschluss gutes Essen. Und wir hatten uns natürlich alle hübsch zurecht gemacht.

Im Juli war ich mit meinen Kumpels auf Schalke zum Iron Maiden Konzert. Ich muss zugeben, dass mich Maiden in meiner Jugend überhaupt nicht tangiert hat. Eigentlich schade, denn was die Band live abliefert ist echt der helle Wahnsinn. Hinterher haben wir noch im Cafe Nord in Hessen Aftershow Party gemacht.

Nur wenige Tage nach dem Konzert habe ich mir das erste Glied des linken kleinen Fingers beim Umbau in der Katzen-Quarantäne geschreddert. Das war ziemlich beschissen und ein langwieriger Heilungsprozess.

Aber der Chirurg hat gute Arbeit geleistet. Auf den ersten Blick sieht man heute kaum noch etwas davon, allerdings ist der betroffene Teil des Fingers an einer Stelle Taub und an anderer Stelle überempfindlich, was insgesamt manchmal nervig sein kann.

Außerdem ist im Juli unsere Hündin Risa verstorben. Sie war krank und alt und wir haben es kommen sehen und dennoch bricht so etwas einem immer ein bisschen das Herz.

Sie ist zu Hause gestorben und wir waren bei ihr und haben sie im Arm gehalten.

Wenn ihr ihr Haustiere habt begleitet sie in solchen Momenten. Unsere TÄ hat immer wieder TierbesitzerInnen, die ihre Tiere zum einschläfern bringen und dann nicht mal dabei bleiben. Macht sowas nicht. Begleitet euer Tier bis zum Ende. Es hat euch auch sein Leben lang begleitet.

Im August sollte es eigentlich aufs Wacken gehen. Das erste mal nach über 10 Jahren. Wurde dann aber nichts. Zum einen war immer noch der Finger Matsch und zum anderen hatte mein Freund seine Teilnahme abgesagt und ich fand dann kurzfristig keinen neuen Anschluss mehr. Die Situation hat mich schon ziemlich traurig gemacht, aber was willste machen? Es läuft nicht immer wie geplant oder gewünscht und das Leben hält nicht nur schöne Überraschungen bereit.

Dafür ist mein Ältester 18 geworden und wir hatten eine wirklich schöne Geburtstagsfeier mit ihm verbringen dürfen.

Am 1. September erhielt ich vormittags einen Anruf meiner Mutter. Mein Vater hatte das Haus seit Monaten nicht mehr weiter als bis in den Garten verlassen. Er war nicht zur Konfirmation unserer Tochter gekommen und auch nicht zum 18. Geburtstags meines Ältesten. Ihm ging es gesundheitlich nicht gut. Und ihm ging es psychisch nicht gut. Das war seit jeher schwierig mit ihm. Ärzte sahen ihn nur, wenn gar nichts mehr ging, oftmals versuchte er Krankheiten auszusitzen oder selber daran rumzudoktern. Legendär, als er sich mal den Fuß brach und versuchte diesen Umstand mit Bepanthen Wundgel zu kurieren.

Oder als er sich selbst einen Backenzahn zog. Meine Mutter hatte es nicht leicht mit ihm. Wir haben so oft mit ihm gesprochen. Wir haben uns nach Kräften bemüht und ihn immer wieder ermutigt, dass er auch mit seinen seelischen Sorgen einen Therapeuten aufsuchen möge. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe dieses Jahr selber meine zweite Therapie aufgrund von Depressionen hinter mich gebracht. Es gibt Parallelen zwischen mir und meinem Vater und ich gehe stark davon aus, dass ich diesen Teil von ihm vererbt bekommen habe.

An diesem 1. September 2025 ist mein Vater mit meiner Mutter aufgestanden, um ihr Brote für die Arbeit zu machen. Er gab ihr wie immer einen Abschiedskuss. Als meine Mutter aus dem Haus war legte er seine Armbanduhr ab und auf den Küchentisch. Er zog seine schwarze Allwetterjacke und schwarze Turnschuhe an. Seine Trainingshose war ebenfalls schwarz. Es war früh morgens, noch recht dunkel und so hatte ihn auch niemand wahrgenommen, als er dunkel gekleidet durchs Dorf ging. Kein Schlüssel, kein Portemonnaie, seine Armbanduhr (die er sonst auch zum Schlafen nicht abnahm) auf dem Küchentisch.

Als meine Mutter mich anrief weinte sie, weil er weg war und sie ihn nicht finden konnte. Sie ist früher von der Arbeit, weil der vormittägliche Anruf, der sonst kam ausblieb und sie ein ungutes Gefühl hatte, weil er auch auf ihre Anrufe nicht reagierte.

Wir schalteten eine Vermisstenanzeige in sozialen Medien und Whatsapp und verständigten die Polizei. Suchten alles ab. Ich fuhr wichtige Orte von früher ab. Als ich zu meiner Mutter zurück fuhr (bei der meine Frau war) nahm die Polizei gerade Daten auf. Als es wenige Zeit später erneut klingelte und die Beamten den Hausflur hochkamen erkannte man es schon an ihren Gesichtern.

Man hatte meinen Vater aus der Weser gezogen, 12 km weiter flussabwärts in der nächsten großen Stadt an einer Pumpstation.

Mein Vater hat sein Leben selbst beendet. Ich werde hier nicht noch tiefer ins Detail gehen, aber das war ohne Frage eines der einschneidendsten und prägendsten Ereignisse meines bisherigen Lebens.

Diesen 1. September und die daraus resultierenden Ereignisse, Tage und Wochen werde ich lange in mir tragen und gewissermaßen ist dies auch eine Weichenstellung gewesen, wie es für mich in meinem Leben weiter geht.

Im Oktober dann die Geburtstage unserer Jüngsten und des Mittleren, der ebenfalls volljährig wurde und nun schon einen Führerschein und einen Nebenjob hat. Fast wie so ein richtiger Erwachsener.

Ich fühle mich manchmal echt alt. Was hat Torsten Sträter mal gesagt? Bald wächst mir ne Cordhose und ein Spazierstock.

Anfang November ist dann Alma bei uns eingezogen Sie ist ein 4 Monate altes Labrador Retriever Mädchen und eine Frischzellenkur für unseren H1 Suerte. Sie bringt ordentlich Leben ins Haus. Meine erste Reaktion nach Risas Tod war, dass ich keinen weiteren Hund mehr haben möchte. Dann haben sich einige Gespräche ergeben und meine Meinung auch ziemlich schnell geändert und ich bin 100% glücklich, dass es nun so ist wie es ist.

Natürlich sind die #nordstadtkatzen auch „nebenher“ weiter gelaufen, aber dies könnt ihr bei Lovis ja viel besser direkt verfolgen. Aber auch diesbezüglich wird sich einiges ändern.

Nach 10 Jahren haben wir uns aus diversen Gründen entschieden deutlich herunterzufahren. Twitter / X ist mittlerweile eine Jauchegrube, Punkt. So sehr mir diese Plattform auch am Herzen liegt kann man da  nichts mehr schön reden. Seit Elons Übernahme verkommt dieses ehemals so sympathische und lustige Netzwerk immer mehr zu einer Bot- und Trollschleuder, auf der Falschnachrichten propagandaartig unter die Nutzer gerotzt werden.

Nach amerikanischen Verständnis ist Redefreiheit gleichbedeutend mit „Wer am lautesten schreit und den meisten Einfluss hat, hat auch automatisch recht“.

Um echte Fakten, wissenschaftliche Evidenz und belegbare Quellengeht es dabei schon lange nicht mehr.

Deswegen gab es eine wahre Abwanderungsflut von Nutzern. Twitter war die stärkste Basis und meist frequentierte Anlaufstelle für die #nordstadtkatzen. Wir haben dort eine große Bubble, die zu regelmäßigen Aktionen, bisher 2 Nordstadtkatzen-Treffen und einigen Freundschaften geführt hat. Es gab mal regelmäßige Spaces. Der Trend auf Twitter ist aber stark rückläufig. Nach wie vor sind dort noch einige liebe Menschen aber die Interaktionen und auch das „gesehen werden“ lässt nach (was viel auch mit dem Algorithmus zu tun hat). Gleichzeitig wächst aber auch Missgunst und es wird immer schwieriger mit Leuten zu diskutieren oder zu kommunizieren.

Es gab in den vergangenen Jahren einiges an Bedrohungen, Unterstellungen, Hassnachrichten und Diskreditierungsversuche. Tierschutz ist ein heißes Pflaster und das größte Problem dort sind die – Überraschung! – Menschen.

Ein ganz entscheidender Grund ist auch, dass meine Frau Lovis sich nun auch nochmal verstärkt um ihre Gesundheit kümmern muss. Die MECFS begleitet sie nun schon ein paar Jahre und wer sich schonmal mit dem Thema befasst hat, der weiß, dass der Umgang mit dieser Krankheit nicht einfach ist. Um den Verlauf möglichst positiv zu beeinflussen sind starke Einschränkungen im Alltag nötig. Behördliche oder auch Arzttermine können dafür sorgen, dass sie danach für mehrere Tage ausfällt. Diejenigen von Euch, die die Spaces mitverfolgt haben, haben gemerkt, dass die Abstände größer wurden und das sie manchmal auch eher aufhören musste als sie eigentlich wollte, weil es zu viel Energie gesaugt hat.

Das Thema Geld möchte ich hier nur kurz anreißen, aber auch dieser leidige Punkt ist natürlich nicht wegzuwischen. Mit den abgewanderten und inaktiven Followern und der fehlenden Reichweite ist es schlicht nicht möglich auf dem Level zu agieren, wie wir es bisher taten. Das Projekt hatte einen ungemeinen Zulauf und eine große Unterstützung erfahren, wofür wir sehr dankbar sind und was vieles für die Tiere möglich gemacht hat.

Nun scheint aber nach dem Gipfel eine Talfahrt zu folgen. Zudem haben viele Menschen derzeit sowieso ganz anders mit ihrem Geld zu haushalten, dass wissen wir selber natürlich auch nur zu gut.

Finanzen privat und aus der Initiative waren seit jeher strikt getrennt und durch die Initiative durch Dritte „überwacht“.

Wir mussten nun aber aus Gründen auch privat eine größere Summe zwischenfinanzieren. Das können wir aber auf Dauer nicht immer wieder tun, ohne uns selber zu schaden.

Ich bin Alleinverdiener, wir haben Haus und Kinder, meine Frau muss kürzer treten und somit haben wir neben dem Tierschutz auch so eine Menge Verantwortung zu stemmen.

Wie sich die #nordstadtkatzen dabei aufstellen und ob und wie sie dauerhaft weiter bestehen wird die Zukunft zeigen.  

Was bleibt rückblickend zu sagen? Das war ein forderndes und anstrengendes Jahr für mich und uns. Ich werde mich weiter mit dem Tod meines Vaters auseinandersetzen müssen, die MECFS wird uns auch noch weiter begleiten. Das nächste Jahr wird mehr Zeit mit meiner Mutter, mehr Zeit mit der Familie und weniger Zeit mit den Nordstadtkatzen. Und wohl auch mehr Zeit mit meinem DIY Tonstudio und den Zeichenutensilien.

Und Baustellen wird es wohl auch wieder geben. Allerdings dann diesmal gerne ohne den Körper ernsthaft in Mitleidenschaft zu ziehen.

Ich geb jedenfalls mein Bestes.

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit und schöne Feiertage, sollten wir uns hier vorher nicht mehr lesen. Und einen guten Start ins neue Jahr.

Kuckuck, ihr Eumels

Mein Leben ist ja recht turbulent und ich denke ganz oft „Ja geil, das ist perfekt für den Blog oder als kurzes Video bei TikTok“ und dann bin ich auch schon drüber weg. Heute mal nicht und somit entstand hier dieser Text:

Ich war u. a. bei Torsten Sträter in Hildesheim und bei AC/DC in Gelsenkirchen, bin aus der Partei DIE PARTEI ausgetreten, da ich dort vieles nicht mehr witzig fand und einen anderen politischen Weg einschlagen will, der vielleicht auch etwas ernsthafter ist. Bei den #nordstadtkatzen wollten wir eigentlich etwas zurückfahren, allerdings haben wir da jüngst gerade eine Mega-Kastrationsaktion durchgeführt, für die man sich an uns gewandt hatte. Leider konnte ein Teil der Tiere nicht kastriert werden da trächtig und – nunja – so ändern sich dann die ursprünglich gefassten Pläne wieder einmal. Wir planen etwas und das Leben winkt Tränen lachend ab – „Wartet mal, ich hab da was viiiel besseres für euch“.

In Haus und Garten habe ich einige bauliche Veränderungen, oder besser gesagt Modernisierungen und Reparaturen durchgeführt. Dafür hatte ich die Zeit des Sommerurlaubs genutzt, weil wenn man arbeitet kommt man ja zu nix, gell? Ganz aktuell bin ich an der Gründung eines neuen Vereins beteiligt. Ist noch zu früh für konkrete Werbetrommelei aber es sei so viel verraten, dass es darum geht unsere an sich doch schöne Stadt kultureller wieder stärker zu beleben.

In meinem Kopf schwirren noch so ein paar weitere Sachen. In den letzten Wochen drängt sich wieder mein Ambient/Noise Projekt mit Nachhaltigkeit in meinen Kopf und es braut sich da langsam etwas zusammen. Ich bin auch immer noch nicht von der Idee weg mal live ein paar alte Nintendo Games zu streamen. Vielleicht ist das mal was für den Herbst. Ich würde auch gern mal für die #nordstadtkatzen live gehen oder ein paar Videos bei TikTok und Co. hochladen. Des Weiteren warten in der Werkstatt noch einige Projekte und wir machen auch die Beetumrandungen im Garten nebenher neu. Vermutlich müsste ich mal eine Sache konkret auswählen von den tausenden, die mein Hirn fluten, und diese dann konsequent umsetzen. Leider fällts mir zum einen sehr schwer meine Interessen zu priorisieren und zum anderen hat so ein Tag auch leider nur 24 Stunden.

Wenn also jemand von Euch ne Idee hat wie man ohne Lohnarbeit und ohne kriminell zu werden finanzielle Unabhängigkeit erreicht immer her mit den Ideen. Gibt’s da eventuell ne Nische für bärtige, kräftige Männer bei OnlyFans? Ich könnte mich mit Barbecue-Sauce einreiben oder so… okay, lassen wir das.

Bevor es ganz komisch wird beende ich dann diesen kurzen Beitrag erstmal. Fühlt sich gut an mal wieder ein paar Zeilen rausgehauen zu haben.

Also Küsschen aufs Nüsschen, bleibt lieb und gebt Nazis keine Chance.

Bis zum nächsten mal.

Ein paar spontane Gedanken

Wow, beim Aufrufen der Website ist mir aufgefallen, dass mein letzter Eintrag schon wieder 4 Monate her ist. Krasse Sache. Seitdem ist einiges passiert. Ich plane schon seit längerem, diese Website und den Blog zu überarbeiten. Ich habe eine grobe Vorstellung und es wird nichts großartiges, aber vielleicht einfach etwas zeitgemäßer und „passender“, was immer das nun auch heißen mag.

Der Sommerurlaub ist längst Vergangenheit, in München säuft man sich mal gerade wieder die Hucke voll und demnächst ist dann halt schon wieder Weihnachten und Jahreswechsel. Die Zeit rast unerbittlich. Als junger Mensch will man nichts davon hören und später wird einem immer bewusster wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt. Also… hab ich gehört.

Baulich ist ein bisschen was passiert. Die Abflussrinne für das Außengehege/Terasse ist fertig. Das Vordach ist repariert und nun auch heller und einladender. Neuer Fußboden im mittleren Stock und obersten Stock ist verlegt. Ein neuer Waschtisch in der oberen Toilette eingebaut und die Gästetoilette ist komplett renoviert.

Weitere Maßnahmen stehen natürlich noch an, schließlich ist man nie fertig. Bei allem, was die #nordstadtkatzen betrifft hält Euch meine liebe Frau auf dem Laufenden.

X/Twitter wird immer seltsamer und ein nicht unbeträchtlicher Teil ist schon zu Bluesky abgewandert und dort aktiver als auf Twitter. Manch einer hat sich schon komplett gelöscht. Nun, ich persönlich werde Elmos Trümmerbude beiwohnen bis er den Spaß dran verliert oder sie untergeht. Auf Bluesky findet ihr mich aber natürlich auch.

Genauso wie auf Instagram. Ich mag Insta eigentlich ganz gerne, war aber mal wieder lange eher passiv unterwegs. Das soll sich jetzt wieder ein bisschen ändern. Ich werde versuchen dort regelmäßiger hochzuladen, gerade weil ich mittlerweile auch Mengen an Bildern und Projekte angesammelt habe wo es schade wäre diese nicht mit der Welt zu teilen 😀

Ich plane diesbezüglich auch mehr Veröffentlichungen unter unserem Künstlerkollektiv FUWUWU und es sollen Kunstdrucke entstehen sowie handgemachte Einzelstücke. Diese werde ich dann zum Teil zugunsten der #nordstadtkatzen anbieten und zum Teil um laufende Kosten zu unterhalten, wie z. B. diese Website oder künstlerischen Bedarf.

Weiterhin aktualisiere ich in den letzten Tagen meinen Shop. Dort ist ne Menge altes Zeug rausgeflogen und mehrere neue dazugekommen und es werden auch noch weitere dazu kommen. Wer also noch bestimmte Aufkleber oder Shirts oderoderoder sichern will hat dazu noch etwas Gelegenheit, da ich das Sortiment aber überschaubar halten will werden auch immer mal wieder ein paar Sachen rausfliegen.

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass die AfD und sonstige Nazis scheiße sind, der menschengemachte Klimawandel Wirklichkeit ist und wir es jeden Tag in der Hand haben, ob wir Teil des Untergangs oder eines neuen Aufbruchs sein wollen.

Küsschen aufs Nüsschen und Tschüsseldorf, bis zum nächsten Mal.

FUWUWU

Was hat es mit diesem Wort auf sich? Nun, einige von Euch wissen eventuell bereits, dass es einen Twitter Account namens „Fuwuwu Sachen“ gibt. Den Account hat Lovis erstellt, um ausschließlich kreative Projekte dort zu (re-)tweeten, die bei uns im Laufe der Zeit so stattfinden.

Wir sind fast 11 Jahre ein paar, davon 8 Jahre verheiratet. Wir haben uns quasi aus dem Nichts eine kleine aber feine Existenz erarbeitet und aufgebaut. Bei vielem davon hat die Kreativität und der Schaffensdrang von Lovis einen großen Anteil. Ich bin dann eher der Typ, der fragt: „Was soll ich wie dabei machen?“ und konzentriere mich dann auf die Ausführung.

Lovis hatte bereits einen Umsonstflohmarkt aus der Taufe gehoben und eine begleitende Facebookseite dazu betreut. Es war damals die Größte ihrer Art.

Wir haben Pflegehunde aus Spanien aufgenommen und vermittelt, Lovis war im Vorstand des Vereins und hat auch selber Shelter in Spanien besucht und sich ein Bild gemacht.

Wir haben Klamotten für die Flüchtlingshilfe gesammelt, sortiert und verteilt.

Als die Pandemie anfing, hat sie im Akkord Stoffmasken für Bedürftige genäht, ich habe die Bänder befestigt.

Ein Teil vom #nordstadtkatzen Merch entsteht in Handarbeit und dann sind da ja auch noch die #nordstadtkatzen selber.

Ich zähle das im Übrigen auf um zu zeigen, dass bei uns eigentlich immer was am Start ist und nicht um zu zeigen, was für geile Menschenfreunde wir sind. Was wir natürlich sind. Aber niemals zugeben. Also ich zumindest nicht.

Egal, weiter.

Seit Lovis gesundheitlich bedingt immer wieder mal ausgebremst wird hat sie das Malen wiederentdeckt.

Ich selber beschäftige mich gerne mit Projekten in der Werkstatt, mit Musik und Collagen/Illustrationen (wie sie auch zum Teil in meinem Shop zu finden sind).   

Ein Teil all dieser Dinge haben wir dann auch zu Gunsten der #nordstadtkatzen oder auch für andere Projekte versteigert.

Andere Dinge finden sich am und im Haus wieder, wo wir versuchen durch Kreativität und Upcycling neue Klettermöglichkeiten für unsere Schützlinge zu schaffen oder es uns einfach etwas gemütlicher zu machen.

Aktuell versuche ich ja mit möglichst günstigen Mitteln eine Schaufelgitarre zu bauen und dieses Projekt mit einem Tutorial darüber abzuschließen.

Auch dieses Tutorial sollt ihr dann bei FUWUWU finden um euer eigenes Ding draus zu machen und nachzubauen / umzubauen / neu zu bauen.

Das Haus ist Versuchslabor und Testgelände.

Aufmerksame Leser meiner Frau wissen, dass wir aus Gründen in den letzten Monaten etwas auf die Bremse treten mussten.

Ab nächster Woche ist die Zahl der Schützlinge deutlich reduziert. Zum einen freut uns das sehr, weil bis zu 6 Katzen ein neues für immer zu Hause bekommen. Es entlastet auf der anderen Seite auch. Schließlich sind da noch unsere beiden Dauerpatienten, die täglich medizinisch versorgt werden und unser Neuzugang mit dem Blutohr, was uns noch ne Weile, aber hoffentlich nicht mehr zu lange, beschäftigen wird.

Derzeit strukturiert sich unser Alltag etwas anders, was uns aber nicht davon abhält weiter zu machen.

Ich schweife ab.

Also, FUWUWU. Der Begriff ist ungefähr so alt wie unsere Beziehung und wurde schon recht früh zu einem geflügelten Wort und Code.

Das geht soweit, dass wir eine kleine FUWUWU Stele aus rostigem Eisen vor der Haustür haben. Und FUWUWU fasst auch ganz gut unser Leben zusammen, es ist ein roter Faden zum immer wieder ins Gedächtnis rufen und danach zu handeln.

In unserem Eheversprechen, auf den Wänden unserer Küche (NEIN! Nicht als Wandtattoo) und an Lovis‘ Knöchel befinden sich die Worte Achtung, Liebe und Respekt.

Nach meiner Vorstellung und nach meinem Gefühl sind die drei der Kern. FUWUWU ist quasi die Frucht, die drum herum wächst.

Aber was zum Teufel heißt denn nun FUWUWU? Sagen wir nicht. Haben wir noch niemandem verraten und werden es auch nicht verraten.

Es ist kein reines Fantasiewort und hat eine „seriöse“ Bedeutung. Mehr Info gibt es dazu wirklich nicht.  

Was nun allerdings neu ist, ist das Lovis und ich eine Initiative gegründet haben.

Mit dieser Initiative wollen wir den kreativen Prozessen und dem Schaffen dahinter ein Gesicht geben.

Kurz zusammengefasst lässt sich die Zielsetzung unter FUWUWU.art nachlesen.

FUWUWU wird sich mit den ganzen Sachen, die wir verzapfen, anfüllen. Dann wird es wieder die geben, die fragen werden „Was soll der Scheiß?“, „Das soll Kunst sein?“ bliblablub.

Um die werden wir uns nicht kümmern.

Es wird auch Menschen geben, die sich angesprochen fühlen werden. Auf sie sind wir gespannt. Mit ihnen wollen wir uns austauschen.

Ich kann nicht für Lovis sprechen, aber für mich ist es schon so etwas wie unser gemeinsames, geistiges Kind, Ausdruck unserer Lebensphilosophie vielleicht.

Das klingt jetzt pompöser und dramatischer als ich es meine.

Das Ganze wird organisch wachsen, ebenso, wie wir es bedienen können und wollen. Alles kann, nichts muss (auch ein Spruch, der bei uns lange Tradition hat).

Aber wenn ihr Bock habt schaut einfach mal von Zeit zu Zeit auf Twitter oder FUWUWU.art vorbei.

Nun

Nachfolgend ein Beitrag meiner Frau Lovis:

Nun, mal wieder viel zu viele Gedanken in meinem Kopf, die ich gar nicht in der Lage bin, alle aufzuschreiben, viel zu schnell geht es hin und her.

Ich versuche es etwas zu ordnen, deshalb hilft es mir, es aufzuschreiben.

Es geht gar nicht darum, dass dies jemand anders liest, es muss nur irgendwie raus in die Welt.

Vielleicht ist es auch ein bisschen Mimimi…

Ich erzähle ja öffentlich, dass ich zur Therapie gehe… Auch ein bisschen was Neues für mich, aber letztlich ja glücklicherweise nichts ungewöhnliches mehr und längst nicht so ein Tabuthema, wie es mal war.

Die Therapeutin ist im Bereich der Tiefenpsychologie tätig und ich komme relativ gut inzwischen mit ihr aus.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hat sich mich gefragt, wie ich mich beschreiben würde, wenn ich ne Kontaktanzeige aufgeben würde.

Es fiel mir sooooo schwer, mich dazu äußern, aber sie war minutenlang geduldig.

Ich hab mich für „chaotisch-kreative Idealistin“ entschieden, so richtig mehr ist mir nicht eingefallen.

Ob mein Mann mich auch so schwer beschreiben könne, hat sie mich gefragt. „Nein, dem fallen bestimmt 20 Dinge sofort ein“.

So ist es auch, ihm würden zig Beschreibungen einfallen, die sich aber für mich alle nicht richtig anfühlen, das habe ich auch so gesagt. Sie machen mir etwas Unbehagen, ich rutsche dann auf dem Stuhl hin und her und … nun ja.

„Und ihr Mann kennt sie doch jetzt seit x Jahren am besten, nicht? Und sagen Sie nicht, dass Sie zwei auch Freunde sind und komplett offen miteinander umgehen, alles besprechen können und ehrlich miteinander sind?“ Na klar, dass konnte ich bejahen, das ist so.

Während ich mit meinem Exmann im Nachhinein betrachtet zu viel Zeit verbracht habe, bin ich jedes Mal froh, wenn seine Lordschaft durch die Tür kommt. Hat er etwas früher Feierabend, freue ich mich, dass wir uns sehen. „Aha! Und meinen Sie dann, er könnte nicht recht haben mit dem, was er über sie sagt?“
Alter, der war fies…

„Oder spielen Sie ihm was vor?“

Nein, natürlich nicht. Vor niemandem habe ich mich je so offengelegt, wie vor ihm und das ganz bewusst von Anfang an. Auch meine absurden, traurigen, schamvollen Gedanken teile ich mit ihm, die, die meine eigene Schuld betreffen, meine Fehler, aber auch meine Wünsche und Hoffnungen. Zu niemandem habe ich solch ein Vertrauen, wie zu ihm. Er ist mein Partner, mein Gefährte, mein bester Freund und jemand, der so tief an mich und meine Seele, meine Ideale und mein Sein glaubt, wie ich es selbst gar nicht kann.

„Was ist denn wahrscheinlicher? Dass Sie sich mit ihrer Selbsteinschätzung irren, oder er?“

Pfffffffffffft, Touché, Frau Therapeutin.

Ich fand das ein bisschen gemein und hab ihr das auch gesagt, aber mit ‘nem Zwinkern.

Sie hat da schon recht, mein Bild über mich ist recht undifferenziert und möglicherweise aus Gründen auch geprägt von Überlebensstrategien und Glaubenssätzen.

Ich habe ein Tattoo, sagen wir mal, „gewonnen“.

Ich darf mir das Motiv aussuchen, gleich was es ist, unabhängig von der Größe, Stelle und überhaupt… Ich habe freie Hand, muss nicht auf die Kosten achten.

An meiner Fessel habe ich drei Worte stehen: Achtung, Liebe, Respekt, meine Grundfesten also, mit denen ich anderen gegenübertreten möchte, im wahrsten Sinne des Wortes.
Es hat mich Überzeugungskraft gekostet, die Tätowiererin davon zu überzeugen, es nicht so zu stechen, dass es für andere Leute symmetrisch aussieht, sondern aus meiner Sicht. Sie war nicht der Meinung, dass mich das auf Dauer glücklich macht.

Letztlich bekam ich es so, wie ich es mir gewünscht hatte und bin so zufrieden damit.

In dem neuen Rahmen habe ich über weitere Worte nachgedacht, zwei standen sofort fest: Würde und Menschlichkeit. Auch sie prägen mein Handeln (hoffentlich) und ich möchte sie verewigt haben.

Ich hab darüber nachgedacht, was wohl zu dem vorhandenen passen würde…

Das andere Tattoo ist braun, nicht schwarz, das war mir zu auffällig, außerdem mag ich die Farbe nicht, sie hat so einen Blaustich.

Dezent soll es sein, unauffällig, da ich das ja nicht für andere tragen möchte, sondern für mich.

Aber es gibt noch so viele andere Dinge, die ich „eigentlich“ gerne hätte.

Und genau an diesem „eigentlich“ hänge ich noch…

Denn: Eigentlich möchte ein Teil von mir sich eben nicht mehr anpassen. Eigentlich mag ein Teil wieder Punk sein und wieder nen Iro haben.

Eigentlich mag ich Farbe. Eigentlich mag ich meinen Körper so tätowieren lassen, wie ich mag.

Eigentlich gibt es viele Menschen, die mit ihren Tattoos unsagbar schön aussehen.

Eigentlich mag ich mich meinen mir selbst aufgestellten moralischen Regeln und Beschränkungen nicht unterwerfen und wieder ein bisschen Fuwuwu werden.

Fuwuwu kann ich euch nicht näher erklären, es ist etwas besonderes zwischen seiner Lordschaft und mir, hat für uns mal eine dolle Bedeutung gehabt, uns aus unseren „alten Leben“ zu befreien und steht für etwas sehr persönliches… Es ist eine Art Mantra und gleichzeitig auch irgendwie für das, was wir noch erreichen möchten, sein wollen, für das, was unser persönliches großes Ziel für dieses Leben ist.

Manchmal sage ich „Och, das mache ich im nächsten Leben“, wenn etwas aufgrund der Umstände nicht möglich ist und es mir selbst aber wünsche…

„Im nächsten Leben werde ich einen Tanzkurs machen/ studieren/ die Stolperseine aus dem Weg räumen, die mich selbst in mir hindern, mich und mein Leben zumindest OK zu finden/ reisen, in die Politik gehen/ oder was auch immer“.

Und langsam wird mir bewusst, dass ich kein nächstes Leben haben werde.

Unabhängig nun mal von Religion, Glauben, Wiedergeburt und so, meine ich.

Denn selbst, wenn das so stimmen würde, wäre ja mein Bewusstsein dieses Lebens nicht existent…

Komische Gedanken, oder?

Darüber habe ich bereits in der Grundschule philosophiert… Wird bereits bei der Zeugung das einzigartige Bewusstsein vergeben? Also wenn ein anderes Spermium gewonnen hätte, würde mein Bewusstsein das dann merken, oder geht das gar nicht, weil es dann ja nicht besteht?! Meine Mutter hat mich mit großen Augen angeguckt…

Nun ja, also tobt in mir auch grad etwas der Kampf, was für ein Tattoo ich möchte.

Und das ist ein großer Kampf, denn es ist stellvertretend für diese Seiten in meinem Leben: Die, die ich bin und die, die ich sein mag.

Kann das grad nicht richtig ausdrücken, aber es hängt auch damit zusammen, wie ich mit mir zufrieden werden kann, was an Erziehung und Glaubenssätzen ich loslassen kann und mich mit mir und meiner Welt arrangieren kann.

Und da ich grad bei dem Thema bin: Autsch.

Gestern haben sich seine Lordschaft und ich ein paar Augenblicke gestohlen und sind in die Stadt gefahren.

Wir wollten ein bestimmtes Buch kaufen, haben es gefunden und mitgenommen, alles tutti.

Aber diese 50 Minuten Stadt haben mir wirklich einiges abverlangt, denn gesundheitlich wird’s grad ehrlich gesagt nicht besser, sondern eher schlimmer.

Auch das ist so ein Thema, was meinen Kopf hart f++++.

Ich habe aus Gründen gelernt, dass ich immer und immer und immer weitermachen muss, auf meinen Körper nicht zu hören habe und immer und immer stärker zu sein habe, als andere Menschen. Über Schwäche und Unzulänglichkeiten wird nicht gesprochen, nützt ja nichts, also Arschbacken zusammen kneifen und trotzdem machen.

Mein Körper ist grad wie ein billig-Akku: Ein, zwei kleine Dinge machen, dann braucht er schon wieder eine Ladestation.

Ich habe täglich Schmerzen, seit meiner Jugend schon. Es gibt keinen Tag, an dem ich schmerzfrei bin und habe aber ja für mich gelernt, dass dies normal ist, zumindest für mich.

Es ist nichts Besonderes, dass ich in bestimmten Positionen nicht sitzen kann, Kopf- und Gliederschmerzen habe, mir Kopfhaut, Arme, Beine, Oberschenkel und sogar Teile des Gesichts einschlafen, dass mir phasenweise die Haare ausfallen, ich auch nach drei Durchgängen in der Sauna noch eiskalte Füße und Finger habe und nicht schwitze. Mir ist eigentlich immer kalt. Also auch im Sommer bei 40 Grad. Da sitze ich gerne auf der Terrasse oder grade den Garten um oder betätige mich körperlich, das ist für mich das angenehmste Wetter, denn dann ist die Kälte nicht so schlimm.

Ich kann mir im Moment die Haare nicht kämmen, zu schnell schmerzen die Oberarme und ich habe keine Kraft mehr, bin aus der Puste alleine davon und brauche eine Pause.

Im Moment gibt es Tage, da ist rein körperlich das Lenkradhalten zu anstrengend…

Die Oberschenkel machen auch nicht mit. Gerade Strecken gehen noch, Treppensteigen oder Anstiege entleeren diesen blöden Akku zu schnell und ich brauchen eine Pause.

In der Stadt gestern war es zu anstrengend, die Hand seiner Lordschaft zu nehmen, wir mussten nach einigen Minuten die Seiten wechseln.

Inzwischen gehe ich solche Strecken kaum noch, es ist eher wie ein Wanken geworden.

Von dem schnellen, dynamischen Schritttempo ist nichts mehr da, eher ein „verdammt, wo kann ich keinen Kopf anlehnen und mich hinsetzen“… Beim Duschen zu stehen, bringt mich auch außer Atem.

Neulich im Krankenhaus bei Belastungs-EKG hab ich stolze 122 Sekunden Fahrradfahren können, ehe ich kurz vor einem heftigen Zusammenbruch war.

Ein Arzt stellte eine Mitochondriopathie fest, ein anderer zweifelt dies an.

Und nun weiß ich nicht weiter und überlege, wie lange ich noch ohne Hilfsmittel mich außerhalb des Hauses bewegen kann und hoffe hoffe hoffe, dass ich bald endlich alle Unterlagen bekommen kann, für den neuen Arzt. Der, der zuhört und mich ernst nimmt, der das alles nicht abtut mit „Psyche“… Zu dem hat mich die Therapeutin geschickt, denn auch sie glaubt nicht, dass dies psychisch ist.

Weder das wiederkehrende Fieber, noch die immer auffälligen Urinproben…

Tja, das ist grad etwas fordernd.

Und ich habe mich getraut, mit seiner Lordschaft darüber zu sprechen… Hab mich auch da nackig gemacht, was meine Kraft angeht. Und er war mal wieder toll!
Vielleicht erzählt er euch davon.

Aber erschrocken war er auch ein bisschen… glaube ich.

Und dann sind da noch die Schützlinge und das, was das alles so beinhaltet.

Das geht ehrlich gesagt einigermaßen gut, im Moment arbeite ich ja nicht und kann in mehreren Abschnitten Staubsaugen und mich zwischendurch hinsetzen, mich schlafen legen und mein eigenes Tempo machen.

Aber klar: Das alles kann ich auch nur, weil ich noch krankgeschrieben bin. Und, das ist mir wichtig zu betonten: Weil es Menschen gibt, die dies auch finanziell unterstützen.

Eigentlich hatten wir uns auf ein „besseres“ Jahr gefreut, mit mehr Hoffnungsträgern und wenigen Nordsternchen… Es kam wieder anders. Wie bitter! Also wirklich!

Um jedes einzelne Lebewesen trauern wir und ich bitte um Entschuldigung, dass ich es nicht geschafft hab, dieses Tier groß zu ziehen… Es ist jedes Mal ein persönliches Versagen…

Bereits bevor wir uns diesen Namen gegeben haben, waren wir im Tierschutz aktiv, irgendwie sind wir einfach dazu gekommen und da so reingestolpert.

Ich war im Vorstand eines Vereins, der sich um Hunde aus Spanien bemüht.

An vier verschiedenen Stadtorten in Spanien hatte der Verein Partner… Also in Spanien vor Ort tätige Menschen und private Organisationen, die die Tiere versuchen aus den Tötungsstationen zu holen, sie einfangen oder annehmen.

Dort gibt es keine Tierheime, wie wir sie hier kennen und der Umgang mit den Tieren, ihr Wert für die Gesellschaft ist einfach anders… Vielleicht eher so, wie bei uns zu Küken, die geschreddert werden.

Dort wird ein Hund (oder eine Katze) in der Perrera abgegeben. Sie haben bis zu 28 Tage Zeit, vermittelt oder freigekauft zu werden, danach werden sie getötet.

In einigen Städten hat sich dies schon geändert, dort gibt es Zufluchtsheime, Shelter.

Es ist auch etwas komplexer, als es hier klingen mag, davon kann ich bei Interesse mal erzählen.

Unser Hund 1 stammt direkt aus einer Tötung. Ein TSV kaufte 20 Tiere dort frei, 21 stiegen in dem Shelter aus dem Transporter. Er war Nummer 21.

Hund 2 war in Adra in einem Shelter und von dem Verein, wo ich später tätig war.

Dieses Sheltern waren 30 qm2 betonierter Hinterhof mit zwei Zwingern, unter freiem Himmel. Dort lebten etwa 15 Hunde. Freiwillige kamen und gaben Futter, sehr viel mehr war nicht möglich.

Der TSV hatte immer wieder Stress mit den „Adra-Mädels“, denn es gab immer mehr Notfälle, schwierige Fälle, immer schwieriger waren die Bedingungen.

Der TSV meinte, sie dürfen keine Tiere mehr aufnehmen.

Die Mädels taten es trotzdem, Stück für Stück. Wenn das Shelter voll war, fütterten sie auf der Straße, versorgten dort, behandelten und hofften auf einen freien Platz im Shelter.

Aber: Voll ist voll, sie wussten das.

Irgendwann hofften sie auf einen Platz für eine schwangere Hündin, sprachen mit dem TSV, baten diese Menschen in Deutschland sie dabei zu unterstützen, dass sie sie doch aufnehmen.

Der TSV blieb dabei: Nein war Nein.
Kurz und knapp: Es gab grausame Menschen dort.

Mutter und die ungeborenen Kinder wurden gemeuchelt.

Ich hab Bilder gesehen, die die Mädels geschickt haben, wie gingen schon sehr sehr tief.

Ein Jahr später etwa war ich mit dem TSV Vorort, habe alle Shelter besucht, die Tiere kennengelernt, mit den Menschen Kontakt aufgenommen, verstanden, geschaut, unterstützt.

Es ist sehr leicht zu sagen: Voll ist voll.

Es ist etwas anderes, das Leid und die Tiere zu spüren und zu erleben.

Von außen urteilt es sich so leicht…

Es gibt im Tierschutz nach meinem Empfinden kein schwarz-weiß.

Ich kenne viele Engagierte, die sagen: Ich kann nicht mehr aufnehmen, es im Notfall aber doch tun.

Natürlich doch tun.

Bei uns ist das ähnlich.

Ich weiß sehr genau, dass wir weniger Schützlinge haben müssen, die Umstände passen nicht gut für so viele.

Seine Lordschaft weiß das, das Internet weiß das, alle wissen es.

Trotzdem tun wir es.

Hätten wir eine imaginäre Zahl, wär Ruth nicht hier.

Wo wäre sie dann?

Höchstwahrscheinlich, nein, in diesem Fall sicher nicht mehr am Leben.

Merkt ihr was? Es ist nicht schwarz-weiß…

Und einfach schon gar nicht! Wirklich nicht! Kein Stück.

Grad, weil wir wissen, dass dies seeeeeeeeehr viel ist und wir selbst schon Grenzen überschreiten…

Doch …

Nunja…

Entweder, müssen wir einen Rahmen stecken, mit allen Konsequenzen und Unnachgiebigkeit zu uns und Anfragen, oder wir versuchen den Rahmen zu verändern….

Puh…

Erfahrungsgemäß sind Januar, Februar und noch bis in den März Monate, in denen die wenigsten Menschen die finanzielle Möglichkeit haben, zu unterstützen.

Geht uns ja nicht anders.

Aktuell ist dazu nicht genug Puffer da, einmal grade raus gesagt.

Habt ihr Ideen dazu?

Es gibt so unfassbar tolle Menschen, die uns wiederkehrend unterstützen (können) und das ist ganz ganz groß!

Es ist mir immer noch unangenehm um weitere Unterstützung zu bitten und ich wünsche mir, dass wir irgendwann an einen Punkt kommen, wo wir wieder alles alleine stemmen können und eben diese Menschen nicht mehr brauchen müssen…

Ich breche hier jetzt mal ab, da sind meine Gedanken zu schnell… Vielleicht besprechen wir das mal in nem Space?

Was ich aber unbedingt auch erwähnen möchte, sind die Erfüllung von privaten Wünschen.

Derzeit können wir wenig geben.

Derzeit sind unsere privaten Mittel begrenzt.

Ich schäme mich vor meinen Kindern deswegen oft und versuche, es sie nicht spüren zu lassen.

Ich müsste finanziell schnellstmöglich wieder arbeiten…

Und das sehe ich grad noch nicht.

Mein Krankengeld deckt nicht mal die Strom- und Gasrechnung…

Was ich damit sagen mag:
Danke!

Ich versuche, es wieder echt zu machen…

Wirklich!

Ich möchte nichts geschenkt, werde es wieder ausgleichen…

Danke für euch!

Danke für diese symbolische Geste und die Dinge!

Lovis

Real Life, Twitter und 1 Bit an Kunst

Kuckuck,

lange nichts passiert hier. Das hat zum einen mit dem Parameter Real Life zu tun, der einen immer wieder aus seinen digitalen Traumwelten holt, zum anderen aber auch mangelnde Inspiration. Das erste Quartal 2021 ist im letzten Drittel angelangt, wir haben immer noch Pandemie und so langsam ist auch meine Geduld damit erschöpft. Natürlich halte ich mich weiter an die Vorgaben, natürlich trage ich weiter Maske, natürlich vermeide ich unnötige Kontakte.

Aber es zerrt. Zu gern würde ich mit meiner Familie einfach mal wieder ein Eis essen gehen und mit den Jungs in unserer Stamm-Metal-Kneipe zu lauter Musik ein, zwei Bier trinken und Blödsinn labern.

Glücklicherweise habe ich eine wirklich tolle Familie, so dass die auftretenden Lagerkoller sich in Grenzen halten und wir uns immer recht schnell wieder zusammenraufen. Gerade den Kindern sei hier tiefster Respekt gezollt. Sie machen das wirklich super und ich bin stolz auf sie. Oft haben wir Diskussionen, dass ihre Freunde viel länger und viel häufiger online sind und ständig zocken dürfen und sie beschweren sich, dass sie da vergleichsweise strikte Zeiten haben. Mich besorgt es eher, dass in anderen Familien die Kids im vergangenen Jahr scheinbar 24/7 online waren und noch sind. Auch einer der Gründe weshalb ich hoffe, dass wir spätestens zum Ende dieses Jahres einen Teil der Normalität und Offenheit wiederhaben werden.

Durch die #Nordstadtkatzen, dass Homeschooling, unsere Hunde und das Haus haben meine Frau und ich auch immer gute Beschäftigung. Eingeleitet wurde das Jahr durch die verstorbene Kaffeemaschine. Dann folgte der Februar mit dem „großen Schnee“, wodurch dann Wasser vom Spitzboden in die Kinderzimmer eindrang. Glücklicherweise nicht so stark, wie man es bei einigen Bildern auf Twitter gesehen hatte, wo sich ganze Schneelandschaften auf Dachböden bildeten. Mein Uralt-Netbook, mit dem meine Tochter ihre ersten Geschichten geschrieben hat musste leider trotzdem dran glauben.

Abgerundet wurde dies dann vom Kühlschranks, der seinen Dienst ebenfalls quittierte. Da kamen die niedrigen Temperaturen und der Schnee dann doch gerade richtig. Der neue Kühlschrank ist niedriger und dafür breiter, was wir zum Anlass nahmen die Küche einmal umzustellen, da es sonst nicht mehr gepasst hätte. Da unsere Arbeitsplatten noch aus der alten Wohnung übernommen und improvisiert umgeschnitten und wieder verbunden wurden, brauchten wir aus Stabilitätsgründen nun auch neue Arbeitsplatten. Da diese aber derzeit im örtlichen Baumarkt nicht verkauft werden und diese darüber hinaus auch schnell ins Geld gehen haben wir sie kurzerhand selber aus Plankenholz hergestellt und angebaut. Das ist deutlich günstiger. Und deutlich arbeitsintensiver.

Hierbei war ich wieder einmal froh eine Frau geheiratet zu haben, die gerne handwerklich anpackt und mit der man gemeinsam all diese Dinge erschaffen kann. Wir haben mittlerweile ein gemeinsames handwerkliches Niveau als Ehepaar erreicht, bei dem wir in Rekordzeit nahezu wortlos IKEA Möbel zusammen aufbauen können. Ohne Streit und Androhung von Scheidung. Einfach so. Apropos meine Frau: wer uns auf Twitter folgt hat vielleicht mitbekommen, dass sie derzeit die Acrylmalerei für sich entdeckt hat. Ich finde sie kann hier durchaus noch das ein oder andere Bild mehr posten.

Tja und Twitter… naja alles wie immer.

Säue werden durchs Dorf getrieben, Meldungen gemacht, Accounts löschen sich, Accounts kommen wieder, andere machen Screenshots und lästern rum, wieder andere haben einfach Spaß. Durch einen dummen Zufall hatte ich meinen ersten kleinen Trend mit „Dwayne“. Der Tweet war drei Jahre alt und ich habe ihn nochmal retweetet weil er zu einem neuen Tweet thematisch gut passte und dann hat sich das verselbstständigt. Mit den gestiegenen Followerzahlen merke ich nun auch immer deutlicher die Kehrseite bei Twitter. Die unnötigen und zum Teil wirklich dummen Kommentare sorgen dafür, dass man nicht mehr bei jedem Tweet jede Interaktion mit verfolgen kann oder will. Zum anderen wurde mir wieder mal vorgeworfen, ich würde den „Falschen“ Accounts folgen.

Ich hatte dazu schon einmal was geschrieben und werde das hier nicht noch einmal breittreten. Mir folgen alle möglichen Accounts und ich folge allen möglichen Accounts. Ich folge dabei einem möglichst breiten Spektrum. Und selbstverständlich folge ich nicht nur Menschen mit denen ich immer und ständig übereinstimme. Und selbstverständlich tätigen von den knapp 1.000 Leuten denen ich folge auch immer wieder irgendwelche Aussagen, die ich persönlich nicht befürworte. Und das sind weitaus mehr als immer die 1 – 2 Leute, welche immer wieder herangezogen und dafür (stellvertretend!?) an den Pranger gestellt werden.

Es macht auch keinen Sinn das immer wieder zu diskutieren. Jeder hat eine andere Sicht auf Humor, Politik, Religion oder was weiß ich was und wenn man so durcheinander und zahlreich aufeinander knallt wie bei Twitter sind Brände vorprogrammiert.

In Deutschland nutzen ca. 1,4 Mio Menschen Twitter regelmäßig und aktiv. Das ist in Zahlen im Vergleich zu Facebook lächerlich gering (ca. 30 Mio.). Die deutsche Bevölkerung liegt bei 83 Mio.

Mir zeigt das zweierlei:

  1. Auf Twitter werden keine „Schlachten“ entschieden und schon gar nicht Prozesse gelenkt.
  2. 1,4 Mio ist wenig aber für einen einzelnen immer noch zu viel, als sich mit allem und jedem im Einzelnen beschäftigen zu wollen und auf alles und jeden einzugehen.  

Immer wieder werden Accounts als böse deklariert und andere als die großen „Durchblicker“ glorifiziert. Für mich persönlich ist diese Frontenbildung nach wie vor Bullshit. Selbstverständlich sollte man tatsächlich kriminellem Verhalten nachgehen. Allerdings sollte man auch Meinungsfreiheit und die freie Äußerung von Meinungen aushalten können. Sofort dagegen zu brüllen und Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen um den anderen „auszuschalten“, zu melden und zu Sippenhaft – mäßigen Massenblockierungen aufzurufen ist aus meiner Sicht mit extremistischen Verhalten vergleichbar. Es werden die Methoden angewandt die am anderen kritisiert werden. Da man selber aber immer eine weiße Weste hat ist das eigene Verhalten natürlich legitim.

Nein. Falsch. Jeder Nutzer sollte für sich allein denken und entscheiden können. Und diese Empfindsamkeiten und das Unvermögen objektiv und nicht emotionsgesteuert an eine Sache ranzugehen verursacht dann doch auch erst diese Schlammschlachten und Treibjagden.

Ein Diskurs findet entweder auf Augenhöhe statt oder gar nicht. Kurzum, Twitter ist für mich Unterhaltung, Meinungsaustausch, Diskussion, Zuflucht. Was ich dort wie mache ist meine Sache und wem ich folge ist meine Entscheidung. Was du dort machst und wem du dort folgst ist deine Sache. Und es ist nicht deine Aufgabe zu entscheiden was richtig und was falsch ist und wer wem aus welchen Gründen auch immer folgt. Meine übrigens auch nicht umgekehrt bei dir oder sonstwem.

Und auch von sonst niemandem. Und überhaupt. Und blablabla. Es sind über die Jahre immer die ewig gleichen, unnötigen Diskussionen.

Twitter ist halt nur ein wirklich verschwinden kleiner Aspekt eines weitaus komplexeren Lebens, dass sich zum größten Teil im realen Leben abspielt und nicht in diesem Mikro-Blogging Dienst. Siehst du das anders, nimmst du das Ganze vielleicht etwas zu ernst. Aber was weiß ich schon?

Zu guter Letzt eine Empfehlung an alle, die Interesse an Fotografie, Malerei und digitaler Kunst haben.

Werft mal einen Blick auf https://www.subs.tv/

Die Plattform ist anders, auch vom Aufbau, als man gewohnt ist und dort gibt es schon eine Reihe eindrucksvoller Arbeiten von tollen Leuten zu bewundern. Der ein oder andere von Twitter ist dort auch zu finden. Und natürlich ist da auch Zeug von mir drauf.

Sayonara Carbonara.

It’s just me, Tinker Bell *Gastbeitrag von Lovis*

Vor einiger Zeit hatte mich Lord Sixus eingeladen, ein wenig zu schreiben über mich, meine Werte und was mir so einfällt.

Seit dem hat mein Kopf Romane geschrieben, die von der Länge Shining um vielfaches schlagen könnten.

Nur diese ganzen Sachen runterzuschreiben, fällt mir im Moment schwer.

Ich glaube, ich bin grad eher die, die redet, denn das geht schneller und ich kann schneller den 10.0000 Gedankensprüngen in meinem Kopf Ausdruck verleihen.

Gedanklich habe ich nahezu alles umrissen in dieser Zeit und auch tatsächlich schonmal angefangen zu schreiben, aber es las sich einfach anders, als es sich für mich anfühlte. Also habe ich es gelöscht.

Nun also ein neuer Versuch.

Ich bin nur ich, nicht mehr, nicht weniger.

Ich bin natürlich die Ehefrau und Gefährtin von Lord Sixtus, Mutter, Bonusmutter, Arbeitnehmerin, Lovis von den #nordstadtkatzen, Straßenhunde-Alphatier, Schwester, Freundin und manchmal auch ein bisschen ich.

Nach vielen vielen dunklen Jahren und schweren Erlebnissen bin ich in meinem Leben an einen Punkt gekommen, an dem ich mich entscheiden konnte.

Entscheiden konnte ich über die zukünftige Ausrichtung meines Lebens.

Welch unglaublicher Gewinn, eine unfassbare Chance für mich.

Jahrzehnte, schon vor Schuleintritt, haben mich Dinge gelenkt, denen ich (dachte), ausgeliefert zu sein: Schuld, Depressionen, Tiefe, Ausgrenzung, ein Gefühl der Wertlosigkeit, Zweifeln, Einsamkeit,…

Und dann kam der Moment, der etwa ein halbes Jahr dauerte, geboren aus einem derartigen Tiefpunkt in meinem Leben, wie ich ihn nie wieder erleben mag.

Vom Kopf wusste ich schon länger, was ich nicht möchte, aber dann war etwas anders: Ich habe mich das erste Mal anders gefühlt! Fühlen und Wissen sind zwei gaaaaaaanz verschiedene Sachen.

Ich habe mich gefragt: „Shit, so fühlen sich die anderen Menschen die ganze Zeit? Ohne Depressionen?!“ und hatte gefühlt, wie sich Leben, mein Leben auch anfühlen kann.

Es war so ein unbeschreiblicher Moment.

Von dort an, mit Lord Sixtus an meiner Seite, habe ich begonnen zu lächeln. Ganz bewusst meine Muskeln zu trainieren und meinem Gehirn zu signalisieren: Du bist jetzt zufrieden.

Ich habe mir beigebracht meine Schultern zu straffen und nicht vor vermeintlicher Schuld hängen zu lassen.

Ich habe mir bewusst die guten Dinge (der Welt, meines Lebens,…) ins Gedächnis zu rufen und mich darauf zu konzentrieren.

Ich habe versucht zu lernen, mein Leben selbst in der Hand zu haben und mit so einigem, auch ungeklärtem, abzuschließen.

Das war und ist gut.

Nur mit mir selbst gehe ich noch nicht so respektvoll um, wie es wahrscheinlich manchmal angebracht wäre. Das weiß ich und auch woran es liegt: An den Glaubenssätzen, die ich gesagt/gezeigt bekommen und mir auch selbst genommen habe.

Glaubenssätze sind die Sätze, die unterbewusst mein Leben lange begleitet haben und nun eine nicht mehr ganz so große Rolle spielen, zumindest diese:

Du bist selbst Schuld

Du bist faul

Du bist nicht genug

Du bist egoistisch

Du bist ein schlechter Mensch

Du hast es nicht anders verdient

Am meisten gewogen haben, glaube ich, lange die Gedanken, ich sei nicht genug und ich hätte es nicht anders verdient. Wobei das „es“ alles schlechte, negative, unangenehme ist. Wahrscheinlich auch eine Kausalkette, die einfach schwer zu durchbrechen war. Vielleicht auch eine selbsterfüllende Prophezeiung, getreu dem Motto: „Schlechten Menschen widerfährt schlechtes“…

Nun hab ich sehr bewusst getauscht gegen: „Ich bin gut und du bist gut und wir sind gut“ und „Achtung, Liebe, Respekt, Würde“, die Grundfesten, mit dem ich jedem Menschen, jedem Wesen in meinem Leben gegenübertreten möchte.

Oder auch: „Ich freu mich wenn es regnet, denn es regnet auch, wenn ich mich nicht freue“.

Das bedeutet natürlich nicht, alles durch die rosa-rote Brille zu sehen oder Probleme, Hindernisse und co. Einfach wegzulächeln, aber es macht mein Leben nicht schwerer, es zunächst positiv zu bewerten.

Zu Herausforderungen kommt es immer wieder, insbesondere, wenn es um mein Arbeitspegel geht. Ich brauch ein hohes Level, damit die Stille nicht so laut wird, erwarte dies aber nicht von anderen. Aber diesen Auftrag nehmen sich manchmal Menschen in meinem Umfeld, möchten sich messen oder denken, sie würden das auch machen müssen. Das ist aber nicht so! Ich erwarte das von niemandem, es ist nur mein ganz persönlicher Weg mit meinem Leben, ganz meiner eben.

Andere Menschen sind vielleicht zufrieden, wenn sie in Ruhe mit einem Tee ein Buch lesen, mich würde das stressen.

Andere mögen sich gerne mal einen Nachmittag auf dem Sofa auschillen, ich bekäme (tatsächlich) eine Krise. 

Ich brauche das, mein Weg. Aber das heißt ja nicht, dass das nicht der Weg von x oder y sein kann und dem/der das gut tut, mir aber eben nicht. Deswegen haben mein Hausarzt und ich öfter mal Meinungsverschiedenheiten…. Aber, ich bin groß und kenne mich und mein Leben am besten, ich bin also der Experte für mein Leben und kann daher ziemlich gut einschätzen, was ich brauche und was mir gut tut.

Viele Jahre war ich für so viele Dinge selbst und alleine verantwortlich, Hilfe oder Unterstützung anzunehmen ist für mich schwer. Im kleinen, wie im großen: Ich kann die Tüten alleine tragen, ich kann mit dem Bohrhammer selbst die Steine wegmachen, ich schaffe das schon…

Schwierig, denn da spielen die alten Glaubenssätze natürlich wieder mit.

Für die #nordstadtkatzen Unterstützung und Hilfe anzunehmen war für mich ein Meilenstein.

Und so schwer das war, umso dankbarer bin ich dafür!

Wirklich!

Dankbarkeit spüren zu können, ging für mich in Phasen der Depression nicht, so gerne ich es gewollt hätte.

Aber nun bin ich sehr dankbar! Dankbar für diesen Weg, für meine Familie, so chaotisch und unnormal wir manchmal auch sind, für die große Chance in meinem Leben, für so viele Dinge….

Aber auch dankbar, für „nicht-Zustände“, zum Beispiel, dass ich nicht in einem Land lebe, in dem ich verfolgt werde, dass ich nicht auf der Flucht bin, dass ich keine Gewalt mehr erfahre…

Daraus folgt wieder, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder so von Herzen lachen, dass sie mich (zwar sehr selten, aber immerhin) anstecken können, dass sie gute Startbedingungen für ihr Leben hatten, nicht zuletzt auch, weil Lord Sixtus unsere Familie bereichert hat, denn wir sind gepatchworkt…

Nun, vielen Dank fürs lesen, nun verlangen die Tiere und die Kinder wieder ihre Aufmerksamkeit und die Follower der #nordstadtkatzen warten auf die Abendbilder.

Herzliche Grüße

Just me, TinkerBell

Jahresbilanz, ihr Eumel

So. Das war es also mit 2020, zumindest fast. Und ich habe das Gefühl, das Jahr ist verflogen.
Es war eine Menge los. Der Anfang des Jahres gestaltete sich zunächst gemächlich.
Dann kam COVID in Deutschland richtig an und damit der erste Lockdown. Wirklich viel hat sich für mich persönlich dadurch zunächst nicht geändert.
Ich bin normal weiter zur Arbeit und musste eine Maske beim Einkaufen tragen. Ok.
Für die Kinder und meine Frau änderte sich u. a. durch die Home Schooling Situation deutlich mehr.
Rückblickend betrachtet sind wir da aber als Familie gut mit durchgekommen.

Seit April steht die 4 vorne in meiner Altersangabe. Das ist immer noch irgendwie seltsam.
Im Mai setzte ich diese Website auf und habe seitdem auch tatsächlich mehr oder weniger kontinuierlich geschrieben.
Im Juni explodierte unsere Anzahl an Fundkitten und es kam deutlich mehr Leben in die Bude.
Plötzlich wuselte es im Wohnzimmer vor kleinen Fellbällen und meine Lovis konnte sich vor #Nordstadtkatzen – Terminen kaum noch retten. Persönliches kennenlernen und lieb gewinnen von Twitter Usern folgte.
Fotos, Live-Streaming, Tierarztbesuche in Dauerschleife und viele neue, lustige Situationen
hielten dadurch auch Einzug in unser Leben. Leider auch der ein oder andere Abschied, da manche der Kleinen es nicht geschafft haben.

Anfang August verstarb auch mein langjähriger Kollege nach schwerer Krankheit. Ich denke heute noch täglich an ihn.
Sein Kampf mit dem Krebs hat mich lange begleitet und mir wieder einmal unsere Vergänglichkeit vor Augen geführt.
Wenn wir etwas machen wollen, dann sollten wir es tun und nicht auf die lange Bank schieben.
So abgedroschen dieser Spruch auch klingen mag, so wahr ist er aber auch.
Ich bin dankbar für mein Leben, für meine Familie und alles was ich habe.

Im September und Oktober habe ich viel gegrübelt und dann Anfang November als Resultat meinen Shop eröffnet, den ich regelmäßig mit Content füttere.
Ich müsste viel mehr Werbung machen. Allerdings steht der Spaß im Vordergrund und es gibt Dinge, die haben höhere Priorität.
Es wird sich entwickeln und der Zeitpunkt kommen, wo ich mich da stärker drauf fokussieren kann.

Die Woche vor Weihnachten haben wir das Wohnzimmer umgebaut und renoviert. Mit (vielen) kleinen Katzen im Haus ist es ein wenig als würden die Gremlins
darin rumtoben. Das Mobiliar und die Teppiche haben ziemlich gelitten.
Weihnachten haben wir dann weitestgehend als Familie allein verbracht, im allerengsten Kreis.
Bis hierher kann ich feststellen, dass ich ruhiger werde. Auch innerlich. Das ist gut. Wir haben eine ganze Menge erlebt und dieses Pandemieding ist dabei fast allgegenwärtig. Dennoch kam das alles nicht so nah an mich ran, wie ich vorher geglaubt hätte.
Ja, gerade im Sommer hat die Maske manchmal genervt. Trotzdem wurde und wird sie getragen.
Dieses Heckmeck der Aluhutfraktion und der braunen Lappen verstehe ich nicht und ohne sie und ihre Querdenkereien und Demos wären wir heute sicherlich
weiter unten mit den Infektionszahlen.


Nun gut. Was solls. Es ist wie es ist und machen wir halt das Beste daraus.
In drei Tagen ist Silvester. Auch dann werden sich wieder einige Experten und Besserwisser nicht an die Verordnungen halten.
Menschen sind so.
Wir werden jedenfalls auch diesen Tag beschaulich und im engsten Kreis verbringen. So, wie wir es die Jahre zuvor auch schon getan haben.


Erstaunlicherweise wird nämlich auch dieses Silvester kein universeller Resetbutton erscheinen, der am 01.01.2021 plötzlich alles anders macht.
Das Leben orientiert sich nicht an einem von Menschen erdachten Kalendersystem.
Das Leben geht einfach weiter. Auch nächste Woche wird man noch Klopapier kaufen können.
Es werden weiterhin Menschen geimpft und dennoch werden sie nicht zu ferngesteuerten 5G Zombies mutieren.


Donald Trump, der große Heiland, der all die Kinder aus den Bergwerken der Elite gerettet haben soll (erinnert sich noch jemand? Qanon, anyone?) wird seine Koffer packen und den Schlüssel zum Weißen Haus an Joe Biden übergeben müssen.
Es werden neue Verschwörungsmythen ohne logische Argumentation und Beweisführung folgen und wir werden sehen ob Donald sich mit dem Wendler eine Parkbank teilen müssen wird.
Und vielleicht schleicht sich im Sommer des nächsten Jahres eine gewisse Normalität ein. Vielleicht wird es nächstes Jahr wieder Konzerte, Kino und Parties geben.


Wir werden sehen.
Alles bleibt anders.
Und bleibt ihr bitte gesund.